O|N hat sich bei den regionalen Firmen umgehört: Wie ist die aktuelle Lage? (v.l.) RhönEnergie-Geschäftsführer Martin Heun, FFT-Geschäftsführer Manfred Hahl, Cosimo de Carla, CEO der EDAG, und der geschäftsführende Gesellschafter von JUMO Bernhard Juchheim. - Fotomontage: O|N

FULDA Corona-Krisenmanagement

Wie geht es unseren heimischen Unternehmen? - Homeoffice, Kurzarbeit, Ausfall

22.03.20 - Fast stündlich liest man von Kurzarbeit, Schließungen und Umstrukturierungen bei den osthessischen Betrieben. Die Corona-Krise bringt viele Geschäftsführer zum Schwitzen. Ein Krisenmanagement muss her. Was bedeutet das für die Mitarbeiter? OSTHESSEN|NEWS hat sich bei den heimischen Firmen in Fulda umgehört.

RhönEnergie-Geschäftsführer Martin Heun Archivfoto: O|N/Hendrik Urbin

Die Corona-Pandemie stellt auch die RhönEnergie Fulda-Gruppe vor besondere Herausforderungen: "Als Unternehmen der kritischen Infrastruktur haben wir schon vor Jahren mit dem Aufbau einer effektiven Krisenstabsorganisation begonnen, um uns auf solche Situationen vorzubereiten. Aktuell kommt die RhönEnergie Fulda-Gruppe ihrer Aufgabe, die Menschen, Betriebe und Institutionen der Region zuverlässig mit Strom, Erdgas, Wärme, Trinkwasser und Öffentlichem Personennahverkehr uneingeschränkt nach. Die Behebung von Störungen ist weiterhin rund um die Uhr gewährleistet. Wir stehen in engem Austausch mit den in dieser Lage für uns wichtigen regionalen, aber auch bundesweiten Institutionen.

Damit die Versorgung in der Region auch weiterhin gewährleistet bleibt, wurden an den Standorten der Gruppe umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergriffen. Ein Teil der Belegschaft arbeitet vom Home-Office aus. Besonders kritische Organisationseinheiten wurden räumlich getrennt. Der direkte Kontakt mit Kunden ist derzeit stark reduziert. Für unsere Kunden steht als einfachster Kontaktweg das Online-Kundenportal zur Verfügung. Darüber hinaus sind wir über die zentralen Kanäle telefonisch und per Mail erreichbar."

Cosimo de Carla, CEO der EDAG Foto: EDAG Group

Die EDAG Group hat seit Beginn der sich anbahnenden Corona Krise weltweit bereits zahlreiche Präventions- und Schutzmaßnahmen getroffen: "Zu diesem Zweck hat unser Unternehmen vorsorglich bereits Anfang Februar einen Krisenstab unter der Leitung von Holger Merz, Mitglied der Geschäftsführung, eingerichtet. Der Krisenstab steht seitdem in täglichem Kontakt mit den entsprechenden Behörden und stellt den Mitarbeitern aktuelle Informationen rund um den Covid-19 Virus auf einem eigens eingerichteten Infoportal und via Email-Versand fortlaufend zur Verfügung. Zudem wurde eine Corona-Hotline für unsere Mitarbeiter eingerichtet, um weitere Fragen tagesaktuell zu beantworten.

Darüber hinaus wurden seit Anfang Februar an häufig frequentierten Orten wie Kantinen, Eingangsbereichen oder in den Sanitärräumen an den EDAG Standorten zusätzliche Spender mit Desinfektionsmitteln aufgestellt. Zudem wurden als Präventionsmaßnahme alle Dienstreisen bis auf Weiteres auf das absolut notwendige Maß beschränkt und weitestgehend durch Web-Ex-Konferenzen, Telefon-Konferenzen usw. ersetzt. Die Reiseregelungen werden durch den EDAG Krisenstab auf Basis der neuesten Erkenntnisse und Empfehlungen der Behörden permanent angepasst und kommuniziert.

Als weitere Präventionsmaßnahme wurde der Besuch in den EDAG Kantinen eingeschränkt; Besucherströme wurden durch „Schichtregelungen“ reduziert und der empfohlene Sicherheitsabstand durch die Reduzierung der Sitzplätze umgesetzt. Sämtliche weiteren internen Veranstaltungen und Hausmessen wurden ausgesetzt. Aktuell senden wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vermehrt in das Mobile-Arbeiten, um ihnen die Möglichkeit zu geben, von zu Hause aus zu arbeiten.

Geschäftsführer und Gesellschafter von JUMO Bernhard ...Foto: JUMO GmbH & Co. KG

Bei JUMO arbeitet bereits seit mehreren Wochen ein Krisenstab, der die Situation in unserer chinesischen Tochtergesellschaft sowie allen übrigen Standorten tagesaktuell bewertet und Maßnahmen beschließt. Diese Maßnahmen sollen als höchste Prioritäten den Schutz der Mitarbeitenden und die Aufrechterhaltung des Betriebs sicherstellen. „Glücklicherweise gibt es aktuell bei JUMO keine Infektionsfälle. Aufgrund der besorgniserregenden Entwicklung in den letzten Tagen hat unser Krisenstab aber bereits am 16. März ein neues Maßnahmenpaket für die Unternehmensgruppe in Kraft gesetzt“, erläutert Bernhard Juchheim, JUMO-Geschäftsführer und -Gesellschafter.

So werden für möglichst viele Mitarbeitende Home-Office-Möglichkeiten geschaffen. „Bereits am 17. März konnten in Fulda die ersten Kolleginnen und Kollegen von zu Hause aus arbeiten. Mittlerweile sind es mehrere Hundert“, so Juchheim weiter. Am Firmenstammsitz benötigte Mitarbeiter werden vereinzelt und beispielsweise auf freie Büros verteilt. Meetings finden prinzipiell nur noch telefonisch oder online statt, die Kantine und der Kiosk wurden geschlossen. Auch durch die Entzerrung der Schichten und der Pausenzeiten werden Mitarbeiterkontakte wo immer möglich vermieden.

„Im Sinne unserer Kunden versuchen wir unseren Geschäftsbetrieb bestmöglich aufrechtzuerhalten und das gelingt uns derzeit mit geringen Einschränkungen auch in der Produktion noch vergleichsweise gut“, ergänzt Bernhard Juchheim. "Mit dem JUMO-Betriebsrat wurde eine Betriebsvereinbarung über die Möglichkeit der Einführung von Kurzarbeit ab 1. dem April getroffen. In welchem Umfang diese greift und welche Bereiche davon betroffen sein werden, steht noch nicht fest. Entlassungen sind aktuell kein Thema."

Manfred Hahl, Geschäftsführer von FFT Archivfoto: O|N/ Marius Auth

Natürlich hat Corona auch Auswirkungen bei der FFT: "Wir haben alle erforderlichen Vorsorgemaßnahmen eingeleitet. Es wurde eine Task Force gegründet und haben ein sehr enges Netzwerk zu allen unseren Mitarbeitern aufgebaut. Besondere Beobachtung ist bei unseren Mitarbeitern, die außerhalb der FFT bei unsern Kunden und Lieferanten arbeiten, erforderlich. Unsere Betriebe laufen weiter, müssen jedoch auf die äußeren Einflüsse, wie Materialengpass, fernbleiben von Lieferanten und Veränderungen bei unseren Kunden, täglich neu reagieren.

Von einem normalen Ablauf ist nicht zu sprechen, doch wir können noch unter Einhaltung der Richtlinien vernünftig arbeiten. Wir bieten unseren Mitarbeitern mehr Flexibilität an, sodass sie ihr Privatleben besser mit dem Arbeitsleben balancieren können. Kurzarbeit ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema", erklärt Geschäftsführer Manfred Hahl. (Nina Bastian) +++


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