Wie eh und je: Noch heute führen in der Rhön Schäfer ihre Tiere auf die Weide... - Fotos: Miriam Rommel

RHÖN Freizeitregion Osthessen

Das Schwarze Moor: Nicht nur wegen der Bratwurst gut!

26.06.20 - Urlaub kann auch zu Hause funktionieren: Während in Zeiten der Corona-Pandemie in diesem Jahr viele Menschen auf die geliebten Ferien im Ausland verzichten, hat sich das Team von OSTHESSEN|NEWS in der Region umgesehen und die schönsten Ausflugsziele für Sie besucht. In den kommenden Wochen werden wir echte Geheimtipps und auch beliebte Orte vorstellen, die einen Kurztrip lohnen.

Heute: Das Schwarze Moor

Der Kiosk am Schwarzen Moor

Fast jeder, der in der Rhön beheimatet ist, kennt den Bratwurststand auf der Hochrhönstraße. Was vor vielen Jahrzehnten eher rustikal und urig in einem Bretterverschlag begann – eine Wurst gab es dort vor über 30 Jahren auch, wenn der Schnee die Straßen vollkommen bedeckte – ist auch noch heute Anlaufstelle Nummer Eins für viele Touristen. Zwar gibt es heute die zünftige Hütte nicht mehr, dafür aber einen großen Kiosk, der Ausgangspunkt für viele Wanderungen ist.

Und auch wenn die Bratwurst allein einen Besuch in der Hochrhön schon lohnenswert macht, gibt es hier weit mehr zu entdecken.

Das Schwarze Moor liegt in der Bayerischen Rhön am Dreiländereck von Hessen, Thüringen und Bayern und gehört zum 243.323 Hektar großen UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Das Feuchtgebiet ist mit 66,4 Hektar der größte Moorkomplex aus Niedermooren und einem weitgehend unberührten und intakten Regenmoor in der Rhön. Es ist Bestandteil des europaweiten Schutzgebietssystems Natura 2000 und eines der bedeutendsten Hochmoore in Mitteleuropa. Zu seinem Namen kam es übrigens aufgrund seiner Farbe: Franz Anton Jäger, ein eifriger Naturforscher, schrieb in seinen 1803 erschienenen Schriften "Briefe über die Hohe Rhoene Frankens", dass das Schwarze Moor viel feuchter als das Rote Moor sei. Deshalb würde das auch im Schwarzen Moor wachsende rote Magellans Torfmoos, das dem Roten Moor den Namen gab, schon beim Keimen wieder verderben, schimmeln, um dann schwarz zu werden.

Naturschutz: Spaziergänger müssen auf den vorgegebenen ...

Viele Pflanzen, die und um das Schwarze Moor herum gedeihen, sind weltweit vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet. Auch aus diesem Grund sollten Besucher nur auf den angelegten Wanderwegen bleiben.

Im Schwarzen Moor und in der gesamten Hochrhön haben Birkhühner eines ihrer letzten Rückzugsgebiete. Die Zahlen bewegen sich seit Jahren auf niedrigem Niveau, in den letzten Jahren wurden mehrfach aus Schweden stammende Tiere ausgewildert.  Viele weitere gefährdete Vögel haben in diesem Gebiet ihre Heimat.

Aussichtsturm

Der Moorlehrpfad, an dessen Rand ein 17 Meter hoher Aussichtsturm steht, ist übrigens auch für junge Besucher bestens geeignet: Im April 2011 wurde er nach entsprechender Neugestaltung speziell für die Zielgruppe Kinder als vierter seiner Art in Deutschland von der ZDF-Sendung Löwenzahn und dem Verband Deutscher Naturparke als Löwenzahnpfad ausgezeichnet. Solche Pfade sollen Kindern Anreiz und die Möglichkeit bieten, Natur zu erleben und sich darin selbstständig und aktiv auszuprobieren. Von Mai bis Oktober werden mehrmals in der Woche geführte Wanderungen durch das Moor angeboten

Geschichtliches Mahnmal

Noch immer erinnert der Torbogen an ...

Der steinerne Bogen, der am Eingang eines Wanderweges steht, erinnert noch heute an das im Jahr 1934 erbaute Reichsarbeitsdienst-Lager. Es beherbergte etwa 300 Personen. Gauleiter Dr. Otto Hellmuth wollte mit seinem "Rhönaufbauplan" die wirtschaftlich schwache Region kultivieren und für die Landwirtschaft öffnen. Der Plan misslang, 1945 wurde das Lager aufgegeben. (mr) +++

 


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