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Chorprojekt "Bach & Friends" - Fotos: Anne Ziert

FULDA Blick, Mund, Gehör und Herzen für Bach

Projektchor „Bach & friends“ findet seinen lebendigen Höhepunkt

05.02.20 - Der Bach läuft. Diese Aussage gilt nicht nur für Wasser, sondern auch für Musik. Denn der Bach läuft tatsächlich in Tann – und wie! Die dortige Kirchenmusik widmet sich in diesem Jahr ihrem Bach, Johann Michael Bach (1745-1820). Anlässlich seines 200. Todestages finden unter dem Motto „Bach 2020“ viele Veranstaltungen statt, darunter auch der Projektchor „Bach & friends“. Und der lief so gut, dass die für die Tanner Niklaskirche geplante Aufführung sogar in die große Stadtkirche verlegt werden musste.

Die Kirche war gut besucht

Über 100 Sängerinnen und Sänger aus der Region hatten sich zusammengefunden, um in drei Proben Musik zu erarbeiteten, die den Tanner Bach und so manche seiner musikalischen Freunde in den Blick und in den Mund nahmen, zu Gehör brachten und in die Herzen der zahlreichen Zuhörer führten. Zwei Gottesdienste, ein katholischer in Dermbach und ein evangelischer in Tann, wurden mit dem Ergebnis der Proben wunderbar gestaltet.

Getreu dem Motto „Aus Alt mach Neu“ hatte Kantor Thomas Nüdling, Initiator und musikalischer Leiter der Tanner Chorprojekte, Werke aus alter Zeit aufgepeppt und herrlich arrangiert. Neben Werken alter Texter und Musiker gehörte dazu auch ein Werk des Tanner Bach: In einen Satz aus dessen Klaviersonate D-Dur hatte Thomas Nüdling einen Chorsatz hineinkomponiert und daraus ein „Kyrie“ geschaffen. Der Esprit der Sonate und die Huldigung des „Kyrios“ vereinten sich zu einer sich ergänzenden Symbiose.

In Thomas Gabriels Bearbeitung „Gloria sei dir gesungen“ ging es jazzig zur Sache: Die Arie aus Johann Sebastian Bachs Kantate 140 heizte auch dank swingiger Oberstimme des Saxophons (Ute Krönung) und softem Beat des Schlagzeugs (Daniel Rübsam) entzückend ein. Derek Hakes „Schönster Herr Jesu“ war mit seinen herrlich gestalteten Melodien in schwelgerischen Harmonien eine regelrechte Liebeserklärung an den Heiland Jesus Christus.

In Henry Smith’s „Give thanks“ war Johann Pachelbels berühmter „Kanon in D“ harmonische Grundlage und Zwischenspiel zugleich. Daraus resultierte ein wohlklingendes Danklied, das die Güte Gottes in der Überschreitung menschlichen Denkens und Handelns beschreibt.

Pfarrer Ulrich Piesche predigte in Dermbach über das Evangelium von der Darstellung Jesu im Tempel von Jerusalem (Lukasevangelium, Kapitel 2, Verse 22 – 40). Der greise Simeon erweise sich darin als Vorbild in der Hoffnung auf und in Erwartung eines gelingenden Lebens.

Pfarrerin Heike Dietrich zog in Tann einen großen Bogen von der Darstellung des Herrn, dessen Verklärung am Tabor (als Lesung aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 17, Verse 1 – 9), die Bedeutung des Lichts und dessen Wirkung in dunkler Zeit. Mit Blick auf die Befreiung des KZ Ausschwitz vor 75 Jahren gedachte sie auch der Opfer des nationalsozialistischen Regimes.

Zur guten Tradition der Projekte von „Der Chor“ gehört der Segen: Mit Josef Schäfers „Der Herr segne uns“ baten Pfarrerin Dietrich (in Tann) und Pfarrer Piesche (in Dermbach) gemeinsam mit dem Chor berührend um den göttlichen Beistand.

Am Sonntag, 1. März findet die nächste Veranstaltung von „Bach 2020“ statt: Der Meininger Kammerchor führt unter anderem die Kantate „Ich habe dich ein kleinen Augenblick verlassen“ auf. Der nächste Projektchor „Der Chor – light“ startet am Freitag, 28. August. (pm) +++


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