Die Abiturprüfungen finden unter verschärften Maßnahmen statt, um eine Verbreitung des Virus zu vermeiden. - Archivfotos: Laura Struppe

FULDA In Zeiten von Corona Abitur schreiben

Mehr Druck: "Die Ungewissheit und ständigen Falschmeldungen irritierten"

27.03.20 - Abiturient Julius Kniese hat es am Mittwoch geschafft: Die letzte schriftliche Prüfung im Grundkurs Mathematik stand in der Winfriedschule Fulda bevor. Die Erleichterung ist groß: "Ich bin froh, dass ich mein Abitur unter diesen verschärften Bedingungen noch schreiben konnte." Immer wieder lag während der Lernzeit die Ungewissheit im Raum, ob die Abschlussprüfungen überhaupt im März stattfinden sollten. Wie ist es in Zeiten von Corona die Prüfungen zu absolvieren? Julius blickt zurück und schildert seine Eindrücke.

Ein Abstand zu Mitschülern und Lehrern ...

Abiturient Julius Kniese schildert seine persönlichen ...

Die schriftlichen Abiturprüfungen laufen noch bis ...

Der 19-Jährige hat die Leistungskursfächer Physik und Politik und Wirtschaft gewählt. Am vergangenen Freitag schrieb er als erstes Physik. Die Vorgehensweise an der Schule wich in diesem Jahr in einigen Punkten von dem altbekannten Ablauf ab: An dem Gymnasium angekommen, mussten alle Schüler mindestens zwei Meter Abstand zueinander halten. Aufgestellte Schilder am Eingang wiesen bereits darauf hin. "Wir alle haben die Regeln befolgt, es lief eigentlich alles problemlos." Ein Lehrer holte die Schüler um kurz vor halb 9 ab. In der Aula sollten die Prüfungen geschrieben werden.

Hygienevorschriften und genügend Abstand

Doch bevor es in die Halle ging, mussten die Hygienevorschriften eingehalten werden. "Im Vorraum standen Tische mit Desinfektionsmitteln, anschließend konnte jeder Prüfling nacheinander in die Räumlichkeiten eintreten." Die Tische in der Aula wiesen eine Distanz von vier bis fünf Metern auf. "Dann mussten wir alle einzeln zustimmen, dass wir gesund sind." Das weitere Prozedere erläuterte der Lehrer. Nach der Prüfung sollte das Schulgelände schnellstmöglich verlassen werden. "Ungewohnt war es natürlich mit den Mitschülern in dem großen Abstand zu kommunizieren."

Vorsichtsmaßnahmen wurden befolgt

"Ich hatte grundsätzlich keine Angst mich anzustecken. Die Vorsichtsmaßnahmen wurden eingehalten und wir wurden vorher gebeten diese zu befolgen." Letztendlich müsse die Einhaltung der Regeln auf Freiwilligkeit basieren, ansonsten habe es keinen Sinn. "Man kann nur an die Menschen appellieren ihren Verstand einzusetzen und den Ernst der Lage nicht zu unterschätzen." Das Einzige was während der Prüfung gefehlt hat: die süße Nervennahrung vom Lehrer auf dem Tisch. "Leider durften unsere Lehrer nichts Süßes mitbringen, wie sie uns erzählten – aber ich war zum Glück gut versorgt."

Trotz der besonderen Situation, sei es ein befreiendes Gefühl, den schriftlichen Teil gemeistert zu haben. "Es hätte mich total gestört, die Prüfungen später zu schreiben. Ich wollte es einfach nur hinter mich bringen." Außerdem wisse man nicht, ob sich in einigen Wochen die Lage entspannt hätte. Natürlich sei er auch aufgeregt gewesen wegen des Abiturs, aber das unabhängig von Corona – die Anspannung wäre sowieso dagewesen. Was keineswegs förderlich für den Lernprozess war: Die Ungewissheit, ob die Prüfungen nun stattfinden oder nicht. "Auch die ständigen Falschmeldungen irritierten uns. Dadurch war ich im ständigen Austausch mit den Klassenkameraden." (Maria Franco) +++


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