Abschlussveranstaltung Breitbandausbau Nordhessen, Bad Emstal, (v.l.n.r.) Dr. Reinhard Kubat (Landrat Landkreis Waldeck-Frankenberg), Marco Weigand (Geschäftsführer Weigand Bau GmbH), Uwe Schmidt (Landrat Landkreis Kassel), Prof. Dr. Kristina Sinemus (Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Hessische Staatskanzlei, Dr. Michael H. Koch (Vorsitzender Gesellschafterversammlung, Landrat Hersfeld-Rotenburg), Kathrin Laurier (Geschäftsführerin Breitband Nordhessen GmbH) Winfried Becker (stellv. Vorsitzender Gesellschafterversammlung, Landrat Schwalm-Eder-Kreis), Stefan G. Reuß (Landrat Werra-Meißner-Kreis), Dr. Ralph Jäger (Geschäftsführer Netcom Kassel Gesellschaft für Telekommunikation mbH) - Foto: privat

KREIS HEF-ROF Ziele in Rekordzeit erreicht

Abschluss des größten Breitbandausbauprojekts in Europa

30.11.19 - „Nordhessen hat heute allen Grund, stolz zu sein. Denn mit dem größten Breitbandausbauprojekt seiner Art in Europa haben wir den flächendeckenden Anschluss an das schnelle Glasfasernetz in Nordhessen ermöglicht“, freut sich Dr. Michael Koch, Landrat des Kreises Hersfeld-Rotenburg und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Breitband Nordhessen GmbH (BNG) mit Sitz in Kassel.

In Bad Emstal, wo der Abschluss des Ausbauprojektes am heutigen 29. November offiziell gefeiert wurde, sprach Koch von einem „historischen Tag“ für die Region und dankte dem Land und der WIBank, die den Ausbau mit einem Darlehen von rund 140 Millionen Euro ermöglicht haben.

Nicht nur im Ballungsraum Kassel und größeren Orten der Region ist damit die Grundlage für eine zeitgemäße Datenversorgung geschaffen worden, sondern auch in kleinen Orten, Ortsteilen und einzeln stehenden Gebäuden in sämtlichen nordhessischen Landkreisen. Mit dem Breitbandnetz sei zudem die Basis für die Vernetzung in der digitalen Welt von morgen geschaffen: „Das Netz, das wir in den vergangenen Jahren gelegt haben, ist die Grundlage für den künftigen Glasfaseranschluss eines jeden Hauses. Das alles gelang uns termingerecht in der Rekordzeit von drei Jahren zwischen dem Baubeginn im Oktober 2016 und dem Abschluss der Arbeiten im November 2019 sowie innerhalb des Kostenplans.“ In dieser Zeit sei viel bewegt worden in Nordhessen.

Nur die politische Initiative sichert die Datenversorgung von über 570 kleinen Orten

Wenn die fünf nordhessischen Landkreise nicht mithilfe des Landes die Initiative ergriffen hätten, sagt Koch, dann wäre das Netz niemals bis in die 570 nun angeschlossenen kleinen Orte und Ortsteile mit ihren etwa 160.000 Haushalten und 17.000 Gewerbebetrieben gekommen. Zwar wäre das Netz in Kassel, den angrenzenden Gemeinden und in den größeren Orten wie den Kreisstädten mit Sicherheit ausgebaut worden, denn in dicht besiedelten Räumen lohne die Investition für einen privaten Netzanbieter, nicht aber in dünn besiedelten Orten, die weit entfernt von den Zentren liegen. „Das nennt man Marktversagen und dieses haben wir, die Landräte Michael Koch, Landkreis Hersfeld-Rotenburg, Stefan Reuß, Landkreis Werra-Meißner, Winfried Becker, Schwalm-Eder-Kreis, Reinhard Kubat, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Uwe Schmidt, Landkreis Kassel und das Land Hessen, gemeinsam durch ent-schiedenes politisches Handeln korrigiert“, sagten die Landräte. „Wir haben gezeigt, dass der ländliche Raum nicht abgehängt wird, wenn wir selbstbewusst die Initiative ergreifen.“

Unabhängig hiervon sind auf einem Netz, wie es die BNG gebaut hat, mit der Super-Vectoring-Technologie perspektivisch Bandbreiten von 200 bis 400 Mbit/s im Download möglich. Nach der Erstellung des Netzes durch die BNG sei es nun an der Netcom Kassel als Netzbetreiber, die Verträge mit den Endkunden zu schließen und die Anschlüsse bis in die einzelnen Haushalte freizuschalten.

Breitbandgesellschaft will direkten Glasfaser-Anschluss für 261 Krankenhäuser und Schulen

Zusätzlich zum Hauptprojekt sollen jetzt 261 Krankenhäuser und Schulen in ganz Nordhessen über die BNG angeschlossen werden, informierte Laurier. Die Breitband Nordhessen GmbH übernehme federführend für die fünf Landkreise die Antragsstellung und Durchführung, nachdem das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ein neues Programm aufgelegt habe. Es schaffe die Möglichkeit, auch die geförderte Versorgung von Schulen mit ultraschnellem Internet (1 Gbit/s symmetrisch) zu beantragen.

Die wichtigsten Fragen hierbei lauten: „Welche Infrastrukturelemente sind bei anstehenden Tiefbauarbeiten heute schon mitzuverlegen? Wie ermitteln wir Investitions- und Fördermittelbudgets für einen späteren Ausbau? Wie bereiten wir in Nordhessen die konkrete Glasfasererschließung in einzelnen Kommunen und Städten vor?“ Der Evolutionsprozess läuft nach einem Stufenplan, erklärt die Geschäftsführerin:

„1. Wir strukturieren unser Projekt organisatorisch und ablauftechnisch, müssen vor allem auch regulatorische Fragestellungen klären.

2. Wir erstellen die kommunalen Zielnetzplanungen in enger Abstimmung mit den Gemeinden und Städten.“ (pm)+++


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