Lehrercoach Frank Wagner führt seine Schülerinnen und Schüler zum Erfolg. Er hofft mit Theophil Richter, Lukas Brostmeyer, Niklas Rummel und Tim Habermann auf die bestmögliche Platzierung. - Fotos: Gudrun Schmidl

BEBRA Jugend gründet - Silicon Valley lockt

Schülerteam aus Bebra mit Verleih-Marktplatz "Shary" beim Online Bundesfinale

Hintergrund zum Wettbewerb„Jugend gründet“ ist ein bundesweiter Online-Wettbewerb, seit 2003 gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. In der ersten Spielphase haben die Teilnehmer die Aufgabe, einen Businessplan für eine innovative Geschäftsidee zu entwickeln. In der zweiten Spielphase im zweiten Schulhalbjahr starten alle Teilnehmer in eine Startup-Simulation. Das Planspiel simuliert acht Geschäftsjahre, in denen es gilt, ein virtuelles Unternehmen mit möglichst nachhaltigen strategischen Entscheidungen durch die Höhen und Tiefen der Konjunktur zu führen. Die gesamtbesten Teams aus beiden Wettbewerbsphasen (Businessplan- und Planspielphase) werden normalerweise zum Bundesfinale nach Stuttgart eingeladen.Neben dem Team aus Bebra ist ein zweites hessisches Team aus Geisenheim dabei. Die heimischen Finalisten müssen sich mit ihrer Idee unter anderem gegen Verpackungsboxen aus nachwachsenden Rohstoffen, mikroplastikfreies Shampoo, einen biologisch abbaubaren Pflanzentopf als Ersatz für Plastiktöpfe oder eine elegante und multi-funktionale smarte Brille, mit welcher man jederzeit in die Welt von VR (Virtual-Reality) wie auch AR (Augmented-Reality) einsteigen kann, durchsetzen.

18.06.20 - Heute und morgen steigt die Spannung bei Lukas Brostmeyer, Niklas Rummel, Tim Habermann und Theophil Richter, allesamt Schüler des Beruflichen Gymnasiums in Bebra. Die 18-Jährigen haben eine Einladung zum Jugend gründet Bundesfinale 2020 erhalten, das in Form einer Zukunftsgründermesse online ausgetragen wird. Sie gehören zu den besten von 4.117 Teilnehmenden im Wettbewerbsjahr 2019/2020. Die besten zehn Teams, bestehend aus 37 Schülerinnen und Schülern aus sechs Bundesländern, werden morgen ihre Ideen und Produkte in einem 60 Sekunden dauernden Pitch einer hochkarätig besetzten Jury ausformuliert und im Detail vorstellen und statt an einem Messestand in virtuellen Räumen überzeugen müssen.

"Wer heute die beste Show liefert, hat morgen gewonnen", weiß Frank Wagner als Lehrer und Motivator, der als Diplomkaufmann in großen Unternehmen Berufserfahrung sammeln konnte, bevor er sich beruflich umorientierte und nunmehr in der 11. und 12. Klasse der Fachoberschule Wirtschaft und Informatik unterrichtet und als Highlight den Gesamtsieg eines von ihm als Lehrercoach betreuten Schülerinnen-Teams bei Jugend gründet im Wettbewerbsjahr 2013/2014 nach Bebra holte. Die Bebraer Start-up Gründer müssen für ihre Präsentation in den Magistrat-Sitzungssaal im Rathaus ausweichen, weil die Digitalisierung in den Beruflichen Schulen in Bebra zwar erwünscht, aber noch nicht angekommen ist. Das Siegerteam gewinnt beim "Jugend gründet Finale" eine geführte Reise ins Silicon Valley, dem Hotspot der amerikanischen Gründerszene. Und es werden weitere spannende Sonderpreise vergeben.

Das Fach Unternehmensgründung ist im Lehrplan der Fachoberschule für den zweiten Ausbildungsabschnitt, also in der 12. Klasse, fest verankert im hessischen Lehrplan. Die vier teilnehmenden Schüler waren vorab schon grundsätzlich durch "Werbung" seitens ihres engagierten Lehrers motiviert, an dem Online-Wettbewerb teilzunehmen. Die Schulschließung wegen dem Covid19-Virus machte es den Start-up Gründern auf der Zielgeraden nicht leicht, den angebotenen Online-Unterricht mit dem Online-Wettbewerb zu vereinbaren. "Da war so manche Nachtschicht nötig", gesteht Niklas Rummel. Verzichten mussten die Schüler auch auf das Zwischenfinale, das Pitch Event in Leipzig und nun auch auf das Finale in Stuttgart vor großem Publikum.

Eine Idee für ein innovatives Produkt zu finden, welches es noch nicht auf dem Markt gibt, das ist der schwierigste Teil im Wettbewerb, weiß Frank Wagner. Das Bebra-Team hofft, mit ihrer Idee zu punkten, denn ein Produkt, das physisch greifbar ist, können sie nicht anbieten. Dafür ist die Größe ihrer Idee bemerkenswert. Alles fing mit der Frage nach einer Leiter an. Auf dem Dorf kann man sich sofort eine ausleihen, in der Stadt ist das schon deutlich schwieriger. Um dieses Vertrauen und Miteinander im Dorf auch in die Stadt zu exportieren, haben sich die jungen Männer den Verleih-Marktplatz "Shary" erdacht. "Wir bieten mit Shary einen Internet-Marktplatz, auf dem hochpreisige und langlebige Geräte und Gebrauchsgegenstände vermietet und gemietet werden können, der sich an Privat und Gewerbe richtet. Das kann beispielhaft die Dachbox für eine Urlaubsreise oder der Thermomix für das Silvesteressen sein".

Vision für eine nachhaltigere Welt Fotos (6): Berufliches Gymnasium

Ein Blick in den Keller zeigt, was man beispielhaft alles vermieten könnte ...

Sparkassen-Finanzierungsexperte, Herr Suffin, unterstützt die Start-up Gründer

Ohne Programmierer funktioniert es nicht

Auch die Finanzierung muss gewährleistet sein

Der Zugang zum Marktplatz ist einfach, durch Authentifizierung sicher und ermöglicht über ein Bewertungsschema die Entwicklung einer Vertrauensbasis. Durch die bevorzugt lokale Vermietung und die häufige Verwendung der Mietgegenstände tragen die Gründer mit ihrer Plattform zu einem nachhaltigeren Umgang mit den Ressourcen bei. Das Wirtschaften wird positiv beeinflusst und liefert einen weiteren Baustein für die Shared Economy.  Mit Kernkompetenzen wie Neugierde, Offenheit, Kreativität, Innovationsfreude, Eigeninitiative, Lösungsorientiertheit und Durchsetzungsvermögen werden die Jugendlichen in der Zukunft nicht nur für die Herausforderungen von morgen gewappnet sein, sondern ihren Beitrag zu Innovationen in Wirtschaft und Gesellschaft leisten. Und damit dies Realität wird, trainiert "Jugend gründet" diese Eigenschaften wie kein anderer Bildungswettbewerb. Im Team ermitteln die Jugendlichen Ansatzpunkte für innovative Ideen und zeigen dann in ihrem Businessplan auf, wie sie dies in einem Start-up umsetzen können.

Der Prototyp auf ihrer Webseite steht bereits (http://www.shary-global.jimdofree.com). Server für Datenbank und Frontend ihres Internet-Marktplatzes mieten die vier Schüler bei Strato. Das nötige Fremdkapital beziehen sie von der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg. Büroflächen mieten sie über die Stadtentwickung Bebra kurzfristig und kostengünstig im örtlichen Gründerzentrum. "Wir brauchen noch Investoren, die mit uns auf Augenhöhe investieren und die geplante Expansion vorantreiben", erhoffen sich die jungen Gründer. Wer die Idee "Shary" und das junge Unternehmen Global GmbH unterstützen möchte, kann unter www.jugend-gruendet.de  für die heimischen Gründer stimmen. Die Siegerehrung mit Rahmenprogramm wird am 19. Juni ab 9.00 Uhr gestreamt auf www.jugend-gruendet.de/finale2020.  (Gudrun Schmidl) +++


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