Die Bühne ist bis zum ersten Auftritt ein Geheimnis: Johanna Gieß, Andrea Hausmann und Conny Habermehl proben ihre Szene. - Fotos: Andrea Hausmann

GEMÜNDEN Großes Probenwochenende

Der Text muss sitzen: Ehringshäuser Laienspielgruppe ist bereit für den Auftritt

05.11.19 - Seit Juni proben die Akteure der Ehringshäuser Laienspielgruppe schon das Stück „Neurosige Zeiten“ von Winni Abel. Doch der Höhepunkt der Proben ist in jedem Jahr das allseits bekannte Probenwochenende. Von Freitag bis Sonntag versammeln sich alle Mitwirkenden vor, auf und hinter der Bühne und es wird jede Szene bis ins kleinste Detail durchgespielt.

Alle kleinen Fehler, die noch bestanden, werden ausradiert und das Stück perfektioniert. Genau dieses Probenwochenende begann am vergangenen Freitag. Doch die drei Tage bieten nicht nur Platz, um jeden Auftritt bis ins genauste zu üben, sondern auch um Maske, Frisur und Kostüme auszutesten. Es wird geschminkt, frisiert und ausprobiert. Outfits werden gewechselt, getauscht und abgeändert. Am Ende dieser Probentage soll für jede Rolle das passende Gesamtbild feststehen. Erst durch dieses Gesamtbild findet sich ein Schauspieler richtig in seine Rolle ein. „Es ist wichtig, keine persönlichen Accessoires oder Kleidungsstücke zu tragen. Erst mit einem Kostüm, das zur Rolle passt, fühlt man sich erst richtig in diese Figur hinein“, erklärt Regisseur Thomas Tomaschewski.

Die drei Tage finden stets im Saale Schott statt, wo auch die feste Bühne der Amateurtheatergruppe steht. Seit Monaten wird am Bühnenbild gearbeitet, neue Möbel werden zusammengestellt, es wird tapeziert und gestrichen. Auch Requisiten werden nach und nach passend zum Stück organisiert. Wichtig für die Akteure ist es, schon zu Beginn mit Requisiten zu spielen, um authentisch zu wirken. Auch wenn in den Wochen vorher noch manche Requisite nur übergangsweise genutzt wurde, sollten in den heißen Tagen alle Requisiten genutzt werden, die auch bei den Aufführungen zu sehen sind. Vor ein paar Jahren wurde ein kleiner Schminkraum ausgebaut. Dort können die Schauspieler ihre Kostüme aufbewahren, werden dort geschminkt und frisiert. Auch während den Probentagen wird dieser Raum zum Ausprobieren genutzt. Da der Saal zu einem ehemaligen Lokal gehört, besteht auch noch der alte Gastwirtschaftsraum. In freien Phasen, in denen Schauspieler gerade nicht auf der Bühne sein müssen, ist Zeit, um in diesem separaten Raum Text zu üben. Außerdem ist dort auch jederzeit Platz für gemeinsame Gespräche oder kleine Ruhezeiten. Gemeinsam pausiert oder isst das Ensemble dort gemeinsam mit allen weiteren wichtigen Personen, die zum Stück beitragen.

Aber nicht nur für Schauspieler, Maske oder Friseur ist dieses Wochenende wichtig. Der Regisseur hat die bedeutende Aufgabe, an jeder Szene zu feilen, bis das Gesamtspiel perfekt ist. Alle Szenerien werden so oft wiederholt, bis es für den Regisseur ideal erscheint. Er leitet die Akteure und führt sie mit Planung und Struktur durch das Wochenende. Doch auch die Souffleusen dürfen nicht vergessen werden, denn selbst Profis können kleine Texthänger passieren. Es genügt jedoch nicht, das Stück einmal mitzulesen und einzugreifen, wenn der Text fehlt. Die Souffleusen müssen das Stück genauso kennen wie alle anderen des Ensembles – wenn nicht noch mehr. Sie müssen jede Sprechpause oder Aktionspause auf der Bühne kennen, um zu wissen, wann es Zeit ist, einzugreifen. Zu früh den Text vorzusagen ist sehr gefährlich, da es den Schauspieler sehr schnell aus dem Konzept bringen kann. Deshalb ist das Wochenende auch für die drei Souffleusen der Laienspielgruppe wichtig, um das Stück mit all seinen Details zu verinnerlichen.

Die Handlung

Wie empfängt man Besuch in einer Psychiatrie, ohne dass der Besucher merkt, dass er in der Klapsmühle ist? Mit diesem Problem muss sich Agnes Adolon nun herumschlagen. Ihre Mutter, Führerin einer reichen Hoteldynastie, meldet nämlich ganz unerwartet Besuch an. Agnes setzt sofort alles Mögliche in Kraft, um ihre Mitbewohner in ihrer Irren-WG ganz normal erscheinen zu lassen. Mehr noch: Die WG-Zimmer sollen glänzen wie in einer reichen Villa, wenn ihre Mutter anreist. Doch da hat sie den Plan nicht mit der menschenängstlichen Waltraud, der wahnhaften Marianne und der manisch-depressiven Künstlerin Desirée Doldas gemacht. Und dann soll der zwangsneurotische Hans auch noch ihren Lebenspartner spielen. Als dann noch immer mehr ungebetener Besuch die Psychiatrie betritt, nimmt das verrückte Verwechslungsspiel seinen Lauf. Doch zum Glück müssen alle zum guten Schluss feststellen, dass ein bisschen verrückt vielleicht doch ganz normal ist. (Andrea Hausmann) +++


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