Im Landgericht Fulda - Fotos: Marius Auth

NEUHOF 1. Verhandlungstag

Verbotene Liebe: Rocker rücken mit Baseballschlägern im Jugendzentrum an

11.09.19 - Weil ein Vater den Freund seiner minderjährigen Tochter zur Rede stellen will, holt er sich Verstärkung: Mitglieder der Rockergang "Rules 5" aus Mainz bedrohen im Februar 2017 in einer Neuhofer Doppelgarage verschreckte Jugendliche mit Baseballschlägern und Knüppeln und schlagen deren Betreuer krankenhausreif. Am Mittwoch wurde das Verfahren gegen vier deutsche und einen türkischen Staatsangehörigen wegen gemeinschaftlich begangener Freiheitsberaubung und Nötigung sowie bezüglich drei Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Fulda eröffnet.

"Wir saßen in der Garage, plötzlich kamen fünf Männer mit Baseballschlägern, die hatten was mit den Hells Angels zu tun. Die haben mit Baseballschlägern auf unseren Betreuer eingeschlagen, der ist kaputt, es war alles voller Blut." Die Audio-Aufzeichnung, die Richter Dr. Jochen Müller am Mittwoch verliest, gibt einen Eindruck von der Stimmung in der Doppelgarage, die als Jugendraum genutzt wurde. Mehr als 12 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren befanden sich im Raum, wurden gezwungen, auf dem Boden zu kauern, während die Angeklagten unter Einsatz von Baseballschläger und Knüppel die Jugendlichen durchsuchten, auf der Suche nach dem Freund der Tochter eines der Angeklagten.


Der Vater soll erfahren haben, dass seine 13-jährige Tochter den damals 18-Jährigen wegen Vergewaltigung angezeigt hat, auch ein 24-jähriger soll in die Sache involviert gewesen sein. Nachdem die Personaldokumente der Jugendlichen im Raum abfotografiert waren und keiner der Jugendlichen Angaben zum Aufenthaltsort der beiden Gesuchten machen konnte, wurden die Anwesenden eingeschüchtert: Sie sollten drei Minuten warten, bevor sie die Garage verlassen - und dann nur einzeln, im Fünf-Minuten-Abstand. Der Betreuer wurde mit Faust und Handballen ins Gesicht geschlagen und erhielt einen Schlag mit dem Knüppel in den Rücken. Wegen einer Nasenbeinfraktur sowie Prellungen des Brustkorbes und der Brustwirbelsäule musste er zwei Tage stationär behandelt werden. Ein anderer Jugendlicher soll einen blutenden "Cut" über dem rechten Auge erlitten haben. Richter Dr. Jochen Müller schlug ein Schmerzensgeld in Höhe von 5.000 Euro vor, die Verhandlung wird am Freitag fortgeführt. (mau) +++



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