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Jedes Jahr das gleiche Bild: den Bad Hersfelder Festspielen droht abermals ein Defizit im sechsstelligen Bereich. - Foto: Stefanie Harth

BAD HERSFELD Budget reicht nicht aus

Bad Hersfelder Festspiele: Defizit in Höhe von 480.000 Euro droht

01.11.19 - Hiobsbotschaft im Haupt- und Finanzausschuss (HFA): Abermals droht den Bad Hersfelder Festspielen ein hohes Defizit. Von 480.000 Euro ist aktuell die Rede. Das geht aus der Risikobewertung hervor, die Stadtkämmerer Wilfried Herzberg erstellt und die Andrea Jung, die kaufmännische Leiterin der Festspiele, den Mitgliedern des Gremiums näher erörtert hat.

Laut Herzberg könne das Defizit zwar mit außerplanmäßigen Mitteln aus dem laufenden Haushalt gedeckt werden – die Liquidität sei gegeben –, allerdings macht sich trotzdem Riesen-Ernüchterung unter den Ausschussmitgliedern breit. „Die Festspiele stimmen mich nachdenklich“, sagt HFA-Vorsitzender Bernd Böhle (FDP). „480.000 Euro – das sind 34 Prozent des städtischen Budgets, das bei 1,4 Millionen Euro liegt. Das kann ich nicht akzeptieren.“

„Es läuft nicht nur ein bisschen, sondern wiederholt sehr stark aus dem Ruder“, moniert Carsten Lenz (SPD). Jürgen Richter (FWG) stellt in den Raum: „Können wir uns die Festspiele in dieser Dimension noch leisten?“ Am Montag seien die Würfel bereits gefallen, merkt Karsten Vollmar (SPD) an: „Der Spielplan für 2020 steht. Und täglich grüßt das Murmeltier…“

Wie Andrea Jung erläutert, resultiere das Minus aus Personalkosten und dem Wegfall der ursprünglich geplanten Wiederaufnahme des Musicals „Funny Girl“. „Mit einer zweiten Auflage von ‚Funny Girl‘ in 2020 hätten wir die Stiftsruine nicht voll bekommen“, meint die kaufmännische Leiterin. Dass die Personalkosten rund 300.000 Euro höher als angesetzt ausfallen, führt Jung auf Krankheitsvertretung sowie auf Auszahlungen von Überstunden und Urlaubstagen zurück.

„Das ist ein Vabanquespiel“, untermauert Jung. „Personalkosten dienen dazu, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.“ Ziel sei es, für die nächste Saison mehr Puffer einzuplanen. Wiederholt fordern die Festspielmacher mehr Planungssicherheit: Es bedürfe eines langfristigen Geschäftsmodells. „Es ist nicht damit getan, wenn wir beispielsweise ein Stück weniger spielen oder die Spielzeit verkürzen“, gibt Jung zu bedenken. Eichhofinszenierung, Sprechtheater und Familienstück müssten kontinuierlich querfinanziert werden.

Im nächsten Sitzungszug im Dezember werden sich HFA und Stadtverordnetenversammlung ausgiebig mit dem drohenden Festspieldefizit beschäftigen. Um es zu decken, müssten in gewohnter Manier außerplanmäßige Mittel aus dem laufenden Etat bereitgestellt werden – und die sind laut Stadtkämmerer vorhanden.

Kostenexplosion beim Festspiel-Multifunktionsgebäude?

Für großen Missmut sorgt zudem der Statusbericht über das geplante Multifunktionsgebäude für die Festspiele. Ein Hessentagsprojekt, das in die Hände der städtischen Wirtschaftsbetriebe übergeben wurde. Zur Bedingung hatte die Stadtverordnetenversammlung gemacht, dass das Investitionsvolumen 5,1 Millionen Euro nicht überschreiten dürfe. Aktuell beläuft sich die Kostenschätzung auf rund 7,7 Millionen Euro.

„Ich bin fürchterlich enttäuscht“, sagt Hans-Jürgen Schülbe (UBH). Erster Stadtrat Gunter Grimm (CDU) weist darauf hin, dass die Diskussion in die Wirtschaftsbetriebe gehöre. Was bleibt, ist die Ernüchterung. (Stefanie Harth) +++


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