Der Leistungskurs Biologie der Freiherr-von-Stein- Schule bei der Exkursion im Klinikum - Foto: Freiherr-von-Stein-Schule

FULDA Leistungskurs Biologie

Besuch am Institut für Pathologie des Klinikums Fulda

27.11.19 - Ungläubige und fragende Blicke waren die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler des Biologie-Leistungskurses der Q1-Phase der Freiherr-vom-Stein-Schule, als sie erfuhren, dass sie die Gelegenheit erhalten sollten, das Institut für Pathologie des Klinikum Fulda zu besuchen.

Im Rahmen der langjährigen, erfolgreichen Kooperation zwischen dem Fuldaer Gymnasium und dem Klinikum Fulda führte zunächst Frau Prof. Dr. Gabriele Köhler, Direktorin des Instituts für Pathologie, die Teilnehmenden in die vielfältigen Arbeitsfelder der Pathologie ein, von denen nur eines die Obduktion von Leichen ist. Hauptaufgabe eines Pathologen ist die Begutachtung von Gewebeproben, die während Operationen, Punktionen oder Biopsien entnommen werden. Die Präparate werden zunächst von außen begutachtet, dann von Laboranten zur Konservierung und Fixierung in Formalin eingelegt und in hauchdünne Scheiben geschnitten. Nach Übertragung auf einen Glasobjektträger und spezieller Anfärbung erfolgt die Untersuchung mit dem Mikroskop. Auf dieser Grundlage erstellt der Pathologe eine Diagnose und übermittelt den Befund an den behandelnden Arzt, der über weitere Therapieschritte entscheidet.

Auch während ein Patient operiert wird, werden im Institut für Pathologie „Schnellschnitte“ untersucht, sodass der Chirurg für die weitere Operation wichtige Entscheidungen treffen kann und dem Patienten möglicherweise ein weiterer Eingriff erspart bleibt.

Die Anfänge der Pathologie - so berichtet Frau Prof. Dr. Köhler – liegen bereits im Mittelalter, wo man nach krankhaften Veränderungen an Organen gesucht hat. Als Begründer der modernen Pathologie gilt Prof. Dr. Rudolf Virchow, der Mitte des 19. Jahrhunderts unter anderem an der Berliner Charité wirkte. Prof. Dr. Köhler zu Folge beschäftigt sich ein Pathologe im Vergleich zu vielen anderen Fachrichtungen in der Medizin mit allen Bereichen des menschlichen Körpers, entsprechend umfangreich sei die Ausbildung. Im deutschsprachigen Raum gibt es derzeit etwa 1.400 Pathologen, aufgrund der wachsenden Anforderungen in diesem Fach sieht sie einen deutlich höheren Bedarf und wirbt für die Aufnahme eines Medizinstudiums und anschließender Spezialisierung im Fach Pathologie.

Frau Prof. Dr. Köhler zeigte den Schülerinnen und Schülern anschließend einige Operationspräparate, bei denen es sich hauptsächlich um Tumore handelte, und wies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung von Früherkennungsuntersuchungen und einer gesunden Lebensweise hin.

Neben den mikroskopischen Untersuchungen nehmen genetische Methoden eine zunehmend wichtige Rolle in der Pathologie ein. Die Molekularbiologin im Institut für Pathologie, Frau Dr. Verena Böhmer, erklärte, wie DNA aus Tumorzellen isoliert und mittels der Polymerase-Chain-Reaction (PCR) vermehrt wird. Nach Identifikation und Sequenzierung relevanter Gene kann ausgehend von den vorliegenden Mutationen unter der Vielzahl möglicher Therapien die wirksamste für den jeweiligen Patienten ausgewählt werden. So wird kostbare Zeit gespart und dem Patienten bleiben unter Umständen nebenwirkungsreiche Therapien erspart.

Die Schülerinnen und Schüler erhielten an diesem außerschulischen Lernort überaus interessante Einblicke in die Pathologie. Darüber hinaus wurde ihnen explizit vor Augen geführt, dass im Unterricht erworbene fachliche Kompetenzen auch außerhalb der Schule Anwendung finden. Des Weiteren konnten sie hinsichtlich ihrer Studienwahl viele wertvolle Eindrücke erhalten. (pm) +++


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