Der nordhessische Wursthersteller Wilke steckt in einer tiefen Krise. - Foto: picture alliance/Uwe Zucchi/dpa

TWISTETAL "Gefahr in Verzug"

Auch Ikea-Restaurants betroffen: Offenlegung aller Wilke Abnehmer gefordert

07.10.19 - Am Sonntag hat Foodwatch einen Eilantrag an den Landkreis Waldeck-Frankenberg, das Regierungspräsidium Darmstadt und das hessische Verbraucherschutzministerium gestellt. Damit will die Organisation eine Offenlegung aller Abnehmer von Wilke-Produkten binnen 48 Stunden erreichen, sollte die Frist jedoch verstreichen, ohne das von offizieller Seite aus gehandelt wird, wolle man eine Veröffentlichung notfalls auch gerichtlich erzwingen, berichtet nun der Hessische Rundfunk.

Der Landkreis hatte am Wochenende angekündigt, denn Fall des Wurstwaren-Herstellers Wilke auch intern „ohne Wenn und Aber“ aufzuarbeiten. „Wir bedauern die Vorfälle außerordentlich. Die Kreisverwaltung und die ganze Region sind bestürzt und geschockt, dass Menschen durch die Zustände in einer in unserem Kreis ansässigen Firma zu Schaden gekommen sein sollen“, sagte Landrat Dr. Reinhard Kubat. Im Moment werde mit Hochdruck an der Aufklärung der Vorgänge gearbeitet. Dr. Kubat und der zuständige Beigeordnete Friedrich Schäfer hätten klare Vorgaben, gemacht, dass der Kreis die Ermittlungen der zuständigen Behörden mit allen seinen Möglichkeiten unterstütze und zugleich selbst auch intern die Aufklärung vorantreibe. „Niemand hat ein größeres Interesse an umfänglicher Aufklärung als der Landkreis. Auch in der Öffentlichkeit wurde eine Reihe Fragen aufgeworfen, denen wir nachgehen.“ Man hoffe, so der Landrat weiter, dass man bald alle Informationen vorliegen hätte, um eine abschließende Bewertung vornehmen zu können.

Foodwatch kritisiert, dass eine den Behörden vorliegende Liste aller Wilke-Produkte-Abnehmer trotzdem noch nicht veröffentlicht wurde. Die Organisation sieht Gefahr in Verzug, da davon auszugehen sei, dass nach wie vor vom Rückruf betroffene Produkte noch im Umlauf seien. Die Verbraucherorganisation wirft dem Landkreis sowie dem Regierungspräsidium ein „katastrophales“ Krisenmanagement vor, schließlich seien mittlerweile 37 Krankheitsfälle, die möglicherweise mit den Wurstwaren in Zusammenhang stehen, bekannt. Außerdem hatte es in Südhessen zwei Todesfälle gegeben (OSTHESSEN|NEWS berichtete).

Nach Angaben der Hessischen Landeskontaktstelle im Europäischen Schnellwarnsystem hat Wilke auch Produkte unter anderen Markennamen als Eigenmarken beziehungsweise in Lohnerstellung produziert. Diese sind: Haus am Eichfeld, Metro Chef, Service Bund-Servica, CASA, Pickosta, Sander Gourmet, Rohloff Manufaktur, Schnittpunkt, Korbach, ARO, Findt, Domino. Zusätzlich haben Großhändler, wie Beispielsweise der Fachgroßhandel für Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung „Igro“, Wilke-Wurst vertrieben.

UPDATE: Wie die Bild-Zeitung am Montag berichtete, gehört auch der Möbelkonzern Ikea zu den Abnehmern von Wilke-Wurst. Man habe als Vorsichtsmaßnahme den Verkauf aller Produkte des Herstellers umgehend gestoppt, erklärte eine Sprecherin des Konzerns gegenüber der Zeitung. Betroffen sei nur der Wurst-Aufschnitt, das übrige Fleisch und Wurstwarensortiment aus dem Ikea-Restaurant nicht. (mr) +++


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