Berthold Dücker flüchtete als 16-Jähriger in den Westen - Fotos (3): Mitteldeutscher Rundfunk

RASDORF / GEISA Zeitzeugen berichten

Die Schicksale am "Hotspot": Bewegende MDR-Doku über Point Alpha

13.09.19 - In einer eindrucksvollen und zugleich bewegenden MDR-Dokumentation über die Gedenkstätte Point Alpha zeigt der preisgekrönte Filmemacher Dirk Schneider Schicksale aus der Zeit des Kalten Krieges. Der MDR-Film zeigt die Geschichte des ehemaligen US-Stützpunktes an der innerdeutschen Grenze. Bis 1989 war Point Alpha Deutschlands "Hotspot" im Kalten Krieg.

Stiftungsvorstand Berthold Jost begrüßte zahlreichen Gäste zur Filmpremiere auf Pont Alpha. Bei einem Podiumsgespräch unterhielten sich der Thüringer Ministerpräsidenten  Bodo Ramelow (Linke), der Bundesbeauftragte für Stasiunterlagen, Roland Jahn, der Bundestagsabgeordnete Christian Hirte (CDU), von Point Alpha Berthold Dücker, Beate Dittmar (Gymnasium Vacha) und der Moderator Stefan Nölke über den Film.

Welche Geschichte verbirgt sich hinter Point Alpha? Was erzählt dieser Ort vor allem jungen Menschen in Ost und West heute? Dargestellt wird auch die Geschichte von Berthold Dücker, der im jugendlichen Alter von 16 Jahren 1964 in den Westen über die Grenze unter Lebensgefahr (Minen) geflüchtet ist. Auch die Schicksale der weiteren Protagonisten sind berührend, darunter Marie-Luise Tröbs geborene Wagner, sie wurde zur damaligen DDR-Zeit aus ihrer Heimatstadt Geisa mit ihrer Familie zwangsausgesiedelt und vertrieben."Man hat uns behandelt, wie Verbrecher", so die Zeitzeugin Marie-Luise.

Eine weitere Zeitzeugin berichtete über die Vertreibung und Zerstörung ihres elterlichen Bauernhofs an der Grenze (500-Meter Schutzstreifen) und die Unterbringung in der Nachbargemeinde Spahl in einem älteren Gehöft. Unter Tränen berichtete die Oma ihre demütigenden Erlebnisse ihren Enkeln gegenüber vor der Kamera. Der alte Bauernhof wurde vollständig abgerissen und dem Erdboden gleich gemacht. Ein Grenzsoldat aus dem Erzgebirge, dieser war in der Rhön stationiert, beging als 19-jähriger junger Mann Selbstmord. Offenbar hatte er das Dasein als Teil des Grenzregimes und den Tod eines DDR-Flüchtlings an der Grenze, den er mitansehen musste, nicht mehr länger ertragen können.

In der anschließenden Diskussion wurden eine Vielzahl von Themen und Problemen angesprochen, wobei sich die Besucher rege beteiligten. Der knapp 45 Minuten lange Dokumentarfilm über Point Alpha mit einem gekonnten Brückenschlag von der bedrückenden Vergangenheit hin zur Gegenwart. Er zeigt, wie wichtig es ist, sich mit der Geschichte bewusst auseinander zu setzen, so der in Erfurt geborene Filmemacher Dirk Schneider. Point Alpha ist als Mahn- und Gedenkstätte hierfür der historische Erinnerungsort. Mehr zum Film finden Interessierte im Internet unter der Adresse https://www.mdr.de/entdecke/point-alpha-der-heisseste-punkt-des-kalten-krieges-dokumentation100.html .(Veltum / hhb) +++

Im Gespräch, Podiumsdiskussion (von links): ... Fotos: privat


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