"Ein Dank geht an den Fuldaer Fotografen Walter Rammler, der mit seinen Fotos aus seinem Studio tatsächlich der erste Spender für diese Aktion war." - Foto: Hospiz- und Förderverein Fulda

FULDA "Helfen Sie beim Helfen"

Der Hospizarbeit ein Gesicht geben: "Hier stehen Menschen wie Du und Ich"

02.08.20 - "Nein, es ist kein Wahlkampf", so beantworten die beiden Vorstandsmitglieder des Hospiz-Fördervereins Silvia Hillenbrand und Wilfried Wanjek die Frage nach den Plakaten, die derzeit in der Stadt Fulda zu sehen sind. Allein die Gesichter sind wie in Wahlkampfzeiten ein Hingucker und sollen vermitteln, dass hinter der kostbaren Arbeit der Sterbe- und Trauerbegleiter Menschen wie Du und ich stehen.

"Mit dem Einverständnis unserer Ehrenamtlichen, mit ihren Gesichtern an die Öffentlichkeit zu gehen, wollen sie und wir zeigen, dass das hospizliche Ehrenamt gerade in Corona-Zeiten weiter geht", erklärt der Verein in einer Pressemitteilung. Das trifft auf die Sterbe- und Trauerbegleitung, aber auch auf den Kinderhospizdienst zu. "Natürlich, vieles findet über andere Kommunikationswege statt - aber die Betroffenen und deren Familien brauchen weiterhin unsere Hilfe", ergänzt Wilfried Wanjek, der als Leiter des Malteser - Hospizzentrums die Anfragen koordiniert.

"Helfen Sie mir beim Helfen"

Auf den Plakaten werben die Ehrenamtlichen außerdem mit dem Satz "Helfen Sie mir beim Helfen". Auch das verblüffe im ersten Moment. Aber immer wieder wird dem Vorstand des Hospiz-Fördervereins sowie den Maltesern die Frage gestellt "Warum kostet Ehrenamt Geld?", denn die praktische Hospizarbeit werde doch überwiegend von Ehrenamtlichen ausgeübt. Fünf unterschiedliche Antworten geben die fünf auf den Plakaten abgebildeten ehrenamtlichen Hospizler, je nach dem ausgeübten Einsatzbereich.

"Da braucht die Trauerbegleiterin Arbeitsmaterialien, die Kinderhospizlerin Benzin und ein Auto, um Familien im ganzen Landkreis besuchen zu können. Da weiß der ambulante Sterbebegleiter, dass seine Ausbildung und Qualifizierung Geld kostet und auch die Trauerbegleiterin kennt die Kosten ihrer Ausbildung und kann nur mit einer solchen Profession den Kindern und Jugendlichen beim Abschied nehmen helfen. Und nicht zuletzt braucht auch die Sterbebegleiterin im stationären Hospiz fachliche Begleitung", erklärt der Verein.

Für alle gelte: ohne Ausbildung, Qualifizierung, professionelle Unterstützung, ohne Arbeitsräume und ohne Arbeitsmaterialien gehe es nicht. Und dazu werben die Ehrenamtlichen mit ihrem Gesicht - um Spenden auf das Konto des Hospiz-Fördervereins. Dieser unterstützt mit den Spenden die ambulante Hospizarbeit, die Kinderhospizarbeit der Malteser, die Malteser Trauerarbeit sowie das stationäre Hospiz St. Elisabeth in Fulda.

Das Geld kommt an

Martin Hoogen, ebenfalls Vorstandsmitglied des Hospiz-Fördervereins, erklärt dazu: "Die Hospizarbeit wird nur anteilig über die Krankenkassen finanziert - die Trauerarbeit muss vollständig über Spenden finanziert werden, da nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie die Spendeneingänge stark zurückgegangen sind. Die Angebote der Hospizdienste sollen grundsätzlich von allen Bürgern als Unterstützung in Anspruch genommen werden können, daher werden sie kostenfrei angeboten.

Der Vorstand versichert, dass das Geld immer in die hospizliche Arbeit fließt, denn auch der Förderverein arbeitet ausschließlich im Ehrenamt. (pm) +++


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