Nicht wenige Lollsschwestern und Lollsbrüder haben sich rund um die Feuergrube, in der kein Fierche lodert, eingefunden, um an diesem Sehnsuchtsort des Lullusfestes gedenken. - Fotos: Stefanie Harth

BAD HERSFELD Lollsmontag ohne Lullusfest

Das Fierche bleibt Sehnsuchtsort: Herschfeller gedenken der fünften Jahreszeit

13.10.20 - Montag, 12. Oktober, um zwölf Uhr in Bad Hersfeld: Eigentlich wäre jetzt in der Lullusstadt die fünfte Jahreszeit eingeläutet worden. Tausende Menschen hätten ausgelassen in der Innenstadt gefeiert. Jedoch hat Corona dem 1.168. Lullusfest den Todesstoß versetzt. Es ist ein rabenschwarzer Montag für alle Lullusfest-Enthusiasten.

Feuermeister Klaus Otto.

Nicht wenige Lollsschwestern und Lollsbrüder haben sich rund um die Feuergrube, in der kein Fierche lodert, eingefunden, um an diesem Sehnsuchtsort des Lullusfestes zu gedenken. Ein Holzkreuz mit der Inschrift "Fierche 2020: 12.10.2020 – 18.10.2020" steckt in der mit bunten Blumen bepflanzten Feuergrube. Aus einem Bluetooth-Lautsprecher ertönt das Knistern des Feuers. Vereinzelt werden Kastanien in den abgesperrten Bereich rund um die Feuergrube geworfen.

Ein Hauch von Lolls


Die Polizei und die Beamten der städtischen Ordnungsdienste zeigen Präsenz. Lolls-Enthusiast und Schaustellerfreund Richard Krolzig hält gemeinsam mit Stefan Kopetschek, dem ersten Vorsitzenden des Lullusfest-Vereins, den Wechselspruch, der sich "normalerweise" am Eröffnungstag kurz vor dem Entzünden des Fierches zwischen Bürgermeister und Feuermeister entspinnt: "Wie die Väter in Ehren woll’n wir uns bewähren! Das Feuer brennt mit hellem Schein, was soll der Bürger Losung sein? Hersfeld, die Stadt, sie trägt im Schild, ein Kreuz und einen Löwen wild. In Kreuz und Leid hab’ Löwenmut und trau auf Gott, es wird wohl gut…"

Kippt die Stimmung?


Ein Holzkreuz mit der Inschrift „Fierche ...

Die Ordnungshüter entfernen das Holzkreuz an ...Foto: privat

Angestoßen wird freilich mit Lullusfeuer. "Enner, zwoon, dräi – Bruder Lolls!", schallt es durch die Bad Hersfelder Innenstadt. Plötzlich: Die Ordnungshüter entfernen das Holzkreuz an der Feuergrube. Die knisternde "Feuerbox" wird ebenfalls beseitigt. "Schämt Euch, das ist widerlich!", skandieren die Lollsschwestern und Lollsbrüder. "Bitte, lieber Gott, lass jetzt nicht die Stimmung kippen", schickt ein Gros der Anwesenden Stoßgebete gen Himmel. Aufatmen: Die Lage bleibt entspannt.

"Wir dürfen keine Versammlungspunkte dulden", äußert sich Stadtsprecher Meik Ebert gegenüber OSTHESSEN|NEWS zu diesem Eingreifen der Ordnungsdienste, das nicht wenige Lullusfest-Fans als "pietätlos" empfinden. Allmählich zerstreut sich die Menge und bricht in Richtung Linggplatz und Fußgängerzone auf.

Richard Krolzig und Stefan Kopetschek (re.) ...

Die Lolls-Teufel zeigen Präsenz.

Auf dem Linggplatz haben die "Lolls-Teufel" mit einem Mini-Motivwagen Stellung bezogen. "Zum Lolls-Teufel mit Corona. Wir Herschfeller können auch die fünfte Jahreszeit mit Herz feiern", lautet deren Credo. Friedlich gedenken die Lullusfest-Fans ihrer fünften Jahreszeit. Die Kneipen und Restaurants, die auf Außengastronomie setzen, sind gut besucht. Lolls-Schoppen und Lullusfeuer fließen auf Abstand. Und immer wieder schallt es "Enner, zwoon, dräi – Bruder Lolls!" lautstark aus den Kehlen der Lollsschwestern und Lollsbrüder. (Stefanie Harth) ++++


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