v.l Matthias Feuerstein, S. Gutermuth, Landrat Bernd Wolde, Uta Riegel, Michael Friedrich (Leiter VHS Kreis Fulda), Prof Dr. Wassilios E. Fthenakis, Gunter Geiger (Leiter Bonifatiushaus), Julian Heins, Lisa Laibach (Pressestelle Landkreis Fulda) - Fotos: Felix Hagemann

FULDA Bildungskonferenz im Bonifatiushaus

Digitaler Wandel - "Die künstliche Intelligenz wird alles verändern"

13.11.19 - 70 Prozent der heutigen Berufe wird es in 20 Jahren in dieser Form nicht mehr geben. Kinder, die jetzt in den Kindergarten kommen, werden nicht vor 2040 in die Arbeitswelt eintreten. Wie sich diese bis dahin entwickelt, ist noch vollkommen unklar. Schon jetzt gibt es Maschinen und Algorithmen, die beispielsweise große Teile der Arbeit eines Juristen übernehmen und dabei auch noch zuverlässiger arbeiten. Viele unserer Lebensbereiche werden durch die Digitalisierung auf den Kopf gestellt. Dazu gehört auch die Bildung. Wie bereitet man also ein Kind auf eine Welt vor, von der man noch nicht einmal weiß, wie sie in Zukunft aussehen wird?

"Das Bildungssystem steht vor seiner größten ...

Zeitgleich mit der ARD Themenwoche hat sich auch das Bildungsbüro der Region Fulda in seiner Bildungskonferenz mit diesem Thema auseinandergesetzt. Dass das Thema von enormer Bedeutung ist, macht auch die Zahl der Anmeldungen noch einmal deutlich. 200 Teilnehmer waren am Dienstag im Bonifatiushaus in Fulda dabei, um über das Thema Bildung im digitalen Wandel zu diskutieren und dem Fachvortrag des renommierten Bildungsforschers und Psychologen Professor Dr. Wassillos E. Fthenakis zu lauschen.

Seine Analyse fällt knallhart aus. "Mit dem Bildungssystem des 20. Jahrhunderts kommt das Land nicht mehr weiter. Die künstliche Intelligenz wird alles verändern." Er stellt die Frage, welche Kompetenzen wir in Zukunft noch brauchen. Aus Fthenakis Sicht sind die Zeiten der stupiden Wissensvermittlung vorbei. Klassische Schulfächer wie Mathematik und Geschichte werden in Zukunft an Bedeutung verlieren. Es gehe vielmehr darum, Vielfalt mit differenziellen Bildungsangeboten zu fördern. Für ihn ist eine Stärkung der kindlich Entwicklung unabdingbar. Fthenakis nimmt dabei auch den Staat in die Pflicht. "Die größten Erfolge zeigen Bildungsinvestitionen im Vor- und Grundschulalter. Derzeit steckt der Staat aber das meiste Geld in die Bereiche ab der Sekundarstufe zwei", sagt er.

Moderatorin Lisa Laibach

Landrat Bernd Wolde

Leiter des Bonifatiushaus: Gunter Geiger

Das Bildungssystem steht vor der größten Herausforderung seiner Geschichte. In Zukunft müssen Kinder auf Arbeitsplätze vorbereitet werden, die es jetzt noch gar nicht gibt. Nichtsdestotrotz solle man der Digitalisierung offen gegenüberstehen, so Fthenakis. Schon jetzt gäbe es viele positive Auswirkungen. Schüler lernen durch moderne Technik mit mehr Spaß, Abwechslung und Vielfalt. Migranten und Flüchtlinge wird durch spezielle Lernapps das deutsch lernen erleichtert.

All das macht Mut für die Zukunft. Dennoch gibt es noch viel zu tun. "In den vergangenen Jahren gab es mehr technische Innovationen als in den 150 Jahren zuvor. Darauf müssen wir richtig reagieren", sagt der Träger des Bundesverdienstkreuzes. Damit unsere Kinder auch in 20 Jahren einen sicheren Arbeitsplatz haben. (fh)+++


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