Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber (Bildmitte) und die Vertreter der Initiative Dagmar Krauße und Michael Sasse - Fotos: Hans-Hubertus Braune

KASSEL Andenken lebendig halten

Ein Jahr nach Lübcke-Mord: Kampagne "Demokratische Werte sind unsterblich"

29.05.20 - Vor knapp einem Jahr wurde der damalige Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke auf der Terrasse seines Anwesens in Istha mutmaßlich von einem vorbestraften Gewalttäter erschossen. Während direkt in der Nachbarschaft das kleine Dorf westlich von Kassel Kirmes feierte, verlor der engagierte Regierungspräsident sein Leben. Die grausame Tat hatte bundesweit für Entrüstung gesorgt. Der mutmaßliche Täter Stephan E. sitzt in Untersuchungshaft.

Das Regierungspräsidium Kassel und die nordhessische Initiative "Offen für Vielfalt - Geschlossen gegen Ausgrenzung" erinnern jetzt mit einer groß angelegten Kampagne an die Ermordung Walter Lübckes und an dessen Engagement für eine offene, tolerante und demokratische Gesellschaft und gegen rechte Hetze und Gewalt.

Zum Auftakt der Kampagne wurde am Donnerstag ein rund 200 Quadratmeter großes Banner am Regierungspräsidium in Kassel angebracht. Die Botschaft darauf ist ebenso bewegend wie klar: "Demokratische Werte sind unsterblich".

"Wir haben durch den feigen Mord an Walter Lübcke einen überzeugten Demokraten verloren. Aber die Werte, für die er stand, sind unsterblich", sagte der aus Fulda stammende Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber während eines Pressegesprächs vor dem Regierungspräsidium am Donnerstagmittag in Kassel. "Das Banner ist in einer gemeinschaftlichen Aktion entstanden. Es ist ein sehr, sehr starkes Zeichen und man kriegt förmlich Gänsehaut, wenn man sich den Kontext überlegt, zu welchem die Aussage steht", sagte Klüber gegenüber den zahlreichen Medienvertretern. Klüber ward Lübckes Stellvertreter und hat die schwierige Aufgabe der Nachfolge Lübckes übernommen.

Plakataktion am Jahrestag: Sichtbares Zeichen

Wegen der Corona-Pandemie sind zum Jahrestag der Ermordung Lübckes keine größeren Gedenkveranstaltungen möglich. Trotzdem sind einige Aktionen geplant - unter anderem die Plakataktionen. Am 2. Juni sind die Menschen in Kassel und Umgebung aufgerufen, die dort erscheinende Zeitungsanzeige auszuschneiden und sichtbar an ein Fenster ihres Geschäftes oder Wohnhauses zu hängen. Das Plakat kann aber auch im Internet unter der Adresse www.offenfuervielfalt.de heruntergeladen werden. Die Initiatoren freuen sich, wenn sich auch viele Osthessen an der Aktion beteiligen.

Zu den Unterstützern zählt auch der Düngemittelhersteller K+S und einige weitere Großunternehmen, aber auch kleinere Firmen aus der Region Kassel. "Demokratie ist kein Selbstläufer. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland und Europa, die für liberale Werte und Toleranz steht, muss sicht- und hörbar werden. Dafür engagieren wir uns als Unternehmen. Ich bin überzeugt: Wirtschaft muss politisch sein, denn wir sind ein Teil der Gesellschaft. Und als solcher stehen wir in der Verantwortung", wird Mario Mehren, Vorstandsvorsitzender von Wintershall Dea zitiert. (Hans-Hubertus Braune) +++


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