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Thomas Tomaschewski ist das Urgestein der Ehringshäuser Laienspielgruppe. - Fotos: Luisa Diegel

GEMÜNDEN (FELDA) Laienspielgruppe Ehringshausen

"Neurosige Zeiten": Regisseur Thomas Tomaschewski trifft voll ins Schwarze

08.12.19 - Er ist das Urgestein der Ehringshäuser Laienspielgruppe: Thomas Tomaschewski. Seit der Gründung 1982 ist er jedes Jahr erneut auf der Bühne. Bereits 26 Mal als Schauspieler - und dieses Jahr zum vierten Mal als Regisseur. Doch zu seinem Job gehört weit mehr dazu: zahlreiche Stunden investiert er in der Woche dafür, dass für die zehn Aufführungen Ende November und Anfang Dezember alles perfekt ist.

In diesem Jahr sorgt das Stück ...

Im Jahre 1982 hatte der Gesangverein und Freizeitclub Ehringshausen eine Vision: das Theater in dem 700-Einwohner Dorf in der Gemeinde Gemünden (Felda) ins Leben zu rufen. Zwei Jahre später gründete sich offiziell die Ehringshäuser Laienspielgruppe. Seitdem begeistern die Schauspieler jedes Jahr (mit ein paar wenigen Unterbrechungen) nicht nur Zuschauer aus der Kommune - die Laienspielgruppe ist längst über die Gemeindegrenze hinaus ein großer Name. Thomas Tomaschewski ist wohl einer der Gründe, warum dies so ist. Denn seit der Gründung steckt er jedes Jahr sein ganzes Herzblut in das Projekt. Mit seiner unverkennbaren Art und seiner grandiosen schauspielerischen Leistung, hat er die Lacher der Zuschauer, egal in welcher Rolle, auf seiner Seite.

Ganze 26 Mal überzeugte er bereits als Schauspieler auf der Bühne: 26 verschiedene Rollen, 26 verschiedene Geschichten, die er zu erzählen hatte. An ein Stück erinnert er sich ganz besonders: "Jonnys letzte Butterfahrt - das war in 2004", blickt er im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS zurück. In der Rolle als Parfümschmuggler wurde sich auf der Bühne das ein oder andere Mal tanzend ausgezogen. Die spaßigen Komödien lassen das Schauspielerherz von Thomas nun wieder ein bisschen höher schlagen - denn dieses Jahr steht er zum vierten Mal als Regisseur auf der Bühne. "Ich bin ein bisschen zwiegespalten - eigentlich würde ich schon gerne mal wieder mitspielen", schmunzelt er. Doch als Regisseur muss er den Blick auf die Bühne und die anderen Schauspieler gerichtet haben. "Das kann ich nicht, wenn ich selbst oben stehe." Doch auch den Job als Regisseur führt er mit großer Leidenschaft aus.

Schon im Januar, gerade einmal einen Monat, nachdem der letzte Vorhang gefallen ist, macht er sich auf die Suche nach einem neuen Stück. Und das ist gar nicht so leicht: "Ich höre mich um, wer mitspielen will und dann suche ich bei Theaterverlage Stücke raus, die zu unserer Besetzung passen", erklärt er. Über 30 verschiedene Stücke hat er in diesem Jahr gelesen - schlussendlich entschied er sich für die Komödie "Neurosige Zeiten". Dann macht er sich zusammen mit seinem Kollegen Winfried Keßler im Internet und in Möbelhäusern auf die Suche nach dem passenden Bühnenbild. Im Juni geht es dann mit den Proben weiter - die Wege müssen eingespielt werden, Gestik und Mimik müssen stimmen. Ein paar Wochen vor der ersten Aufführung trifft sich Thomas mit den elf Schauspielern dreimal die Woche, um das Stück zu perfektionieren. Dann fällt Ende November endlich der erste Vorhang.

Zehn Aufführungen später ist nicht nur bei den Schauspielern ein kleiner Wermutstropfen da, dass die Theaterzeit sich wieder dem Ende neigt. "Für mich könnte das ganze Jahr Theater sein. Mir macht es einfach riesig Spaß. Wenn der Vorhang zugeht und die Leute zufrieden nach Hause gehen, nachdem sie für zwei Stunden einmal den Alltag vergessen haben, das ist einfach unbezahlbar", schwärmt Tomaschewski. Doch so ganz ist ja noch nicht Schluss: denn auch in diesem Jahr wird er zusammen mit seiner Schauspielpartnerin Dunja Werneburg an Silvester das Stück "Dinner for one" in der Theaterklause spielen. Dies war schon im letzten Jahr ein riesen Erfolg mit Standing Ovations am Ende. "Wenn ich daran denke, bekomme ich jetzt noch Tränen in den Augen."

Neurosige Zeiten

Die Laienspielgruppe präsentiert in diesem Jahr das Stück "Neurosige Zeiten" - eine Komödie von Winni Abel in drei Akten. Eine Aneinanderreihung von Missgeschicken unterhält die Zuschauer:

Wie empfängt man Besuch in einer Psychiatrie, ohne dass der Besucher merkt, dass er in der Klapsmühle ist? Mit diesem Problem muss sich Agnes Adolon nun herumschlagen. Ihre Mutter, Führerin einer reichen Hoteldynastie, meldet nämlich ganz unerwartet Besuch an. Agnes setzt sofort alles Mögliche in Kraft, um ihre Mitbewohner in ihrer Irren-WG ganz normal erscheinen zu lassen. Mehr noch: Die WG-Zimmer sollen glänzen wie in einer reichen Villa, wenn ihre Mutter anreist. Doch da hat sie den Plan nicht mit der menschenängstlichen Waltraud, der wahnhaften Marianne und der manisch-depressiven Künstlerin Desirée Doldas gemacht. Und dann soll der zwangsneurotische Hans auch noch ihren Lebenspartner spielen. Als dann noch immer mehr ungebetener Besuch die Psychiatrie betritt, nimmt das verrückte Verwechslungsspiel seinen Lauf. Doch zum Glück müssen alle zum guten Schluss feststellen, dass ein bisschen verrückt vielleicht doch ganz normal ist. (Luisa Diegel) +++


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