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"Bereue nie einen Kampf, der dich stärker macht" titelt die syrische Künstlerin Arya Atti ihr Kunstwerk - die Geburt. - Fotos: Gudrun Schmidl

BAD HERSFELD Jahresausstellung des Kunstvereins

44 Mitglieder mit je einem Werk - Kunst versucht sichtbar zu machen

12.01.20 - „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar“ – dieses Zitat von Paul Klee als diesjähriges Motto haben 44 Mitglieder des Bad Hersfelder Kunstvereins mit jeweils einem Werk auf vielfältige Weise umgesetzt. Am Freitag wurde die Ausstellung in der Galerie im Stift im Bad Hersfelder Museum von Stadträtin Birgit zum Winkel eröffnet. Sie betont, dass diese Ausstellung ein erster städtischer gesellschaftlicher Höhepunkt im Jahreskreislauf ist und erinnert an die sichtbare Präsenz des Kunstvereins zum Hessentag im vergangenen Jahr, an verschiedene sehenswerte Einzelausstellungen, geöffnete Ateliers und würdigt auch die interessant bestückten Schaukästen gegenüber des Rathauses.

Margot Knüpfer hat dieses Kunstwerk geschaffen

Renate Wandel widmet sich dem ...

An diesem Abend galt die Aufmerksamkeit der thematisch enorm vielfältigen Ausstellung mit einer großen Bandbreite an Darstellungsformen: Gemälde in Öl und Acryl, Zeichnungen, Fotografien, Kollagen, Textilarbeiten, Installationen, Objekte aus Holz und Keramik, Skulpturen und Naturobjekte. Die Kunst ist frei und so wird ohne Zensur gezeigt, was die Mitglieder geschaffen haben. Viele Künstler blieben dabei ihrem Stil treu, andere wagten Experimente oder bestärkten ihre große Wandlungsfähigkeit. Gerhard Zinn, erster Vorsitzender des Kunstvereins, relativiert das ausgegebene Motto so: „Kunst versucht sichtbar zu machen“ und empfiehlt, sich Zeit für den Besuch der Ausstellung und jedes einzelne Kunstwerk zu nehmen. „Jeder empfindet ein Kunstwerk anders, bedingt durch eigene Erfahrungen und Erlebnisse“.

Stadträtin Birgit zum Winkel und Reinhold ...

Wie jedes Jahr hat ein Fünfer-Team des Kunstvereins die Ausstellung gestaltet. Die Entscheidung, welches Bild an welcher Stelle hängt, wurde dabei nach Größe, Wirkung, Thematik und Dynamik getroffen. Es gibt Arbeiten, die brauchen einen neutralen, weißen Hintergrund und sind deshalb im Dachgeschoss am besten aufgehoben, so wie das hoch interessante Kunstwerk von Margot Knüpfer. In diesem Raum hat auch das atemberaubende Triptychon der syrischen Künstlerin Arya Atti seinen gebührenden Platz gefunden. „Bereue nie einen Kampf, der dich stärker macht (frei nach Machmat Derwisch) hat die junge Frau das beeindruckende „Geburtserlebnis“ getitelt. Mit ihrem ins Auge springenden Objekt stellt Christel Ziegler die Frage in den Raum: „Was bleibt?“

Es wird deutlich, dass sich Dank der großen Stilsicherheit und dem geübten Blick die Werke nicht gegenseitig Konkurrenz machen, wohl aber miteinander in Beziehung treten. So auch im Kapitelsaal, der mit seinen Sandsteinmauern den großartigen Beiträgen weiterer Mitglieder den perfekten Rahmen bietet. In den 44 Werken werden gesellschaftliche Zusammenhänge, politische Ideen oder verborgene Dinge nachdenklich, kritisch, teils humorvoll verpackt unter dem Einsatz von Farbe, Perspektive, Vergrößerung, Verkleinerung oder Komposition sichtbar gemacht.  Dabei gebe es keine einheitliche Interpretation. "Die Wirklichkeit hinter der Alltagswirklichkeit, hinter dem vordergründig Sichtbaren, die wollen die Künstler in der Ausstellung zeigen", betont Margot Knüpfer.
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Gerhard Zinn erinnerte an die Anfänge des Kunstvereins, der vor 35 Jahren von einer Hand voll Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen wurde. Die erste Ausstellung fand in Wehrda statt, weil in der Stadt Bad Hersfeld weder Raum noch Interesse für die Kunstschaffenden vorhanden waren. Inzwischen hat der Kunstverein 110 Mitglieder und insgesamt mehr Zulauf als Abgänge. Die Vernissage wurde musikalisch von Antje Fey-Spengler und Martina Krüger umrahmt.  

"Was bleibt?" von einem Leben...

... ein Häufchen Asche?

Die Ausstellung ist bis zum 23. Februar dienstags bis samstags von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 in der Galerie im Stift zu sehen. Am Sonntag, 26. Januar, ab 15 Uhr informieren anwesende Künstler bei einem geführten Rundgang über ihre Intuition zu den ausgestellten Kunstwerken. (Gudrun Schmidl) +++


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