FULDA "Innenstadt darf nicht sterben"

Protestaktion: Karstadt- und Kaufhof-Mitarbeiter gehen auf die Barrikaden

09.06.20 - Zahlreiche Menschen standen am Montagmorgen bei Galeria Karstadt Kaufhof in Fulda vor verschlossenen Türen. Am Vormittag demonstrierten die Mitarbeiter des Warenhauskonzerns auf dem Universitätsplatz und zogen mit grünen Luftballons die Blicke von Vorbeilaufenden auf sich. Sie alle bangen derzeit um ihren Job. Gemeinsam mit ver.di setzten die Angestellten beider Warenhäuser mit ihrer Demonstration nun ein Zeichen und hoffen so den Druck gegenüber der Konzernleitung zu erhöhen.

"Wir kämpfen dafür, dass beide Häuser hier in Fulda bleiben", sagte Michael Kretsch, Betriebsratsvorsitzender von Galeria Kaufhof, zu den rund 100 Demonstrierenden. Dem stimmte Betriebsrat-Kollege Michael Frohnapfel von Karstadt zu: "Wir haben ein geiles Team hier in Fulda und wollen die Tradition beider Häuser bewahren." Die Zukunft – und damit der Job von 144 Menschen – steht derzeit auf Messers Schneide.

In Fulda haben die Beschäftigten von ...Fotos: Carina Jirsch

Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld zeigte ...

Die Mitarbeiter ließen grüne - und ...

Eine Schließung würde nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Stadt Fulda hart treffen: "Stirbt das Warenhaus in Fulda, stirbt auch der Einzelhandel", verdeutlichte Manuel S. Sauer, zuständiger ver.di-Gewerkschaftssekretär. Die Mitarbeiter des Warenhauskonzerns seien das Aushängeschild der Barockstadt im Handel. "Beide Häuser haben eine lange Tradition und sind die Leuchttürme dieser Stadt. Für Fulda und ihre Menschen wäre eine Schließung eine Katastrophe."

OB Wingenfeld äußert sich

Auch Fuldas Oberbürgermeister brachte seine Solidarität zum Ausdruck: "Wir als Stadt sehen für Fulda und seine Region Potenzial für beide Warenhäuser." Die Mitarbeiter des Konzerns mussten bereits in der Vergangenheit immer wieder ein Wechselbad der Gefühle erleben. Nun stehen sie erneut vor existentiellen Fragen und Sorgen: "Wir wollen tun, was wir können und unseren Beitrag leisten. Ich bin mir sicher, dass wir überzeugen können, wenn wir alle an einem Strang ziehen", so Wingenfeld. Das persönliche Einkaufserlebnis der Stadt Fulda sei ein hohes Gut, dass es zu erhalten gilt.

Manuel S. Sauer von ver.di

Dem stimmte Jonathan Wulff, Vorsitzender der SPD-Fraktion Fulda, zu: Eine Schließung der Warenhäuser sei für Fulda schwer zu verkraften. "Die Attraktivität wäre ohne sie nicht mehr gegeben." Nun sei die Geschäftsführung des Warenhauskonzerns am Zug, Ideen zu entwickeln.

Bereits im April hat die Galeria Kaufhof Karstadt GmbH das Verfahren einer Planinsolvenz eröffnet. "Die Geschäftsführung kann die Maßnahmen nun in aller Schnelle und Härte durchführen", so Sauer über die Möglichkeit kurzfristiger Entlassungen und zeitnaher Filialschließungen. Er habe den Eindruck, dass die Unternehmensleitung in Essen die Corona-Krise nutzen möchte, um im Rahmen des Insolvenzrechtes Dinge durchzuführen, die sonst laut Tarifvertrag mit ver.di nicht möglich gewesen wäre.

Die Tarifverhandlungen laufen. Ver.di möchte einen Sozialtarifvertrag zugunsten der Beschäftigten aushandeln und damit die Arbeitsplätze sichern. "Es sind harte Verhandlungen. Diese Woche wird es in 172 Städten konkret", so Sauer. (Julissa Bär) +++


Über Osthessen News

Kontakt
Mediadaten
Werbung
Impressum

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Service

Blitzer / Verkehrsmeldungen Stellenangebote
Gastro
Mittagstisch
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage

Social Media

Facebook
Twitter
Instagram

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön