In Badekleidung und Bademänteln stehen einige Besucher des Bayreuther Winterdorfes vor einer mobilen Sauna. Das Bayreuther Winterdorf hat am 18.10. eröffnet und hat auch heiße Getränke wie Glühwein im Angebot. - Foto: Nicolas Armer/picture alliance/dpa

FULDA Sondernutzungsfläche heißt Sonderkondition

Erweiterung des Weihnachtsmarkts verärgert alteingesessene Händler

24.10.19 - Da muss sich mancher die Augen reiben: bei angenehmen 17 Grad hat am vergangenen Wochenende in Bayreuth der erste Weihnachtsmarkt eröffnet - laut Veranstalter der früheste in ganz Deutschland und vermutlich auch weltweit. Lange vor der Adventszeit und knapp zehn Wochen vor Heiligabend kann dort endlich wieder Glühwein geschlürft und dem Gedudel von 'Last christmas' gelauscht werden. Schon seit 15 Jahren wird in der bayerischen 'Metropole' alljährlich Mitte Oktober das Winterdorf neben den noch geöffneten Eisdielen aufgebaut und lockt pro Saison mehr als 120.000 Besucher an.

Fulda kann da - zum Glück - noch nicht mithalten. Aber wer weiß, welche Begehrlichkeiten ein solches Vorbild bei Stadtmarketing und Tourismusmanagement weckt? Immerhin lassen die Besucher ja jedes Jahr eine Menge Geld an den Buden und Ständen und hängen sicher auch noch den einen oder anderen Stadtbummel an. Den Vertretern der christlichen Kirchen gefällt dieses 'Ausufern' der Adventszeit überhaupt nicht und an die massive Kritik bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes vor dem Totensonntag im vergangenen Jahr können sich die meisten sicher noch erinnern. Deshalb wird der Markt in diesem Jahr erstmals an einem Montag gestartet, nämlich einen Tag nach Totensonntag am 25. November.

Der Weihnachtsmarkt in Fulda Archivfotos: O|N

Und einen neuen Anlaufpunkt wird es in diesem Jahr erstmals auch auf dem Buttermarkt geben. Dort soll eine 'Fuldaer Eiszeit' mit Grillhütte, Ausschank an einer Eisbar und als Hauptattraktion eine Kunststoffrutsche auf Kunsteis große und kleine Besucher anlocken. Das Konzept stammt von Einzelhändlern und Gastronomen des zentralen Platzes, die auch vom vermehrten Kundenzulauf profitieren wollen. 

Kritik an 'Sonderkonditionen für auswärtige Händler' 

Doch nicht alle sind mit der Ausdehnung auf Museumshof, Friedrichstraße und Buttermarkt einverstanden. Die Kritik der „Kern-Weihnachtsmarkt-Beschicker“ richtet sich hauptsächlich gegen die unterschiedliche, als ungerecht empfundene Behandlung der Betreiber. Die Händler auf den so genannten  Sondernutzungsflächen müssten viel weniger Standmiete zahlen und dürften dafür auch noch länger aufhaben (abends und bis in den Januar), laute Musik abspielen, Gasflaschen dort deponieren und „hässliche“ Deko benutzen, während auf dem Weihnachtsmarkt am Uniplatz höhere Kosten und strenges Reglement den Betreibern „sauer“ aufstößt.

Der Pressesprecher der Stadt, Johannes Heller, stellt richtig, dass es grundsätzlich hinsichtlich der ordnungsrechtlichen Vorgaben sowie der Brandschutzbestimmungen keinerlei Unterschied zwischen den Flächen, die unter die Weihnachtsmarktsatzung fallen, und den Sondernutzungsflächen wie etwa dem „Winterwald" Unterm Hl. Kreuz oder der „Fuldaer Eiszeit“ am Buttermarkt gebe. Die Marktstände am Uniplatz im Geltungsbereich der Weihnachtsmarktsatzung zahlten eine pauschale Standgebühr für die gesamte Dauer des Weihnachtsmarkts, die sich nach dem Warenangebot sowie nach der Quadratmeterzahl des Standes richte. Dafür gebe es für diese Betreiber auch einen deutlichen "Mehrwert": In der Standgebühr enthalten sind alle Leistungen der Stadt für diese Fläche, insbesondere die Dekoration, das Sicherheitskonzept, der Sicherheitsdienst, die Elektro-Infrastruktur, Wasser und Abwasser, die Reinigung, das Marketing, das tägliche umfangreiche Kulturprogramm (Musikgruppen, Chöre, Kleinkünstler) bis hin zu den Gema-Gebühren.

Das Deponieren von Gasflaschen sei natürlich am einzelnen Stand nirgendwo gestattet. Auch die Vorgaben für die Öffnungszeiten seien auf den Sondernutzungsflächen analog zu den Vorgaben der Weihnachtsmarktsatzung geregelt. Der „Winterwald“, dessen Errichtung von einem Generalunternehmer organisiert wird, öffnet auch nach den Weihnachtstagen vom 27. bis 30. Dezember. Eine ähnliche Regelung für den Kern-Weihnachtsmarkt hätten die Marktbeschicker wiederholt mehrheitlich abgelehnt: Sie wollten nur bis zum 23.12. öffnen. Da steht auch nicht zu erwarten, dass es große Bestrebungen gibt, den Weihnachtsmarkt künftig schon kurz nach den Sommerferien starten zu wollen. (Carla Ihle-Becker) +++


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