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Andreas Fischer ist stolz, Vogelsberger zu sein. - Fotos: Luisa Diegel

HOMBERG (OHM) Wir l(i)eben den Vogelsberg (8)

Andreas Fischer reizt die Vertrautheit: "In der Stadt ist man nur einer von vielen"

WIR L(I)EBEN DEN VOGELSBERGDer Vogelsberg ist liebens- und lebenswert! Mit unserer neuen Serie möchten wir genau das zeigen und uns von jungen Menschen aus der Region beeindrucken lassen, die sich bewusst für ein Leben und Arbeiten in der Vulkanregion entschieden haben.

21.09.20 - Andreas Fischer ist ein waschechter Vogelsberger. Und wenn es nach ihm geht, wird sich an dieser Situation auch niemals etwas ändern. Er liebt sein Leben in der Vogelsberger Kleinstadt Homberg (Ohm) - dort hat er sich seinen Freundeskreis aufgebaut, nicht weit zur Arbeitsstelle und hat in Zukunft auch vor, sich auf kommunaler Ebene politisch zu engagieren. 

Fischer ist von Kind auf in Homberg aufgewachsen und auch jetzt, 33 Jahre später, ist er immer noch glücklich, in der Kleinstadt zu leben. Nach seinem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Schottener Reha, machte er seine Ausbildung als Krankenpfleger. "Eigentlich wollte ich immer andere Dinge machen - doch dann wurde meine Oma pflegebedürftig, deshalb entschied ich mich damals für die Ausbildung", erzählt er im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Nach seiner Lehre arbeitete er zehn Jahre in der Psychiatrie in Marburg in der geschlossenen Abteilung - "ich habe dann aber gemerkt, dass das einfach nicht mehr zu meinem Lebensstil passt, deshalb habe ich nun mein Hobby zum Beruf gemacht".

DRK-Mitglied durch und durch

Der 33-Jährige ist nämlich seit über 25 Jahren ehrenamtliches Mitglied beim DRK. Schon als kleiner Junge war er begeistert von der Arbeit, die er heute mit Leib und Seele ausführt. "Ich arbeite beim DRK in Alsfeld in der Verwaltung und plane und organisiere dort beispielsweise die Erste-Hilfe-Kurse. Außerdem arbeite ich in meiner Freizeit seit zehn Jahren beim Rettungsdienst", erzählt er. Seit zwei Jahren ist Andreas beim Ortsverband Homberg (Ohm) erster Vorsitzender, "ich habe das Amt von meinem Vater übernommen". 

Seitdem er sechs Jahre alt ist, ist Andreas beim DRK aktiv.

Dieser hatte das Amt niedergelegt, wenig später ist er an Krebs erkrankt - im Februar dieses Jahres verlor er den Kampf gegen die Krankheit. Dieses schlimme Ereignis belastete Andreas sehr, "ich habe angefangen, mir viele Gedanken zum Thema Leben und Lebensqualität gemacht." Seine Lebenshaltung ist nun eine etwas andere: "Für mich ist jeder Tag ein schöner Tag, Streit und Stress sind für mich einfach vergeudete Lebensenergie." Dieser Energie steckt er viel lieber in seine Arbeit, in Zeit mit seinen Freunden und in seine Hobbys. Auch wenn ihm die aktiven Jahre bei der Feuerwehr, den Schlosspatrioten oder als engagierter im Karnevalsverein irgendwann zu viel wurden - ist Fischer ein Vereinsmensch durch und durch.

"Der Zusammenhalt ist hier ein anderer"

"Das ist das, was ich hier im Vogelsberg so schätze. Der Zusammenhalt ist hier ein anderer. In Studentenstädten sind Freundschaften oft begrenzt, hier habe ich Freundschaften, die sind teilweise über 20 Jahre alt." Doch nicht nur deshalb liebt er das Vogelsberger Landleben. Denn Touren mit seinem Cabrio macht er am liebsten durch die Vulkanregion, beim Wandern auf der Schächerbachtour in Homberg schaltet er vom Alltag ab. "Wenn ich mal in Städte wie Gießen oder nach Frankfurt fahre, ist es da auch ganz schön. Aber da ist mir zu viel los, diese Ruhe, die man hier hat, möchte ich nicht missen. Ich mag es, hier zu leben, denn in der Stadt ist man einer von vielen, hier kennt man sich - das reizt mich."

Zwar hat der Homberger schon einmal überlegt, für einen Hilfseinsatz ins Ausland zu gehen, dann hat er es sich jedoch anders überlegt: "In unserer Heimat haben wir auch viel zu tun - Stichwort Unwettereinsätze - oder derzeit den Dannenröder Forst." Auch dazu hat Andreas eine klare Meinung: "Ich verstehe den Aufruhr nicht, jeder schreit nach Demokratie - aber einer demokratischen Entscheidung wird nun dennoch infrage gestellt." Mit der geplanten Autobahn sieht Fischer viele Vorteile für Homberg und die Region. "Die Straßen werden entlastet, Firmen können sich ansiedeln, neue Bewohner stärken das Vereinsleben."

Die Aussicht genießen: Andreas fühlt sich im Vogelsberg pudelwohl.


Ziel: die Kommunalpolitik

Damit seine Heimat Homberg nicht an Attraktivität verliert, möchte sich der 33-Jährige in Zukunft mehr politisch engagieren. "Ich will etwas bewegen, die Stadt voranbringen - sei es für die Wirtschaft, für Vereine, für die Kinder oder die Natur." Denn gerade in Homberg gäbe es viele Leute, die in der Kommunalpolitik stressen und stören - "denen geht es weniger um die Stadt und das Gemeinschaftswohl, sondern viel mehr ums Stören und die eigene Nase." Auch deshalb möchte er sich im nächsten Jahr zur Wahl des Stadtverordneten aufstellen lassen. (Luisa Diegel) 

Haben auch Sie sich schon in jungen Jahren für ein Leben und/oder Arbeiten im Vogelsberg entschieden und fühlen sich hier pudelwohl? Dann melden Sie sich bei uns unter: [email protected] - Unsere Redaktion nimmt dann Kontakt zu Ihnen auf. +++

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