Ein anderer Sommer wird Kulturliebhaber in die Bad Hersfelder Stiftsruine locken. - (Archiv-)Fotos: O|N / Stefanie Harth / Hendrik Urbin

BAD HERSFELD Kommt das kleinste Musical der Welt?

Nach Festspiel-Aus: Intendant Hinkel präsentiert den "anderen" Kultur-Sommer

12.06.20 - Dass die Bad Hersfelder Festspiele aufgrund der vorherrschenden Corona-Pandemie – ausgerechnet in ihrem 70. Geburtstagsjahr – abgesagt werden mussten, hat die Stadt sowie die Kulturschaffenden und Freunde des "Wahren, Schönen, Guten" knallhart getroffen. Den Kopf in den Sand stecken die Theatermacher aber nicht: Intendant Joern Hinkel hat den Mitgliedern des Ausschusses für Bildung und Kultur, der seit einer gefühlten Ewigkeit erstmals wieder öffentlich getagt hat, eine kreative Konzeption für einen Kultur-Sommer vorgestellt.

Ein bisschen wie in einer Spinnstube

Intendant Joern Hinkel hat den Mitgliedern ...

Unter der Überschrift "Ein anderer Sommer" schwebt dem Festspielintendanten eine Art "Festival des Erzählens" vor, das – angelehnt an Geschichten, die einst in den Spinnstuben erzählt worden sind – an fünf Wochenenden zwischen Mitte Juli und Mitte August (17. Juli bis 16. August) steigen soll. Wie Joern Hinkel berichtet, treten die Festspiele bei diesem Unterfangen, das in enger Abstimmung mit dem Stadtmarketing und den hiesigen Kulturschaffenden entstanden ist, als Koordinator auf.

Voraussetzung sei freilich, dass die zuständigen Behörden dem "anderen Sommer" grünes Licht erteilen. Mit Details zum Programm hat Hinkel sich (noch) bedeckt gehalten. Das Programm soll Ende Juni der Öffentlichkeit präsentiert werden. Namhafte Künstler werden allerdings ebenso mit von der Partie sein wie zwei Darsteller und zwei Musiker, die das "kleinste Musical der Welt" zum Leben erwecken werden.

Spielorte in der ganzen Innenstadt

Bad Hersfelder Ausschusssitzung in Zeiten von ...

Ansinnen sei es, "alle möglichen Formen des modernen Erzählens mit allen möglichen Techniken auf die Bühne zu bringen". Als Spielorte sollen etwa die Stiftsruine (maximal 250 Besucher), der Stiftsbezirk, das Johann-Sebastian-Bach-Haus (40 bis 50 Besucher), das städtische Museum (circa 20 Besucher), die Stadtkirche (rund 70 Besucher) sowie diverse Plätze in der Innenstadt dienen. Laut Hinkel sollen Geschichten vom Anfang (Schöpfung) bis zum Ende der Welt (Endzeiterzählungen, Utopien) lebendig gemacht werden.

"Wie sieht unsere Welt aus? Was für eine Welt wollen wir unseren Kindern hinterlassen?": dies werde der "andere Sommer" thematisch aufgreifen. Zudem sollen die Akteure auf den Bühnen die Geschichte der Festspielstadt plastisch werden lassen. Zu den Mitgliedern des Festspielensembles und des Festspielorchesters werden sich bildende Künstler, Philosophen und Musiker gesellen. Hinkel spricht von einem "bunten Wochenendprogramm" sowohl für Erwachsene als auch Familien und Kinder, das sich von elf Uhr bis nach Mitternacht erstrecken soll.

Schnee von gestern: Vorstellung des Spielplans ...

"Wir hoffen, dass wir Bad Hersfeld mit unserem Konzept 'Ein anderer Sommer' beleben können", sagt der Festspielintendant. "Wir wollen nicht so tun, als wären wir die Festspiele. Wir wollen nicht, dass die Fanfare in ihrer Originalversion erklingt – wir sind ein anderer Sommer." Deshalb sei – logischerweise – "alles ein wenig anders". Einen anderen Blickwinkel eröffne beispielsweise die Bühne in der Stiftsruine, die in diesem Jahr auf der Seite des Haupteingangs positioniert werden soll.

Die Mitglieder des Ausschusses für Bildung und Kultur hat Joern Hinkel bereits im Sack. "Das hört sich sehr überzeugend an", meint Ausschussvorsitzende Silvia Schoenemann (CDU). Bad Hersfeld ist gespannt auf einen Sommer der etwas anderen Art. (Stefanie Harth) +++


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