Bilanz nach dem Anschlag auf einen Rosenmontagsumzug in Volkmarsen - Foto: picture alliance/REUTERS

VOLKMARSEN Zwei Menschen noch auf Intensivstation

154 Betroffene: Bilanz nach dem Anschlag auf einen Rosenmontagsumzug

24.03.20 - 154 Betroffene, vier Wochen danach: Auch im nordhessischen Volkmarsen feierten die Menschen am 24. Februar fröhlich Karneval. Doch der Rosenmontagsumzug, den besonders die Kinder herbeigesehnt hatten, wurde zur Katastrophe und für viele zum Verhängnis.

Ein 29-Jähriger aus der Gemeinde beschleunigte seinen silbernen Mercedes, durchbrach mit dem Fahrzeug eine Absperrung zwischen Rewe-Markt und Steinweg und hielt auf diejenigen zu, die eigentlich zum Feiern gekommen waren. Mehr als 30 Menschen wurden direkt verletzt. Warum der Mann, dem von der Staatsanwaltschaft Absicht unterstellt wird, das getan hat, ist bis heute nicht klar. Er selbst sitzt wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft. Bisher hat er sich nicht zu den Tatumständen geäußert.

Die Menschen in Volkmarsen verstehen noch immer nicht, wie es zu dem schrecklichen Ereignis hatte kommen können. Viele von denen, die das Unglück miterlebten, Verletzte aber auch Augenzeugen, kämpfen heute mit psychischen Problemen. Immer mehr Betroffene meldeten sich in den vergangenen Wochen bei der Polizei, insgesamt waren es 154.
Dem parteilosen Bürgermeister Hartmut Linnekugel zufolge konnten die Kinder, die bei dem Anschlag verletzt wurden, mittlerweile alle aus dem Krankenhaus entlassen werden. Zwei erwachsene Patienten kämpfen noch immer auf der Intensivstation um ihre Leben.

Zeit, um das Geschehene in Volkmarsen zu verarbeiten, bietet die Corona-Krise zwar nun reichlich, allerdings fehlt es jetzt an Möglichkeiten, um mit dem Erlebten nicht alleine zu bleiben. Weil Gruppenangebote und ähnliche Veranstaltungen abgesagt werden mussten, setzt man nun beispielsweise auf telefonische Beratung.

Und auch wenn in der Kleinstadt wohl nun – wie im Rest des Landes – das Bewusstsein der meisten Bürger eher auf die globale Pandemie fokussiert ist, dürfte, spätestens zur nächsten Faschingszeit, der Anschlag von Volkmarsen wieder schmerzlich in allen Köpfen präsent sein. (mr) +++


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