Der - noch - ruhende Kalksteinbruch. Ganz in der Nähe werden die "Berglandkräuter Hessen" angebaut, die in bester Bio-Qualität deutschlandweit gefragt sind. - Foto: privat

BEBRA Bio-Berglandkräuter gefährdet

Reaktivierung des ruhenden Kalksteinbruchs - der Widerstand bröckelt nicht!

20.05.20 - Die von dem Bebraer Unternehmen Beisheim geplante Reaktivierung und großräumige Erweiterung des ruhenden Kalksteinbruchs „Lange Hecke“ im Bebraer Stadtteil Braunhausen erhitzt die Gemüter. Auch Monika Rehs, Mitinhaberin der Firma „Berglandkräuter aus Hessen“ mit Sitz in Braunhausen meldet sich zu Wort und stellt klar, dass der Widerstand ganz sicher nicht bröckelt und bezieht sich dabei auf die Artikelschlagzeile der HNA vom 11. Mai 2020. Inzwischen wurde in der Bebraer Stadtverordnetenversammlung vom 14. Mai 2020 die Zustimmung für die Nutzung der Wegenutzungsrechte und den Verkauf von Wegflächen zur oben genannten Maßnahme versagt.

Die SPD-Fraktion beantragte zuvor die Rückverweisung in die Ausschüsse, was den engagierten Mitgliedern der BI „Lange Hecke“ und auch anwohnenden, skeptischen Bürgerinnen und Bürgern den Rücken stärkt. „Es ist damit nicht hochoffiziell. Noch fangen die Mühlen der Bürokratie nicht an zu mahlen“, macht sich Monika Rehs Hoffnung auf einen Zeitgewinn, in dem weitere Argumente ausgetauscht, überdacht und diskutiert werden können, zumal nach Bekanntwerden der Maßnahme vor gut einem Jahr die Informationen nur sehr spärlich flossen. „Die Größenordnung der Brucherweiterung war sehr vage angegeben, das tatsächliche Ausmaß wurde mir erst bei der Informationsveranstaltung im vergangenen November bewusst“, bedauert Monika Rehs die verlorene Zeit voller Ungewissheit und damit Untätigkeit.

Für Monika Rehs und ihre Geschäftspartnerin Ute Kern geht es um deutlich mehr als um Lärmbelästigung, Abgase, Wertverlust von Grundstücken und Häusern, Schaden für den Tourismus und ähnlichem. Sie bangen um den Erhalt der weitgehend naturnahen Kulturlandschaft, mit der die Geschäftsfrauen, die ihre hier angebauten Kräuter, die „Berglandkräuter aus Hessen“ bewerben. Die Kräuter, die höchsten Bioland-Qualitätsanforderungen genügen, werden in unmittelbarer Nähe zur geplanten Erweiterung des Kalksteinbruchs angebaut und sind die Grundlage unserer Existenz, als auch die des Erzeugers“, erklärt die Geschäftsfrau.

Ein riesiges Warenlager zeugt von der ...

In der handbetriebenen Teemischmaschine verbinden sich ...

Die regionalen Anbauer leisten auf ihren Höfen einen wertvollen Beitrag zur naturnahen, nachhaltigen Landwirtschaft. Auch die Aufbereitung und die Aroma schonende Trocknung liegt in ihren Händen, informieren die Geschäftspartnerinnen ihre heimatnahe und deutschlandweite Kundschaft. Sie befürchten: „Verschmutzte Ware durch Staubeintrag in die Anbauflächen, verursacht durch angekündigte 40 bis 50 Lkw-Fahrten in beide Richtungen täglich zum Abtransport des Kalkschotters, würde eine drastische Qualitätsminderung darstellen und ginge auch für uns als Händler nicht nur in finanzieller Hinsicht mit Einbußen einher. Wir haben auch einen guten Ruf zu verlieren“. Monika Rehs erinnert an die trockenen Sommer der letzten Jahre mit einhergehendem wochenlangen Ostwind, der die Äcker und damit die Ware, hauptsächlich Teekräuter wie Brennnessel, Pfefferminze, Salbei, Zitronenmelisse und Grünhafer, versanden lässt.  

Monika Rehs

Monika Rehs, die ihre berufliche Aufgabe mit Herzblut erfüllt, geht es auch um ein grundsätzliches Umdenken im Umgang mit Natur und Lebensraum. Sie beklagt die rücksichtslose Ausbeutung der Ressourcen und nennt Kreislaufwirtschaft als das Zauberwort. Inzwischen ist die gebürtige Braunhäuserin, die den aktiven Kalkschotterabbau mit allen Nachteilen erlebt hat, Mitglied der BI „Lange Hecke. (Gudrun Schmidl) +


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