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FULDA Corona verstärkt Trend zur Deglobalisierung

Neuer IHK-Chef Michael Konow erklärt, wie wir gestärkt in die Zukunft gehen

15.04.20 - Für Michael Konow (38) war es ein Start unter besonderen Bedingungen. Die regionale Wirtschaft leidet massiv unter dem Coronavirus, viele Firmen stecken in der Krise und er übernimmt quasi zwischendurch das Amt des Hauptgeschäftsführers der Industrie- und Handelskammer (IHK) Fulda. Eine Schlüsselrolle. Eigentlich war alles anders geplant: ein prallgefüllter Terminkalender zum Antritt am 1. April, die erste Vollversammlung und eine feierliche Amtseinführung mit Politprominenz.

"Das hat alles nicht stattgefunden. Es ist aber nur ein kleines Opfer, wenn man sich die Situation anschaut, die viele Unternehmen derzeit erleiden müssen", sagt Konow im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Er wirkt sehr bescheiden aber direkt. Und er ist sich seiner großen Verantwortung bewusst: "Die IHK muss gerade jetzt eine wichtige Rolle übernehmen und professioneller, sachkundiger Ratgeber für die Mitgliedsunternehmen sein."

Seit dem 1. April 2020 neuer ...Fotos: Hendrik Urbin

Der IHK Fulda gehören ca. 14.000 ...

Michael Konow ist Diplom-Kaufmann und kommt aus der Hansestadt Hamburg nach Fulda. Dort war er zuletzt bei der IHK als Leiter der Abteilung "Internationale Projekte und Partnerschaften" tätig. Der ehemalige Leistungssportler und passionierte Läufer ist mit einer Französin verheiratet und Vater eines siebenjährigen Sohnes. Mit seiner Familie wohnt der 38-Jährige in Künzell.

Der Shutdown hat die deutsche Wirtschaft lahmgelegt. "Die aktuelle Lage ändert sich täglich. Und je länger es dauert, desto schwieriger wird sie. Fakt ist: Wir steuern auf eine Delle zu", betont der neue IHK-Geschäftsführer, macht aber auch Hoffnung: "Jede Krise bringt Chancen, wenn sie nicht zu lange dauert." Ein Beispiel: die Digitalisierung. "Damit muss sich jedes Unternehmen jetzt noch einmal mehr beschäftigen. Es ist eine Einstellung. Digitalisierung heißt nämlich mehr als nur - aus dem Home-Office - E-Mails schreiben und ein paar Videokonferenzen durchführen."

Die Zentrale der IHK Fulda in ...

Eine zweite Chance: die Rückkehr zu globalen Lieferketten. "Sind wir von einzelnen Ländern abhängig, kann das in Krisenzeiten schwere Folgen haben. Aktuell sind Ketten teilweise durch das Coronavirus unterbrochen. Das Problem könnte aber auch irgendwann einmal politisch bedingt sein. Deshalb sollten Unternehmen ihre Lieferketten diversifizieren und über eine Deglobalisierung nachdenken. Dies wiederum wäre dann eine Riesenchance, gerade auch in unserer Region Fulda."

Der IHK Fulda gehören ca. 14.000 Mitglieder und 36 hauptamtliche Mitarbeiter an. Sie ist damit die größte und stärkste Interessenvertretung der regionalen Wirtschaft.

Die großen Zukunftsthemen der IHK: Fachkräfte, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Gründung. "Fulda muss sich nicht verstecken, die Region ist fantastisch - wirtschaftlich wie touristisch." Konows Botschaft: "Wenn Wirtschaft, Gesellschaft und Politik Zusammenhalt beweisen und das lange über die Corona-Krise hinaus auch beibehalten, dann werden wir gestärkt in die Zukunft gehen." (Christian P. Stadtfeld) +++


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