Fassungslos steht Landwirt Christof Schäfer aus Nentershausen - Dens vor einem seiner toten Schafe - Fotos: Martin Engel

ROTENBURG/F. Genanalyse bestätigt

Nach Wolfsangriff in Dens weitere Schafe in Seifertshausen getötet

16.10.19 - Jetzt ist es sicher: Am Dienstag gab das Hessische Landesamt für Naturschutz und Umwelt bekannt, dass die vor zehn Tagen in Dens getöteten Schafe (OSTHESSEN|NEWS berichtete) von einem Wolf gerissen wurden. Eine Genanalyse sorgte nun für Klarheit.

Womöglich ist Meister Isegrim für weitere tote Tiere in der Region verantwortlich, in der Nacht von Sonntag auf Montag fielen zwei Schafe von Martin Schmidt aus Rotenburg- Seifertshausen einem bisher unbekannten Raubtier zum Opfer. Jogger, die am frühen Morgen an einer Weide von Schmidt vorbeiliefen, informierten den Nebenerwerbslandwirt über den Vorfall. „Ich bekam einen Anruf, dass meine Schafe aus der Koppel ausgebrochen seien. Außerdem berichteten die Leute von einem toten Schaf.“

Gleich sei ihm der Gedanke gekommen, berichtet Schmidt im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS, dass ein Wolf dieses Chaos angerichtet haben könnte. „Es hat lange gedauert, bis wir alle Schafe wieder eingefangen haben, ein zweites totes Tier wurde, rund einen Kilometer entfernt, gefunden.“ Eine Genprobe wurde genommen, die Ergebnisse stehen noch aus.

Erst vor rund zehn Tagen wurden ...

90 Zentimeter hoch war der Zaun, mit dem Schmidt versuchte, seine Tiere zu schützen. Außerdem führte dieser Strom, wie vom Umweltministerium empfohlen. „Gebracht hat es gar nichts“, meint der Nebenerwerbslandwirt resigniert. Die Aussagen von Außenstehenden in den sozialen Netzwerken, ein Schäfer sei selbst daran schuld, wenn eines seiner Tiere gerissen würde, machen Schmidt wütend. „Es ist immer einfach, mit dem Finger auf andere zu zeigen, wenn man selbst nicht betroffen ist und von der Materie eigentlich gar nichts versteht.“ Ein Herdenschutzhund so erklärt er beispielsweise, (diese werden regelmäßig bei Facebook und Co bei ähnlichen Themen gefordert) koste nicht nur Geld in der Anschaffung sowie im Unterhalt. „Ein solches Tier ist alleine auf der Weide bei den Schafen. In abgelegenen Gebieten, wie beispielsweise auf einem verlassenen Truppenübungsplatz in der Oberlausitz, mag das gut funktionieren. In unseren dicht besiedelten Gebieten, wo Menschen täglich überall spazieren gehen, könnte aber genau so ein Hund zum echten Problem werden.“

Herdenschutzhunde haben die Aufgabe, Schafe und Ziegen nicht nur vor einem Wolf, sondern beispielsweise auch vor streunenden Hunden zu schützen. Gerät nun ein Spaziergänger mit seinem Vierbeiner zu dicht an eine Herde, ist es denkbar, dass ein Herdenschutzhund angreift und den anderen Hund attackiert. Auch gab es bereits Vorfälle, dass Wanderer oder Biker gebissen wurden. „Ich will mir nicht vorstellen, was die Leute sagen würden, wenn so etwas passieren würde.“

Seine Schafe will Schmidt trotz des Vorfalls erstmal draußen lassen. „Ich habe rund 200 Tiere auf verschiedenen Weiden. Es bringt ja nichts, wenn ich nun alle schon in den Stall hole“, meint der Mann nachdenklich. „Spätestens im nächsten Frühjahr würde das gleiche Spiel von vorne beginnen.“ Nur, wenn wieder etwas passieren sollte, müssten alle Schafe in den Stall. Eines seiner Tiere, meint er, habe jedoch jetzt schon Glück: „Es wurde bei dem Angriff verletzt und gleich reingebracht.“ Anders als die anderen Schafe, meint er, sei wenigstens dieses bis ins kommende Jahr sicher. (mr) +++


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