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Veteranen – was kommt nach dem Einsatz? General von Butler referierte im Haus auf der Grenze. - Fotos: Point Alpha

GEISA/RASDORF Veteranenabzeichen und Invictus Games

Die Veteranen und ihr Kampf um Anerkennung

28.01.20 - Die Bundeswehr, ihre Struktur, Tradition, Aufgaben sowie das Personal verbunden mit der Frage „Was kommt nach dem Einsatz?“ - im Rahmen einer Abendveranstaltung konnte die Point Alpha Stiftung ein interessiertes Publikum im Haus an der Grenze begrüßen. „Veteranen als Teil der deutschen Gesellschaft“ unter dieser Überschrift gewährte Brigadegeneral Ruprecht Horst von Butler einen spannenden Blick hinter die Kulissen des Großunternehmens mit 250.000 Beschäftigten.

Von Butler zeigte auch Bilder von seinem 14-monatigen Einsatz in Afghanistan. Hier erklärt als deutscher Einsatzgruppenleiterer einen Admiral und einem General der NATO die Lage vor Ort. ...

Begrüßt wurden die Gäste von Dr. Eberhard Fennel, ehrenamtlicher Vorstand der Point Alpha Stiftung. ...

Arndt Macheledt, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Point Alpha Stiftung, führte das Publikum ins Thema ein. ...

Seit dem militärischen Engagement in Afghanistan ist die Bevölkerung mit dem Thema der Einsatzrückkehrer konfrontiert. Aufgrund seiner Vergangenheit fällt es Deutschland bis heute schwer, seinen Umgang mit Veteranen zu bestimmen. Eine Definition, wer zu dieser Gruppe gehört, ist nun gefunden: Veteraninnen und Veteranen sind alle, die bei der Bundeswehr dienen oder gedient haben. Wichtig sei es jetzt, so von Butler, die Bedeutung des Dienstes, den die Soldaten leisteten, stärker in die Öffentlichkeit zu bringen und positiver zu bewerten. Es stört den 52-Jährigen, dass sich Soldaten für ihre Arbeit rechtfertigen müssten oder gar als „Mörder“ tituliert würden. Zur Erinnerung: Die Bundeswehr verteidige die Werte des Grundgesetztes und unterstehe der Kontrolle des Bundestages.

Auch die Heimkehrer selbst verarbeiten ihre Erlebnisse auf unterschiedliche Weise. Von posttraumatischen Belastungsstörungen, die den Alltag der Soldaten einschränken, bis zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein durch die bestandenen Kampfhandlungen reicht die Spannweite der Folgen des Einsatzes. „Wir kümmern uns um alle, die mit irgendeiner Form von Verletzung nach Hause kommen“, versichert von Butler seinen Zuhörern. Aber die Anerkennung und Freundlichkeit der Menschen lasse doch in weiten Teilen zu wünschen übrig, mahnt der Unterabteilungsleiter im Bereich Führung Streitkräfte im Verteidigungsministerium.

Jenseits der Begriffe „Opfer“ und „Helden“ gelte es, diese Kameraden und ihre Erlebnisse zu verstehen und mit ihnen zu diskutieren. Die Truppe selbst habe bereits reagiert und vor einem Jahr ein „Veteranenabzeichen“ zur Aufwertung eingeführt. Beim Bundesamt für Personalmanagement oder beim Reservistenverband bekommen es diejenigen der 185.000 Aktiven oder der neun Millionen Reservisten, die ehrenhaft ausgeschieden seien. „Das Veteranenabzeichen wird gut angenommen, 35.000 Anträge sind eingegangen.“

Einen weiteren Schub in diesem Prozess erhofft sich von Butler, der selbst einen Sprengstoffanschlag in Afghanistan unbeschadet überlebt hat, von den „Invictus Games“, die im Jahr 2022 in Düsseldorf stattfinden. Hintergrund: Die von Prinz Harry gegründete Invictus Games Foundation hat sich zum Ziel gesetzt, durch einen internationalen sportlichen Wettkampfs für verwundete, verletzte und kranke Soldaten einen breiteren Respekt für Veteranen zu schaffen, die ihrem Land gedient haben.

Zur Orientierung hatte von Butler zuvor an die unterschiedlichen Aufgaben der Bundeswehr erinnert. Rund 4.000 Soldaten befinden sich ständig im Auslandseinsatz mit den Hauptzielen Afghanistan, Mali und Litauen. Weitere Schwerpunkte seien der Schutz des Luftraumes (250 Mal pro Jahr müssen Düsenjäger aufsteigen, weil sich Flugzeuge falsch oder gar nicht bei der Flugsicherung angemeldet hätten), der Küstenschutz und die permanente Bereitschaft von
10.000 Soldaten für die schnelle Eingreiftruppe der NATO. Im Weltraum sorgt die Bundeswehr für die Sicherheit von Satelliten, die für die Steuerung der Stromversorgung, GPS und Kommunikation unabdingbar seien. Unter anderem Fragen zum Rechtsextremismus in der Bundeswehr, zur Logistik und Einsatzfähigkeit der technischen Geräte oder zur Wiedereinführung der Wehrpflicht beantwortet der Referent in der anschließenden Diskussion.

Zu Beginn hatte der wissenschaftliche Mitarbeiter der Point Alpha Stiftung Arndt Macheledt den Referenten und dessen Werdegang vorgestellt. Leider nicht in die Begrüßungsformel einbinden konnte Dr. Eberhard Fennel vom Vorstand die Militärpfarrerin Barbara Reichert von der Werratal-Kaserne in Bad Salzungen, die ihre Rolle als Co-Diskutantin wegen
Krankheit leider kurzfristig absagen musste. (pm) +++


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