Christina Lander ist Autorin bei OSTHESSEN|NEWS für die Serie NACHGEDACHT - Foto: Hendrik Urbin

FULDA Von Christina Lander

Nachgedacht zum 2. Advent - von Promis, Peanuts und Geschenken

08.12.19 - Einen Parkplatz zu finden, ist momentan ja recht schwierig. Viele Menschen tummeln sich in den Innenstädten und schlendern über den Weihnachtsmarkt, kaufen Geschenke für die Liebsten und genießen Stunden des Beisammenseins mit Freunden und Familie. Mein Dezember ist immer voll solcher Termine, in denen es entweder um Genuss oder Geschenke geht.

Und das ist mir mittlerweile einfach zu wenig. Es macht mir Spaß, die Adventszeit zu genießen - keine Frage. Ich liebe Plätzchenduft und zuckersüße Getränke, ich liebe es auch, Geschenke zu machen, Menschen beim Auspacken zu beobachten, wie sie sich freuen. Allerdings hadere ich jedes Jahr mit dem unfassbaren Volumen der Geschenke. Insgesamt 16 Stück muss ich besorgen, mittlerweile habe ich die Hälfte eingepackt, die andere wartet noch auf mich.

Dann kam der gestrige Abend in einer vollen Wucht auf mich zu und sagte mir mit weckendem Ruf, dass das alles mit den Geschenken wirklich bescheuert ist. Warum sollen wir uns eigentlich noch mehr schenken? Warum brauchen wir noch mehr? Einfach nur, weil es schön ist? Hat es nicht eindeutig zu wenig Sinn, sich etwas zu schenken, weil es eben Tradition ist und sonst nichts mit uns macht, als unsere materiellen Güter zu erweitern?

Zurück zu gestern Abend: Mein Mann und ich haben uns einen Spendenmarathon angesehen, bei dem Geld für kranke und arme Kinder gesammelt wurde. Nach fünf Minuten musste ich schon umschalten, weil ich es nicht ertrug. Da brach in meine schöne besinnliche Adventszeit Leid, Tod und Krankheit hinein und all die vielen Geschenke, die ich schon sorgfältig eingepackt hatte, erschienen mir wie eine Farce.

Wir schauten dann weiter, freuten uns über großzügige Menschen und Kinder, die wieder Perspektiven erhielten. Doch wir ärgerten uns auch über Promis, die Peanuts spendeten und Kleider trugen, die mehr kosteten. In uns machte sich der Wunsch breit, richtig viel am Ende des Abends einzunehmen. Und es kam auch eine stattliche Summe zustande, 18 Millionen Euro, die nun dorthin gehen, wo sie gebraucht werden.

Doch danach sprachen wir darüber, dass auch einfach jeder Deutsche einen Euro hätte spenden können, was mir nicht übertrieben erscheint, denn dann wären es über 80 Millionen Euro gewesen. Man überlege mal, dass jeder Deutsche durchschnittlich 475 Euro für Geschenke ausgibt. Das ist schon ein krasser Betrag. Was wäre da ein Euro?

Ich möchte heute nicht als Geschenke-Grinch auftreten und Ihnen etwas vermiesen, aber ich möchte sie einfach dafür sensibilisieren, dass wir auch noch mehr können, als nur unsere Lieblingsmenschen zu beschenken. Wir können weitaus mehr an Weihnachten erreichen, wenn wir Geschenken Sinn verleihen. (Christina Lander) +++


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