Durch die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens werden nun drei neue Windkraftanlagen, anstatt der ursprünglich geplanten sechs, auf dem Homberg errichtet. - Symbolbild: pixabay

ALSFELD Viel Diskussion um neue Windenergieanlagen

"Windkraftsensible Vögel" spalten die Meinungen - Einvernehmen dennoch erteilt

18.10.19 - Die drei Windenergieanlagen vom Typ Vestas V 126 mit 137 Meter Nabenhöhe sowie 200 Metern Gesamthöhe im Bereich des Alsfelder Homberg beschäftigten die Kommunalpolitiker am Donnerstagabend in Alsfeld. Bei der Stadtverordnetenversammlung gab es viele Diskussionen, ob die Anlagen nun errichtet werden dürfen, oder nicht. Die Mehrheit sprach sie schlussendlich für die Windkraftanlagen auf dem Homberg aus.

Drei neue Windkraftanlagen soll es für den Windpark Homberg II geben. Doch so einfach war es dann doch nicht: die Stadt war sich uneinig. Vor allem der Schutz "windkraftsensibler Vogelarten" spaltete die Meinung der Politiker. Denn im Bereich, wo die Anlagen errichtet werden sollen, haben zwei Brutpaare des Schwarzmilans und des Rotmilans ihr Zuhause gefunden - sie stehen unter Naturschutz. Deshalb wurde vom Regierungspräsidium ein Schutzkonzept entworfen, das auch von der Oberen Naturschutzbehörde abgesegnet wurde. Laut OBN können die Anlagen aus arten- und naturschutzrechtlicher Sicht errichtet werden. Dennoch sind nicht alle von dem Schutzkonzept überzeugt, um dem Bau der Windkraftanlagen ihr Go zu geben. Denn bereits am vergangenen Dienstag gab es bei der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Stadtentwicklung viele Diskussionen über die drei Windkraftanlagen. Mit vier Ja-, vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung konnte der Ausschuss keine Beschlussempfehlung für die Stadtverordnetenversammlung geben.

Achim Quehl von der SPD äußerte seine Bedenken: "Diese Entscheidung ist kein Verwaltungsvorgang, es ist eine Gewissenssache." Er sieht vor allem durch die Vogelbrutpaare die Chance, dass weitere Vögel geboren werden und die sich im Gebiet ansiedeln. Doch diese Voraussetzung könne nicht gegeben sein, wenn die Tierwelt durch solche Maßnahmen geschwächt wird - "dort herrscht nun mal das Gesetz des Stärkeren". Quehl stellte auch die Frage in den Raum, ob nicht vom Regierungspräsidium Gießen Gesetze umgangen werden, damit die Landesregierung gewisse Ziele erfüllt, die sonst nicht erfüllt werden könnten. Die SPD war sich einig:" Wir haben eine klare Meinung und diese bringen wir bei der Abstimmung auch deutlich zum Ausdruck."

Bürgermeister Stephan Paule erläuterte am Anfang der Sitzung, dass vom RP Gießen alle Unterlagen entsprechend geprüft wurden - und auch die Stadt habe ihre Hausaufgaben gemacht und ebenfalls die Dokumente umfänglich durchgesehen. Deshalb plädierte er dafür, dem Einvernehmen zuzustimmen. "Man muss beachten, dass ein Abstand von 1.200 Meter zu Siedlungsgebieten angehalten wird. Das gibt es sonst nirgendwo und ist hessenweit einzigartig."

Das überzeugte auch Alexander Heinz von der CDU. "Außerdem müssen wir uns darauf verlassen, dass gründlich und ordentlich geprüft wurde. Der Vorwurf, dass Gesetze missachtet werden, ist hier fehl am Platz", findet er. Auch für Heinz sei es keine einfache Entscheidung gewesen, "doch wir begeben uns als Vertragspartner auf dünnem Eis und wären nicht mehr glaubwürdig." 15 seiner Kollegen sahen dies ebenfalls so und stimmten dem Antrag zu. SPD und ALA stimmten mit zehn Nein-Stimmen dagegen, zwei enthielten sich der Abstimmung. Durch die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens werden nun drei neue Windkraftanlagen, anstatt der ursprünglich geplanten sechs, auf dem Homberg errichtet. (Luisa Diegel) +++


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