Windpark Homberg II mit drei neuen Anlagen kurz vor dem Abschluss - Foto: Madlin Steinbrecher

ALSFELD Umweltverträglichkeit wurde geprüft

Kurz vor Abschluss: Genehmigungsverfahren Windpark Homberg II

07.09.19 - Auf dem Homberg bei Alsfeld (Vogelsbergkreis) sollen drei Windkraftanlagen für den Windpark Homberg II entstehen. Nahezu alle Voraussetzungen zum Abschluss des Genehmigungsverfahrens liegen nun vor. Es fehle nur noch die abschließende Entscheidung der Stadt Alsfeld zur Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens. Mit einer installierten Leistung von 10,35 Megawatt erzeugen die drei Windräder pro Jahr so viel Energie, wie durchschnittlich etwa 9.000 Haushalte verbrauchen.

Wichtiger Bestandteil des Genehmigungsverfahrens war eine umfangreiche Prüfung der Umweltverträglichkeit, die ebenfalls der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde und deren Ergebnisse in das Verfahren eingeflossen sind. Hierfür wurde eine Vielzahl von Umweltbelangen geklärt: Schutz von Wasser und Boden, Immissionsschutz insbesondere gegenüber Lärm und Schattenwurf, Naturschutz-, Forst- und Baurecht, Denkmalschutz und Luftverkehrssicherheit.

In der Pressemitteilung des Regierungspräsidiums ging hervor, dass die Besonderheit das Mediationsverfahren darstelle, das unter Beteiligung der Stadt Alsfeld, der Betreiberfirmen und des Regierungspräsidiums Gießen stattfand. Gemäß des 2016 von den Beteiligten geschlossenen Vertrages soll eine für alle Seiten vertretbare Nutzung der Windenergie ermöglicht werden. Im Rahmen dieser Mediation wurde vereinbart, einen Interessenausgleich hinsichtlich unterschiedlicher Zielvorstellungen über künftige Standorte von Windkraftanlagen auf dem Stadtgebiet herbeizuführen.

Vor allem Greifvögel fallen den Rotoren zum Opfer

Als wichtigstes Themenfeld stellte sich der Naturschutz und hier, insbesondere der Artenschutz hinsichtlich sogenannter windkraftsensibler Vogelarten heraus. Bei umfangreichen Untersuchungen habe sich gezeigt, dass im Umfeld der geplanten Windenergieanlagen naturschutzrechtlich geschützte Vogelarten vorkommen. Die Untersuchungen vor Ort ergaben, dass eine Gefährdung einzelner Rot- und Schwarzmilane durch den Betrieb der geplanten Windenergieanlagen nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Das RP Gießen prüfte als zuständige Naturschutzbehörde den Sachverhalt. Um die Gefährdung der durch das Vorhaben betroffenen Greifvögel zu minimieren, wurde ein umfangreiches Maßnahmenkonzept zum Schutz der Vogelarten erarbeitet, das im Bescheid aufgenommen wird.

Zum Hintergrund

Die drei neu beantragten Windkraftanlagen stellen eine Erweiterung des bisherigen Windparks Homberg I dar, der im Dezember 2016 vom RP Gießen genehmigt worden war. Die Anlagen vom Typ Vestas V-126 3,3/3,45 haben eine Gesamthöhe von 200 Metern sowie eine Nennleistung von je 3,45 Megawattstunde, die klimafreundlichen Strom erzeugen. Das Genehmigungsverfahren des Windparks Homberg II wurde als sogenanntes förmliches Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt. Das heißt, interessierte Bürger sowie die Naturschutzverbände hatten die Möglichkeit, die Antragsunterlagen einzusehen und Einwendungen zu dem Vorhaben vorzubringen. Um diese zu besprechen, fand im Juni 2018 im Dorfgemeinschaftshaus Alsfeld-Altenburg ein Erörterungstermin mit den Einwendern, Vertretern der Antragstellerseite, den beteiligten Fachbehörden sowie dem RP Gießen als Genehmigungsbehörde statt.

Abschließende Entscheidung der Stadt Alsfeld

Die Stadt Alsfeld habe die Unterlagen erhalten und entscheidet nun abschließend über die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens. Bürgermeister Stephan Paule erklärte im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS: "Die eingegangenen Unterlagen werden nun vom Bauamt geprüft. Hier wird geschaut, ob städtische Belange tangiert sind. Im Anschluss geht es in die städtischen Gremien und am 17. Oktober wird darüber die Stadtverordnetenversammlung beraten und eine Entscheidung treffen." Die Stadt sei zur Stellungnahme aufgefordert, doch mit einem Baubeginn der Anlagen in diesem Jahr wäre nach einem Abschluss des Genehmigungsverfahrens nicht mehr zu rechnen, teilte die Behörde mit. (ms/pm) +++


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