Zentrale technische Einheiten zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit wie zum Beispiel die Leitzentrale sind redundant besetzt. - Foto: Archiv Rhön Energie Fulda / Burkhard Beintken

FULDA O|N spricht mit RE-Chef Martin Heun

Zwischenfazit: Die Rhön Energie im Krisenmodus - "Wir bleiben leistungsfähig"

23.05.20 - Sie zählt zu den größten Energie- und Wasserversorgungsunternehmen in Hessen und zu den Top 50 in ganz Deutschland: die Rhön Energie Fulda GmbH. Der kommunale Versorger mit mehr als 1.000 Mitarbeitern befindet sich seit Wochen im Krisenmodus. Ein Ende ist nicht absehbar. Das Coronavirus und seine Folgen haben auch hier keinen Halt gemacht: Alarmpläne wurden aktiviert, Prozesse neu gedacht, Maßnahmen getroffen. Oberstes Ziel: die Versorgungssicherheit auf allen Ebenen 24/7 sicherstellen.

OSTHESSEN|NEWS hat Martin Heun, den Sprecher der Geschäftsführung, zur aktuellen Lage befragt.

Die Zentrale der Rhön Energie im ...Foto: Hendrik Urbin

Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der ...Archivfoto: Hendrik Urbin

Der kommunale Versorger mit mehr als ...Foto: Hendrik Urbin

Sein Zwischenfazit: "Die besonderen Herausforderungen, vor die uns die COVID-19-Krise gestellt hat, haben wir als Unternehmen der kritischen Infrastruktur bisher gut gemeistert. Unser Fokus lag dabei auf dem Schutz unserer Mitarbeiter sowie der Versorgungszuverlässigkeit für mehr als 300.000 Menschen, Unternehmen und Institutionen." 

Schon vor Jahren hat die Rhön Energie-Gruppe einen Krisenstab aufgebaut, der während der Corona-Pandemie Mitte März aktiviert wurde. Experten aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen besetzten Stabsfunktionen und sind seitdem im Einsatz, um alle Maßnahmen innerhalb der Unternehmensgruppe zu koordinieren.

Maßnahmen COVID-19 - "Wir sind zuversichtlich"


Das Umspannwerk Petersberg gehört zu den ...Foto: Archiv Rhön Energie Fulda / Burkhard Beintken

"Wir haben schon zu einem frühen Zeitpunkt der Pandemie umfassende Hygiene- und Kontaktreduzierungs-Vorkehrungen getroffen, um unsere Leistungsfähigkeit zu erhalten. Dabei setzen wir vor allem auf Entzerrung und Redundanzen: Organisationseinheiten mit Schlüsselfunktion – etwa sensible technische Bereiche der kritischen Infrastruktur – wurden voneinander getrennt und teilweise doppelt besetzt", erklärt Heun und nennt die rund um die Uhr besetzte Leitzentrale in der Daimler-Benz-Straße als ein Beispiel von vielen. "In unverzichtbaren Bereichen arbeiten die Teams im Schichtbetrieb und komplett isoliert voneinander. Flexible Arbeitszeiten, Stundenkonten, Homeoffice-Regelungen sowie Telefon- und Video-Konferenzen sorgen dafür, dass weniger Menschen gleichzeitig in unseren Gebäuden sind und so die nötigen Abstände noch besser eingehalten werden können."

Im Sinne der behördlichen Kontaktsperren ist ...Foto: Archiv Rhön Energie Fulda / Burkhard Beintken

Im Sinne der behördlichen Kontaktsperren ist der Kundenkontakt frühzeitig eingeschränkt worden. Die Kundenberatung im Gebäude Löhertor, das Service-Center in Schlüchtern sowie der Info-Point in Lauterbach sind derzeit geschlossen. Gleiches gilt ebenfalls für das Bistro "52" im Löhertor. Dienstreisen und der Kundenkontakt im Außendienst wurden eingestellt oder stark eingeschränkt. Telefonisch und online ist die Rhön Energie aber weiterhin erreichbar, vor allem über unser Kundenportal im Internet, das mit vielen Funktionen rund um die Uhr zur Verfügung steht.

Dazu Martin Heun weiter: "Deswegen sind wir sehr zuversichtlich und bislang auch mit unserem Krisenmanagement sehr zufrieden. Hier gebührt unseren Mitarbeitern ein großer Dank: Bis heute können wir trotz der angespannten Lage alle wichtigen Aufgaben uneingeschränkt erfüllen und die Menschen, die sich täglich auf uns verlassen, zuverlässig versorgen. Die von uns in mehr als 30 Kommunen betriebene Straßenbeleuchtung läuft ebenfalls störungsfrei. Mögliche Unterbrechungen werden wie immer schnell behoben – hier sind wir ebenso zuverlässig wie vor der Pandemie."

Wirtschaftliche Herausforderungen: "Erhebliche Einbußen"


Kein signifikant höherer Strom- und Gasverbrauch ...Foto: Archiv RhönEnergie Fulda / Burkhard Beintken

Die Wasserversorgung (hier das Wasserwerk Götzenloch) ...Foto: Archiv Rhön Energie Fulda / Uli Mayer

Selbstverständlich wird die weltweite Corona-Krise auch wirtschaftliche Auswirkungen haben, auch auf die deutsche Energiewirtschaft und die Versorger vor Ort, so der Sprecher der Geschäftsführung. "Wir konnten in der derzeitigen Corona-Krise bzw. während der Ausgangsbeschränkungen bisher keinen signifikant höheren Strom- und Gasverbrauch bei unseren Privatkunden feststellen. Signifikant zurückgegangen sind dagegen die Energie-Verbräuche im Bereich Gewerbe und Industrie. Wenn Unternehmen stillstehen, wird weniger Energie benötigt." Diese Beobachtung decke sich mit dem bundesweiten Trend. "Zudem war der Winter erneut überdurchschnittlich warm, was den Erdgasabsatz gesenkt hat. Insgesamt hängen die wirtschaftlichen Auswirkungen davon ab, wie schnell die Unternehmen mit zunehmenden Lockerungen wieder hochfahren können." 

Insgesamt stellt Heun aber fest: "Wir werden diese Herausforderung bestehen und bleiben leistungsfähig – werden aber auch erhebliche Einbußen hinnehmen müssen. Die Auswirkungen der Corona-Krise werden sich in den Quartalen zeigen, die noch kommen." 

ÖPNV läuft mit weniger Fahrgästen - Bäder weiter dicht


Die Busse der Verkehrsbetriebe fahren auf ...Foto: Archiv Rhön Energie Fulda / Burkhard Beintken

Die Busse der Verkehrsbetriebe fahren auf den gewohnten Linien in der Region – wenn auch mit deutlich weniger Fahrgästen. Zum Schutz der Fahrer und Fahrgäste ist kein Einstieg durch die Fahrertür möglich und der Sitzbereich des Busfahrers ist weiterhin abgetrennt. Auf behördliche Anweisung geschlossen sind derzeit außerdem die Bäder, für die eine Tochtergesellschaft der Rhön Energie, die Bäder Betriebs GmbH, die Betriebsverantwortung trägt.

Abschließend stellt RE-Chef Martin Heun fest: "Bei all diesen Themen zahlt sich auch der enge Draht zu den Gebietskörperschaften und den Branchenverbänden sowie der Thüga aus. Die Abstimmung mit der Stadt Fulda sowie dem Landkreis Fulda ist seit jeher reibungslos und funktioniert auch in Krisenzeiten sehr gut." (Christian P. Stadtfeld) +++


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