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Andreas Hoppe erhebt seine Stimme für Ökologie, Umwelt, Ethik und Fragen des Tierschutzes. - Fotos: Gudrun Schmidl

BAD HERSFELD Feuer drauf auf jeden Wolf?

Leidenschaftliches Plädoyer für den Wolf von Ex-Tatort Kommissar Hoppe

27.10.19 - Andreas Hoppe ist fasziniert von Wölfen – seit über 20 Jahren. Wie alles begann und worauf sein Engagement für Natur, Umwelt und die Wölfe fußt, beschreibt der Ex-Tatort-Kommissar in seinem sehr persönlichen engagierten Buch „Die Hoffnung und der Wolf“, das er kürzlich auf der Frankfurter Buchmesse vorstellte. Am Freitagabend fand in der Hoehlschen Buchhandlung in der City-Galerie die deutschlandweite Premierenlesung statt. Hoppes leidenschaftliches Plädoyer für den fairen Umgang mit den Wölfen und die Natur fand bei den zahlreichen interessierten Zuhörern Gehör und Gefallen.   

Der Autor ist ein bekannter Schauspieler auf der Theaterbühne und beliebt und gern gesehen in Filmen und im Fernsehen. 22 Jahre verkörperte er den Kommissar Mario Kopper, mit sizilianischen Wurzeln im Ludwigshafener Tatort. Seit vielen Jahren engagiert er sich privat mit viel Zeitaufwand für Ökologie, Umwelt, Ethik und Fragen des Tierschutzes. Er drehte den Dokufilm „Schüsse in der Wolfsheide“ und ist als Wolfsbotschafter des Nabu aktiv. „Momentan ist das Thema politisch richtig schwierig, weil es mittlerweile auch ganz klare Gegenpositionen gibt“.

Das Buch schrieb er unter einem gewissen Zeitdruck, denn die Bundesregierung entscheidet zeitnah über einen Gesetzentwurf zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes. Der Streit um die Wölfe soll so geschlichtet und der Abschuss vereinfacht werden. Doch: Es geht dabei nicht nur um den Wolf. Einige Änderungsvorschläge stellen einen Angriff auf das Artenschutzrecht an sich dar – ein fatales Signal in Zeiten alarmierender Berichte über den allgegenwärtigen Artenschwund.

Andreas Hoppe will gerade noch rechtzeitig seine Stimme öffentlichkeitswirksam erheben. Genau wie der BUND kritisiert er, dass künftig nach Rissen von Weidetieren ganze Wolfsrudel abgeschossen werden können. Stattdessen ist es notwendig, den Wolf zu identifizieren, der die Schäden verursacht und nur ihn nach klaren Kriterien zum Abschuss freizugeben. Hoppe zeigt großes Verständnis für die Sorgen und Nöte von Bauern und Schäfern, deren Tiere gerissen werden. Zum Konflikt zwischen Mensch und Wolf kommt es vor allem, wenn Weidetiere nicht ausreichend geschützt sind. Der Herdenschutz ist unumgänglich und auch der Einsatz von Herdenschutzhunden hat sich bewährt. Daneben sieht Hoppe die Politik in der Pflicht, Herdenschutz ausreichend finanziell auszustatten.

Der Wolfsbotschafter weiß um die schlechte Lobby des Wolfes, der die Menschen in zwei Lager spaltet. Hoppe appelliert aber umso eindringlicher, die historische Chance, mit unserem neuen Nachbarn zu leben, zu ergreifen. Er verweist auf das aktuelle sechste große Artensterben, erstmals von Menschenhand gemacht.  Für sein Anliegen „Mit der Natur zu leben“ ist Andreas Hoppe fast wie ein Tatort-Kommissar im Einsatz. Er trifft Menschen, die freilebenden Wölfen aus unterschiedlichen Perspektiven begegnen – vom Staatssekretär über den Herdenschutzbeauftragten bis zum Wildtierfotografen und Weidetierhalter. Sie alle stellen sich den Fragen nach dem Miteinander von Mensch und Wolf.         

Kaum ein Tier ist so mystisch und archaisch aufgeladen wie der Wolf. Im Märchen frisst er unschuldige Kinder, durch Filme geistert er als gruseliger Werwolf – Angst und Faszination zugleich. Im Zoo oder in Wildgehegen sind Wölfe die Publikumsmagneten. In der freien Wildbahn aber, da herrscht Angst. Seit dem Jahr 2000 ist der Wolf ganz real in unsere Breiten zurückgekehrt. Der vom Menschen hierzulande ausgerottete und über Jahrhunderte verteufelte Wolf lebt wieder in Deutschlands freier Wildbahn. Die Tiere wurden nicht ausgesetzt, sondern haben auf eigenen Pfoten aus Polen und Rumänien kommend zurück gefunden.

In seinem vorgestellten Buch vermischt Andreas Hoppe fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse mit eigenen sehr persönlichen Erlebnissen zum Beispiel in Kanada, wo der Schauspieler „im Hier und Jetzt“ glücklich war, das einfache rustikale Leben genoss und die atemberaubende Weite und Stille in sich aufsog. In diesem Umfeld kam es auch zu seiner ersten Begegnung mit einem Wolfsrudel. Sein dauerhafter Einsatz für die Wölfe begründet sich in dieser Zeit. Ein wichtiges Buch, das die Zuhörer faszinierte. Bei der anschließenden Diskussion kamen auch die Schafsrisse in der Region zur Sprache. Alle Fragen wurden von dem Wolfsexperten zufriedenstellend beantwortet. Danach signierte Andreas Hoppe sein zahlreich gekauftes Buch. Auch gewünschte Lesungen wurden an diesem Abend angefragt. (Gudrun Schmidl) +++


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