Die Schäden sind zu groß, die „2 halbe Eichen“ in Rimbach müssen gefällt werden, doch an der Stelle soll ein neuer Baum gepflanzt werden. - Foto: Susanne Jost/Vogelsbergkreis

SCHLITZ Holzzersetzende Pilze auf dem Vormarsch

Massive Schäden: „2 halbe Eichen“ nicht mehr zu retten

28.11.19 - Die Schäden sind einfach zu gravierend, das Naturdenkmal „2 halbe Eichen“ in Rimbach ist nicht mehr zu retten, die im Dorf auch als Friedenseichen bekannten Bäume müssen gefällt werden. Dies teilt die Untere Naturschutzbehörde des Vogelsbergkreises nach der jüngsten Sitzung des Rimbacher Ortsbeirates mit.

Vermutlich 1871 waren die beiden Eichen an der Kreuzung Rimbacher Straße/Troßbachtal gepflanzt worden. „150 Jahre sind für Stieleichen eigentlich kein Alter, trotzdem müssen die beiden Bäume, die eine Einheit bilden, nun gefällt werden“, heißt es in einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung.

Standortbedingte Wurzelschäden und ein Blitzschaden im Juni 2007, der gravierende Schäden an den beiden Bäumen anrichtete, sowie die Trockenheit der letzten beiden Jahre führten zur Schwächung des Naturdenkmals. Bislang konnte durch zahlreiche Pflegemaßnahmen und Rückschnitte, die teilweise durch Gutachter festgelegt wurden, der Erhalt gesichert werden.

Die letzte Kontrolle zeigte allerdings, dass holzzersetzende Pilze verschiedener Arten auf dem Vormarsch sind, dass die Rinde teilweise in großen Stücken abgeworfen wird, dass Faulstellen schnell größer werden und dass die Vitalität der gesamten Krone stark nachlässt.

Im Dezember 2018 wurde noch einmal eine Kronenpflege zur Totholzentnahme durchgeführt. Doch der leichte Rückschnitt hatte keinen stärkeren Austrieb mehr ausgelöst und die Krone des nördlichen Baumes blieb den ganzen Sommer über schütter.

Auch Teile der Krone an der südlichen Eiche sind durch eine Faulstelle nicht mehr bruchsicher, trotz mehrmaliger Reduktion des Starkastes.

Hinzu kommt: Bei der anhaltenden Belastung durch die Trockenheit hatten die holzzersetzenden Pilze leichtes Spiel, der Baum konnte keinen großen Widerstand mehr leisten.

Eine sehr starke Kronenreduktion oder eine Fällung sind die einzigen Möglichkeiten an einem solch hochfrequentierten Standort.

In der jüngsten Ortsbeiratssitzung wurde unter Einbeziehung des städtischen Bauhofes und längerer Beratung durch die Untere Naturschutzbehörde daher der einstimmige Beschluss gefasst, die „2 halbe Eichen“ zu fällen. Eine Neupflanzung wird durch die Stadt Schlitz gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde des Vogelsbergkreises am gleichen Standort durchgeführt werden. (pm)+++


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