von links: Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Menzel (Vorstand Klinikum Fulda), Priv.-Doz. Dr. med. Carl Christoph Schultz (Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie) und Christian Beser (Chef der DAK-Gesundheit Fulda) - Fotos: Madlin Steinbrecher

FULDA Trinken, Dampfen, Gamen in der Arbeitswelt

Gesundheitsreport: Mehr Erkältungen im Landkreis Fulda und Vogelsbergkreis

11.09.19 - Aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport 2019 geht hervor, dass es im vergangen Jahr mehr Erkältungen im Landkreis Fulda und im Vogelsberg gegeben hat. Die Ergebnisse wurden am Dienstagvormittag im Klinikum Fulda von der DAK der Presse vorgestellt.

Christian Beser und Priv.-Doz. Dr. med. ...

Priv.-Doz. Dr. med. Carl Christoph Schultz ...

Zunächst wurde der Krankenstand 2018 mit Fakten und Zahlen thematisiert. Die Fehltage liegen dabei insgesamt im Landesschnitt. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen lagen exakt auf dem Vorjahresniveau. Mit 4,7 Prozent gab es in der Region jedoch einen höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (4,3 Prozent). Somit ergeben sich an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 47 Krankgeschriebene. Der höchste Krankenstand in Hessen wurde mit 5,0 Prozent in den Landkreisen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg gemessen. Der niedrigste Wert ist in Frankfurt am Main mit 3,7 Prozent vorzufinden.

Die meisten Fehltage verursachten im Jahr 2018 Erkrankungsgruppen, wie Muskel-Skelett-Erkrankungen (20,8 Prozent), gefolgt von Beschwerden im Atmungssystem (15,9 Prozent), Verletzungen und psychische Erkrankungen sind fast gleich auf und liegen dahinter. Im Vergleich zum Jahr 2017 ist eine Besserung von 13 Prozent bei Muskel-Skelett-Erkrankungen zu vermerken, bei Atemwegserkrankungen kann ein Anstieg von sieben Prozent beobachtet werden. Nerven, Augen und Ohren sind bei Betroffenen auf 55 Prozent gestiegen.

Unter dem Hauptthema „Sucht 4.0. – Trinken, Dampfen, Gamen in der Arbeitswelt“ wurden Analysen veröffentlicht, die Erwerbstätige mit gravierenden Problemen durch Alkohol, Zigaretten und Computerspielen zeigen. „Wir wollen feststellen, wie viele Erwerbstätige mit diesen Problemen zu kämpfen haben. Dazu haben wir Expertenbefragungen durchgeführt und Verhaltensweisen analysiert“, sagt der Leiter der DAK-Gesundheit. 

Wie verbreitet sind Sucht und Abhängigkeit im Krankheitsgeschehen?

 „Alkohol und Medikamente haben eine erhebliche Gewichtung“, so Schultz. Fehltage wegen Substanzstörungen machen 3,7 Prozent aller Fehltage wegen psychischer Erkrankungen aus. Bezogen auf alle Erkrankungen sind es 0,61 Prozent. Der Alkohol spielt unter den Substanzen für die Fehlzeiten die größte Rolle. Weitere Substanzen wie Cannabinoide, Tabak, Sedativa oder Hypnotika und weitere haben ebenfalls Einfluss auf den Konsumenten. Insgesamt haben Erwerbstätige mit einer Substanzstörung einen mehr als doppelt so hohen Krankenstand.

Tabak- und Nikotinabhängigkeit

Für die Analyse wurde eine Online-Befragung durchgeführt, in der Erwerbstätige im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt wurden. Hochgerechnet sind 336.000 Beschäftigte in Hessen zigarettenabhängig. Die jungen Erwerbstätigen gehören zu dem geringeren Anteil von 16,3 Prozent. Dahingegen raucht fast jeder Vierte der 60- bis 65-jährigen Berufstätigen. Deutschlandweit dampfen 85 Prozent E-Zigaretten mit Nikotin oder Tabak.

E-Zigarette

Bei der E-Zigarette „dampfen“ lediglich 5,9 Prozent der Beschäftigten. „Dabei besteht ein Zusammenhang zwischen langjährigen Rauchern. Diese neigen eher zur E-Zigarette“, so Beser. Generell sei aber ein Rückgang zu vermerken, da durch Prävention weniger Konsumenten darauf zurückgreifen. „Dies liegt an der Einschränkung von Werbung und der Aufklärung an Schulen“, betont Schultz.

Alkohol: 326.000 Arbeitnehmer trinken riskant

78 Prozent der Beschäftigten trinken hessenweit gelegentlich Alkohol. „Keine Droge verursacht so umfangreich soziale und gesundheitliche Schäden in der Gesellschaft wie Alkohol. Das riskante Trinken bleibt daher ein zentrales Problem in Hessen, das auch gravierende Folgen in der Arbeitswelt hat,“ sagt Beser. Sucht sei dabei eine Krankheit, die jeden treffen kann. Aus diesem Grund solle man hinsehen, hinhören und handeln, um Betroffene nicht allein zu lassen.

Computersucht: Internet Gaming Disorder

Die nächste Befragung setzt sich mit dem Thema Internet Gaming Disorder auseinander. Zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten ist dabei kein nennenswerter Unterschied zu nennen. Dieser liegt bei beiden Geschlechtern bei circa 60 Prozent. Anhand einer vorgegeben Skala mit bestimmten Kriterien, kann ein riskantes Spielverhalten diagnostiziert werden. Das Ergebnis ist erschreckend: In Hessen sind 287.000 Beschäftigte riskante Nutzer von Computerspielen. Das Computerspielverhalten bringt einige negative Folgen mit sich, wie beispielsweise gedankliche Eingenommenheit, Zuspätkommen sowie Schlafstörungen und Augenprobleme. 

„Vorvida“: Einen bewussten Umgang mit Alkohol schaffen

Um Maßnahmen der Betroffen einzubetten, wurde ein Online-Programm eingeführt, das dabei hilft, den Alkoholkonsum zu konsumieren. Die Wirksamkeit des Selbsthilfeprogramms belegt eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf: 75 Prozent der Teilnehmer konnten ihren Alkoholkonsum reduzieren. „Vorvida“ nennt sich die kostenlose App. (mkf /pm) +++


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