Sara Kautzsch ist stellvertretende Einrichtungsleiterin im Mediana Pflegestift und hält ein Diplom im Bereich Pflegewirtin. - Foto: Mediana Holding

FULDA Aktiv agieren für eine bessere Pflege

Mediana Gruppe setzt Neuerungen beim Pflege TÜV um

28.11.19 - Über Notstand in der Pflege wird derzeit allenthalben gesprochen: Personalmangel auf Klinikstationen, enge Taktung in der individuellen Altenpflege. Dass Politik und Fachbranche gemeinsam bereits im Jahr 2008 mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz die ersten Schritte für mehr Qualität und Transparenz in der stationären Langzeitpflege und ambulanten Pflege gegangen sind, wird derzeit in der öffentlichen Diskussion vergessen. Mit Einführung dieses Gesetzes werden seitdem regelmäßig in Pflegeeinrichtungen Überprüfungen durchgeführt und in einem Schulnotensystem für die Öffentlichkeit dargestellt.

Bundesweit erhielten die Einrichtungen bei dieser Darstellung der Qualität Bestnoten. Für die Angehörigen von Menschen in der Pflege war es indes kaum möglich, die tatsächliche Güte in der Versorgung abzulesen. Ein transparenter „Pflege TÜV“ wurde notwendig und mit dem Pflegestärkungsgesetz (PSG) 2 im Jahr 2015 als umfassende Reform eingeleitet. Die Einführung eines Katalogs von Anzeigekriterien – der sogenannten Qualitätsindikatoren – soll dabei die Ergebnisqualität für die Öffentlichkeit transparenter gestalten. Die Indikatoren geben an, ob eine Einrichtung im Vergleich zu anderen besser oder schlechter ist.

Altenpflegeeinrichtungen müssen nun zwei Mal im Jahr diese Qualitätsindikatoren an die Datenauswertungsstelle (DAS) senden. Die Beurteilung der Kriterien soll diejenige Pflegekraft in einer Einrichtung übernehmen, die hauptsächlich für den Bewohner zuständig ist. Die so ermittelten Daten werden durch diese unabhängige Stelle auf Plausibilität geprüft. Ein Beispiel: Wenn eine Einrichtung der DAS die Information sendet, dass Bewohner X Unterstützung bei der Körperpflege benötigt, sich aber gleichwohl noch selbstständig ankleiden kann, klingt das nicht plausibel.

Seit 1. November dieses Jahres kommt nun auch die externe Überprüfung der Daten ins Spiel, die einmal im Jahr durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) oder die Private Krankenversicherung (PKV) stattfindet. In dieser Überprüfung werden dann Pflegeeinrichtungen auf die Plausibilität der gesendeten Daten geprüft. Dabei wird nicht allein auf das Vorhandensein entsprechender Dokumentationen geschaut, sondern auch das Gespräch mit Pflegemitarbeitern gesucht und auch der einzelne Bewohner selbst wird mit einbezogen.

Mediana Arbeitsgruppe gebildet

Für die Einrichtungen bedeutet das eine komplette Veränderung der bisherigen Überprüfungen. Seit Mai 2019 beschäftigt sich auch Mediana intensiv mit dieser Neuerung. Die Bildung einer Arbeitsgruppe, bestehend aus dem zentralen Qualitätsmanagement, den Pflegedienstleitungen und deren Stellvertretern aus den Pflegeeinrichtungen, soll alle Mediana Einrichtungen darauf vorbereiten, wie sie die Qualitätsindikatoren erheben können. Die Schulung der Führungskräfte, Wohnbereichsleiter und Pflegefachkräfte, die im Juli dieses Jahres stattfand, stand dabei im Vordergrund. Um die technische Voraussetzung zur Zusendung von Daten zu schaffen, musste ein erweitertes Tool der bisherigen Dokumentationsplattform angeschafft werden. Interne Prozesse wurden zum Teil verändert, um Fragen aus der Qualitätsüberprüfung schnellstmöglich beantworten zu können, beispielsweise „Ist der Bewohner in den letzten sechs Monaten gestürzt, wenn ja wann?“ Diese Frage muss schnell beantwortet werden können, ohne lange in der Dokumentation suchen zu müssen.

Für das zentrale und das interne QM gibt diese neue Überprüfung Anlass zu neuem Denken. Es stellt sich zum Beispiel die Frage, wie eine Pflegeeinrichtung, die im Bereich „Erhalt der Mobilität“ schlechter als eine andere Einrichtung abgeschnitten hat, eine Verbesserung erreichen kann. Dabei steht nicht das Erstellen der „perfekten“ Dokumentation im Vordergrund, sondern vielmehr das eigenverantwortliche Handeln und die Fachkompetenz der Pflegekräfte. Ziel der Maßnahmen ist es, eine bestmögliche Qualität in der Pflege zu erreichen, auch wenn die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit dazu derzeit nicht optimal ist. (pm) +++


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