- Fotos: gr

GREBENHAIN Schwarzdorn reduzierte Weidefläche

Rückearbeiten bei Entbuschungsmaßnahmen in vollem Gange

26.03.20 - Bereits seit Ende des Jahres 2019 wird auf den Weideflächen nahe Bermuthshain in Etappen an einer Entbuschungsmaßnahme gearbeitet. Das Wetter hat es der Firma FTL-Bau aus Schlüchtern nicht ganz leicht gemacht. Denn was sie für ihre Arbeiten braucht sind längere Frostperioden oder Trockenheit. Beides hielt dieser Winter nur sehr spärlich bereit.

Da nur an der Zeit von Anfang Oktober bis Ende Februar an Hecken und Feldgehölzen gearbeitet werden darf verblieb nur wenig Zeit für die komplette Erledigung der Maßnahme, die das Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg beauftragt hatte. So wurde in der vorgeschriebenen Zeit die Entbuschung selbst erledigt und jetzt bei geradezu idealem Wetter der Abtransport des Materials mit einem Rückefahrzeug vorgenommen werden. Auf der weitläufigen Weide waren die Gebüsche in Teilbereichen übermächtig geworden. Oft ist es für die Landwirte sehr schwer den „unzähmbaren“ Schwarzdorn (Schlehe) unter Kontrolle zu halten. Vor allem überall dort, wo man nicht mit dem Traktor nachpflegen kann. Die Rinder, die sich den Sommer über um die saftigen Gräser und Kräuter kümmern, verschmähen aber Sträucher wie zum Beispiel den dornenbewehrten Schwarzdorn.

Auf den Weideflächen bei Bermuthshhain ist so nach und nach immer mehr Grünland verlorengegangen und Pflanzenarten die typisch für extensives Grünland sind, waren verschwunden. Eine Situation die sowohl für den Landwirt als auch den Naturschutz unbefriedigend war. Zeit also zu Handeln. In enger Zusammenarbeit mit dem Landwirt und den Flächeneigentümern hatte das Projektteam Ende letzten Jahres die Planung für eine großflächige Entbuschungsmaßnahme abgeschlossen und ein passendes Unternehmen für die Umsetzung gefunden. Bei der Entbuschung auf knapp einem Hektar werden alle Gehölze vollständig gerodet, mit dem Ziel im Anschluss wieder Grünland zu etablieren.

Nach dem Fällen der Bäume werden die Fläche aufgeräumt und neben den dicken Bäumen auch möglichst viel Reisig und Astwerk entfernt. Letzteres ist in mühseliger Handarbeit zu bewältigen, aber ein entscheidender Schritt hin zum „richtigen“ Grünland. Je sauberer bei diesem Arbeitsschritt gearbeitet wird, desto weniger holzige Bestandteile bleiben auf der Fläche. So entsteht nach dem Mulchen mit einem leistungsstarken Forstmulcher ein ideales Saatbeet. „Wenn die Startbedingungen stimmen, zieht sich bereits Anfang Mai ein erster grüner Flaum über die neu entstandenen Freiflächen“, so Michaela Fedeli bei einem Telefonin-terview, da wegen dem Kontaktverbot durch das Corona Virus ein Ortstermin nicht möglich war. Nach dem Mulchen wird die

Fläche Mitte April mit Wiesendruschgut eingesät, das im Sommer mit einem speziell dafür vorbereiteten Mähdrescher auf Vogelsberger Bergmähwiesen geerntet wor-den war. Auch wieder eine Arbeit, die nur per Hand erledigt werden kann. An dieser Stelle übernimmt der Landwirt das Zepter.

Neben der Entbuschung sollen die überalterten Hecken auf den Stock gesetzt werden. Dabei werden die Sträucher zwar bodentief abgeschnitten, aber die Wurzel bleibt unbeschädigt. Die Gehölze können deshalb im nächsten Sommer wieder neuaustreiben. Diese Pflegemaßnahme dient der Verjüngung der wertvollen Heckenzüge. Die Gehölze, vor allem Haselsträucher und Weiden, bilden meist schon im nächsten Jahr ein schützendes Blätterdach und ein dicht verzweigtes Geflecht aus Ästen. Viele Tierarten finden so wieder Rückzugsmöglichkeiten oder einen Brutplatz. Bei dieser Maßnahme bleiben die großen Bäume, die sogenannten Überhälter, erhalten und bilden weiterhin das Gerüst für den Heckenzug. Unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten werden Hecken immer abschnittsweise auf den Stock gesetzt, damit weiterhin genügend Grün für die Tierwelt vorhanden ist. In der Regel sind die Abschnitte cirka 20-30 Meter lang. Je nach Wüchsigkeit der neuaustreibenden Gehölze, folgen die nächsten Abschnitte im darauffolgenden Herbst.

Auf der jetzt geräumten Fläche steht als nächstes der Einsatz eines großen Forstmulcher an, um die Flächen für die Ein-saat vorzubereiten. (gr) +++


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