GERSFELD (RHÖN) Aktionstag im Tierpark Gersfeld

Die Rhöner Wildkatze - das unbekannte Wesen

10.10.19 - Haben Sie schon mal eine Wildkatze in Natura gesehen? Alles rund um die Wildkatze konnten die Besucher am Aktionstag im Gersfelder Wildpark erfahren. Ein Infostand mit fachkundiger Beratung unter Ranger Jan Knittel vom UNESCO-Biosphärenreservat-Rhön und Julia Djabalameli vom BUND-Kreisverband Fulda, wurde vor dem Gehege aufgestellt und lockte mit Kinder-Mitmach-Aktionen, Malbüchern, Quizzen und Broschüren für Jung und Alt. 

Fotos: Carina Jirsch

Auch Familie Tronk nutzte das Angebot im Tierpark für einen Familienausflug. Die Großeltern sind mit ihren drei Enkeln unterwegs. "Da die Kinder Ferien haben, wollten wir etwas zusammen unternehmen. Wir waren schon öfters hier. Der Park ist auf jeden Fall sehenswert. Eine Wildkatze haben wir gesehen, die andere hat sich leider versteckt", so Oma Tronk. 

Im Tierpark sind zwei Wildkatzen zu sehen, ein Männchen und ein Weibchen. Stellt man die normale Hauskatze der Wildkatze gegenüber, fallen einige Unterschiede auf. Das Fell der Wildkatze ist dichter und in der Natur zur Tarnung gedacht. Besonderes Erkennungsmerkmal ist der verwischte Aalstrich und der buschige Schwanz, der deutliche schwarze Ringel aufweist. Die scheuen Tiere sind kräftig und wiegen bis zu fünf Kilogramm. 

Die Wildkatze bei der Fütterung.

Wichtig für diese Lebewesen sind gute Lebensräume in der Natur. Sie bevorzugen ungestörte Orte und vermeiden menschliche Nähe. Wildbrücken sind ideal, da sie die Lebensräume vernetzen. Im Biosphärenreservat Rhön stellen drei Prozent Kernzonen dar mit Waldgebieten. „In diesem Raum darf kein wirtschaftliches Handeln erfolgen. Sanfter Tourismus und Forschung sind erlaubt. In dem Bereich soll die Artenvielfalt wieder zunehmen.“

Ranger Jan Knittel vom UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

Ranger Jan Knittel und Geschäftsführerin Julia ...

Kinder und Erwachsene informieren sich über ...

Der Schwanz der Hauskatze

Der Schwanz der Wildkatze

In freier Wildbahn ist es schwierig das Tier vor die Kamera zu kriegen. Um herauszufinden, wie es um die Population steht, wurde die Methode der Lockstockanalyse angewandt. Von 2008 bis 2014 wurden sie gezählt. Dementsprechend wurden Lockstöcke in der Natur angebracht, die mit Baldrian-Duft versehen sind. Mithilfe der Wildkamera konnten seltene Aufnahmen der Katzen gemacht werden. Der Geruch macht die Katzen wild, sodass sie sich an dem Stock reiben. An den hinzugefügten Kerben bleiben die Haare hängen, die gesammelt werden. Die genetischen Proben wurden daraufhin ins Senckenberg Museum nach Frankfurt geschickt und ausgewertet. „Es konnten 100 Individuen nachgewiesen werden. Im Jahr 2015 waren es sogar 200“, so der Ranger. Da die Tendenz nach oben geht, wurde die Zählungen vorerst eingestellt. Die Rhön ist inzwischen wieder flächendeckend von Wildkatzen besiedelt. 

Ein Highlight an dem Tag stellte die Fütterung der zwei Wildkatzen dar. Das Team von OSTHESSEN|NEWS durfte die Katzen von ganz nah erleben. Die Tiere haben sich vom Team jedoch nicht stören lassen und waren komplett auf die Nahrung fixiert. Normalerweise jagen sie ein Dutzend Mäuse am Tag. Im Tierpark hingegen haben es die Wildkatzen etwas bequemer. Auf dem Speiseplan stehen Rindfleisch, Hähnchen und Fisch. Einmal am Tag werden sie gefüttert. (Maria Franco) +++


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