REGION "Nur wenige Cents pro Kilo"

Tierschutzbund bringt umstrittene Abgabe auf Fleisch ins Gespräch

07.08.19 - Für ein aktuelles Aufregerthema hat der Präsident des Deutschen Tierschutzbunds Thomas Schröder gesorgt, indem er eine Abgabe auf Fleisch und andere tierische Produkte ins Gespräch bringt. Wie er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gegenüber vertrat, seien Fleisch, Milch und andere tierische Produkte zu billig und würden teils zu Schleuderpreisen verkauft. Eine tiergerechte Haltung sei so nicht möglich, der Preisdruck zwinge Landwirte, immer mehr Tiere auf immer engerem Raum zu halten. "Tiere werden ihren Haltungsbedingungen angepasst: Schweinen werden die Schwänze abgeschnitten, sie werden ohne Betäubung kastriert, Rindern werden die Hörner abgeschliffen - nur damit die Tiere auf engem Raum gehalten werden können. Das sind nur einige der bestehenden Missstände", so Schröder.

Fotos(2): Jo-Anne McArthur – Oikeut ta Eläimille“

Deshalb spreche sich der Deutsche Tierschutzbund für eine Fleischabgabe aus. "Anders als eine Steuer, die nicht zweckgebunden ist und einfach in den Bundeshaushalt fließt, könnte eine Abgabe ganz direkt für ein Mehr an Tierschutz in der landwirtschaftlichen Tierhaltung eingesetzt werden, etwa für mehr Platz für die Tiere", präzisiert Schröder. Gelder aus dem Bundeshaushalt oder der EU reichten nämlich bei weitem nicht aus: der wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gehe im Gutachten 'Wege zu einer gesellschaftlich akzeptieren Nutztierhaltung' von jährlich drei bis fünf Milliarden Euro aus, die für einen Umbau der Landwirtschaft notwendig wären.

Dem absehbaren Protestgeschrei hält der Tierschutz-Präsident entgegen, dem Steuerzahler sei offenbar nicht bewusst, dass er - egal ob Fleischesser oder Veganer - bereits jetzt schon die Nebenkosten der Fleischproduktion zahlen müsse. Denn die Kosten für Umweltschäden - etwa durch die Nitrat-Belastung durch Gülle - würden auf die Allgemeinheit , auf die Steuerzahler umgelegt. "Eine Fleischabgabe würde dagegen nach dem 'Verursacher-Prinzip' funktionieren: Wer Fleisch isst, muss sich bewusst sein, dass eine tiergerechte Produktion mit Kosten verbunden ist, die auch auf den, der Fleisch kauft, umgelegt werden. Wir müssen Fleisch wieder bewusster konsumieren, daher kann weniger auch manchmal mehr sein. An der Ladentheke würde eine Fleischabgabe für den Verbraucher letztlich aber voraussichtlich "nur" wenige Cent pro Kilogramm Fleisch ausmachen", erklärte Schröder.

Tierschutzpräsident Thomas Schröder mit Hund Bärli Fotos: Deutscher Tierschutzbund

Schröder rief Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) dazu auf, eine umfassende Nutztierstrategie vorzulegen. "Wir müssen festlegen, wie es in 20 oder 30 Jahren in den Ställen aussehen soll", sagte Schröder der Zeitung. Die notwendigen Umbaumaßnahmen in der Landwirtschaft müssten gefördert werden. Dazu sollen laut Schröder die Einnahmen aus der Fleischsteuer dienen.(pm/ci)+++


Über Osthessen News

Kontakt
Mediadaten
Werbung
Impressum

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Service

Stellenangebote
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage
Biergärten
Freizeit Tipps
Mittagstisch
Beilagen
Benzinpreis Vergleich

Social Media

Facebook
Twitter
Instagram

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön