Dr. Wolfgang Seim wurde durch den Abteilungsleiter für Vermessung des Amtes für Bodenmanagement (AfB) Fulda, Stefan Hof, zum Obmann für historische Grenzsteine in Homberg (Ohm) ernannt. (Von links nach rechts) Dr. Andreas Thiedmann, Denkmalschutz, Bürgermeisterin Claudia Blum, Ulrich Beyenbach, Obmann Alsfeld, Christof Croonenbrock, Hessen Forst und Stefan Hof, AfB Fulda gratulierten dem Neuen - Foto: Amt für Bodenmanagement

HOMBERG (OHM) Schutz historischer Denkmäler

Dr. Wolfgang Seim zum Obmann für historische Grenzsteine ernannt

13.10.20 - Dr. Wolfgang Seim wurde zum Obmann für historische Grenzsteine für das Gebiet Homberg (Ohm) bestellt. Die Ernennungsurkunde überreichte Stefan Hof, Abteilungsleiter Vermessung des Amtes für Bodenmanagement (AfB) Fulda, im Auftrag des Hessischen Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation mit den Worten: "Wir brauchen Menschen wie Sie, die sich für den Erhalt solcher Kulturdenkmäler einsetzen, damit sie für die Zukunft erhalten bleiben".

Obmann für historische Grenzsteine – darunter kann man sich zunächst wenig vorstellen. Der Weg zu einem solchen Ehrenamt ist vielfältig: Dr. Wolfgang Seim war als Physiker bis vor Kurzem in der Softwareentwicklung und Qualitätssicherung tätig. Das Interesse des 69-Jährigen aus dem Homberger Stadtteil Maulbach galt aber schon früh geschichtlichen Themen. Von seinem Wohnort aus beschäftigte er sich mit der Heimatgeschichte der Stadt Homberg (Ohm). Schon vor 30 Jahren fand er "seinen" ersten Grenzstein in der Schlucht der Meisenbach. Er trägt die Nummer 24 und die Aufschriften "HW" und "SW" sowie die Jahreszahl "1779". Der Stein aus Quarzit, der für die historische Grenze zwischen dem "Herrenwald" und dem sogenannten Schenckenwald steht, ist noch heute als Gemarkungsgrenzstein zwischen Homberg und Maulbach gültig.

Genau an diesem Stein hat auch seine Ernennung zum Obmann für historische Grenzsteine stattgefunden. Seim erinnert sich: "Dieser Stein hat mich schon aufgrund seiner gewaltigen Größe nachhaltig beeindruckt und fortan mein Interesse für die Geschichten, die hinter den historischen Steinen stehen, geweckt." Bis heute hat er bereits mehr als fünfzig Steine gefunden und aufgesucht. Dabei waren ihm die Beschäftigten von Hessen Forst und dem städtischen Bauhof eine große Hilfe. Gleichfalls hat er mit dem verstorbenen Obmann Gerhard Habermehl aus Grebenau und dem Obmann Ulrich Beyenbach aus Alsfeld, der im Berufsleben Geometer beim AfB Marburg war, eng zusammengearbeitet. Dieser erläutert, dass die Arbeit der rund 70 Obleute in Hessen eine große Bedeutung habe, da die mehrere tausend historischen Grenzsteine, um die sie sich kümmerten, schon oft Hunderte von Jahren als Zeitzeugen überdauert hätten. Auch für die archäologische Denkmalpflege sei Seim seit Jahren ein wichtiger Ansprechpartner in der Region, so Dr. Andreas Thiedmann Bezirksarchäologe der hessenArchäologie.

Bürgermeisterin Claudia Blum freute sich, dass Seim sich dieser bedeutenden Aufgabe im Stadtgebiet annimmt, denn die historischen Denkmäler seien auch ein Stück Heimatgeschichte. Hessen Forst unterstütze ebenfalls die Erhaltung historischer Grenzsteine und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien bestrebt, im Rahmen der forstlichen Bewirtschaftung diese zu erhalten, hebt Christof Croonenbrock, Leiter der Revierförderei Maulbach, in seiner Rede hervor.

Seim möchte die Grenzsteine in Homberg (Ohm) nun genau dokumentieren, analog und digital und sich, falls nötig, für ihre Instandsetzung einsetzen. Viele Steine im Vogelsbergkreis seien durch Veränderungen in der Landschaft bereits verschwunden oder zerstört worden, aber auch durch private Sammelleidenschaft gefährdet. Deshalb müssten sie nicht nur aus rechtlichen, sondern auch aus kulturhistorischen Gründen besonders geschützt werden.

Wer Interesse an der Arbeit mit historischen Grenzsteinen im Landkreis Fulda oder Vogelsbergkreis hat oder Hinweise zu Grenzsteinen geben kann, kann sich beim Ansprechpartner für historische Grenzsteine, Bernd Kaiser, unter 0661 8334-1114 oder [email protected] melden. Unterstützt werden die Obleute durch die regional zuständigen ÄfB, das Landesamt für Denkmalpflege Hessen sowie durch den Verein zur Pflege historischer Grenzmale Hessen e. V. (pm) +++


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