Das Inselgebäude liegt den Bebranern am Herzen. - Fotos: Gudrun Schmidl

BEBRA Inselgebäude wird vollumfänglich saniert

Parlament gibt trotz Kostenexplosion grünes Licht - anzuhalten ist nicht sinnvoll

17.11.19 - Die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, bei der rund vier Stunden lang 19 Tagesordnungspunkte abgearbeitet werden mussten, begann mit einem Donnerschlag. Stadtverordnetenvorsteher Herbert Börner rügte Bürgermeister Uwe Hassl für seine öffentlich geäußerte Formulierung „Jetzt wird zurückgeschossen“, die er an die Nachbarstadt Rotenburg an der Fulda gerichtet hatte. Börner betonte: „Adolf Hitler hatte den Begriff benutzt, als er den Überfall Deutschlands auf Polen im September 1939 rechtfertigte“.

Grund für Uwe Hassls unbedachte Äußerung ist die Resolution, die die Rotenburger CDU-Fraktion vom Stadtparlament verabschiedet haben möchte. Darin wird die von der Bahn-Gewerkschaft GDL geforderte Erweiterung des Suchkorridors für die Bahnstrecke Fulda-Gerstungen in Richtung Norden, also Rotenburg, abgelehnt. Ohne eine Erweiterung des Suchraums kann die neue Trasse nicht über den Bahnhof Bebra führen. „Die historische Bedeutung war mir so nicht bewusst“, sagte Hassl im Parlament und entschuldigte sich für den Ausdruck.

Die Kenntnisnahme der Kostenentwicklung und die Festlegung, in welchem Umfang der Ausbau des Inselgebäudes vorangetrieben werden soll, lag an diesem Abend in der Verantwortung der Parlamentarier, die entscheiden mussten, ob das denkmalgeschützte Bauwerk komplett saniert wird oder ob es bei einem Teilausbau bleibt. Derzeit gehen die Planer von Kosten in Höhe von 8,9 Millionen Euro für den Vollausbau aus. 2018 wurde noch mit 5,7 Millionen Euro gerechnet. Die Stadt stemmt 2,5 Millionen Euro (bisher: 900.000 Euro). Die Kostenexplosion begründet sich mit dem deutlich schlechteren Zustand des Gebäudes als zunächst angenommen, der Preissteigerung im Baugewerbe und einer aufwendigen Asbestentsorgung mit Zusatzkosten von rund 350.000 Euro.

Uwe Hassl Archivfotos (2): Gudrun Schmidl

Die zweite Möglichkeit: der Südkopf des Inselgebäudes wird zunächst nur so weit saniert, dass die Förderung nicht gefährdet wird. Die Gesamtkosten des Projekts würden auf 7,7 Millionen Euro sinken. Damit entfiele die Möglichkeit, den Gebäudeteil zu vermieten – Interessent ist der VR-Bankverein, der dort ein Gründerzentrum errichten will. Auch die geplante Ausstellung „Grenzbahnhof Bebra“ müsste schrumpfen.

Herbert Börner

Einen Antrag der CDU, im Haupt- und Finanzausschuss erneut über Alternativen zu beraten, lehnte die Mehrheit ab. Für die CDU-Fraktion sind die Kosten völlig aus dem Ruder gelaufen und schlug vor, innerhalb einer 14-tägigen Frist mit den Verantwortlichen mögliche Kosteneinsparungen zu erarbeiten und erst in der Dezembersitzung abzustimmen. „Sich in die Ausschüsse zu flüchten sei nicht möglich“, sagte Bürgermeister Uwe Hassl. Eine „Ehrenrunde“ über die Ausschüsse lehnte auch die SPD ab. „Dann können wir das Projekt gleich an den Nagel hängen“, befürchtet Stefanie Koch. Eine Verzögerung, etwa bei den Ausschreibungen für die Baufirmen, wollten die Sozialdemokraten auch mit Blick auf die Förderfrist, die im kommenden Jahr ausläuft, nicht hinnehmen. Auch Stefan Krug (Gemeinsam) erteilte der Teilsanierung eine Absage: „Noch mal anzuhalten ist nicht sinnvoll“. Das Abstimmungsergebnis für den Vollausbau: 20 Ja-Stimmen bei elf Enthaltungen. (Gudrun Schmidl) +++


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