Das Klinikum Fulda hatte aufgrund der Corona-Pandemie im psychiatrischen Bereich eine geringere Auslastung. - Archivfoto: O|N/Hendrik Urbin

FULDA Nach rückläufigen Zahlen

Corona-Krise: Psychiatrische Kliniken in Osthessen wieder normal ausgelastet

24.05.20 - Die Corona-Krise hat einen großen Einfluss auf die stationäre Versorgung in den Krankenhäusern. Zu Beginn der Krise scheuten viele Patienten die stationäre Behandlung. Nun hat sich die Lage ein wenig verändert. Die Fuldaer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Klinikum Fulda hat indes die normale Auslastung wieder erreicht.

Dr. Solveigh Hilliard, kommissarische Direktorin der Klinik für Psychiatrie erklärte auf OSTHESSEN|NEWS-Nachfrage: "Bei uns im Klinikum Fulda sind zu Beginn der Pandemie deutlich weniger Patienten stationär behandelt worden als sonst. Auch in den Tageskliniken waren die Zahlen rückläufig, wobei Angst vor Ansteckung sicher ein Grund war und ist."

Auslastung wieder auf normalem Niveau

Mittlerweile sei die Auslastung auf den Stationen bald wieder auf normalem Niveau. Die ambulanten Patienten werden unter entsprechenden Hygienemaßnahmen -  auch zu Hause - weiter betreut, sodass auch die Medikamenteneinnahme überprüft und sichergestellt werden kann. "Einen vermehrten Bedarf an psychiatrischer Behandlung im Zuge der Corona-Pandemie können wir bisher nicht feststellen", sagte Dr. Solveigh Hilliard. 

Eine Vielzahl von Ängsten

Die Pandemie wirke wie Dünger für psychische Erkrankungen, berichten derweil andere hessische Kliniken. Die tägliche Nachrichtenlage ist für viele Menschen beunruhigend. Dazu kommen die Ängste, sich selbst mit dem Virus zu infizieren. Auch die Kontaktsperren können Menschen, die ohnehin kontaktarm sind, in die totale Vereinsamung treiben und somit psychisch beeinträchtigen. 

Zudem gibt es immer noch eine Therapie-Lücke, denn derzeit stehen ambulante Angebote wie Tagesstätten nicht wie gewohnt zur Verfügung. Auch die vielerorts angebotenen Telefon-Angebote werden nicht von allen Betroffenen ausreichend genutzt. Allerdings gibt es hilfreiche Alternativen, die Corona-Krise auch psychisch einigermaßen unbeschadet zu überstehen. Die Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden entwickelten ein "Covid-19-Basisprogramm für seelische Gesundheit". Dieses Programm enthält 13 praktische Tipps, unter anderem wird empfohlen, sich medial nicht zu überfordern. Es reichen 30 Minuten am Tag Nachrichten, um sich ausreichend zu informieren, so die Empfehlung der Kliniken.

Eine "Medien-Diät" reicht allerdings in schweren Fällen nicht aus. Wer Anzeichen einer Depression, Angststörung oder anderer Erkrankung an sich feststellt, sollte vor allem eins tun: Hilfe suchen! (kku) +++

Depressiv?


Hier bekommen Sie umgehend Hilfe. OSTHESSEN|NEWS berichtet in der Regel nicht über Selbsttötungen, um keinen Anreiz für Nachahmung zu geben – außer, Suizide erfahren durch die Umstände besondere öffentliche Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst depressiv sind, Suizid-Gedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Telefonseelsorger*innen, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.


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