Aktivisten besetzen Baumhäuser im Herrenwald. - Symbolbild: O|N / Carina Jirsch

HOMBERG (OHM) "Einfach nur Wahnsinn"

Der Rodung "verdächtige" Firmen drangsaliert - auf Polizisten uriniert

14.10.20 - Neben die für den Bau der A49 beauftragte Firma Deges sind derzeit noch andere Unternehmen im Einsatz, damit die Rodungsarbeiten bis Ende Februar im Maulbacher Wald, im Herrenwald und im Dannenröder Forst abgeschlossen werden können. Für die A49-Gegner wohl ein gefundenes Fressen - denn diese rufen auf Twitter auf, die beteiligten Firmen anzurufen oder gar zu besuchen, "wenn euch das nicht passt!".

Denn diese Unternehmen würden sich "an der Zerstörung unserer Erde beteiligen". In diesem Zusammenhang listen die Aktivisten verschiedene Firmen in Hessen auf, unter anderem ein Unternehmen aus dem Kreis Marburg-Biedenkopf. Auf OSTHESSEN|NEWS-Nachfrage bestätigte sich: Die Firma wurde mit Anrufen der A49-Gegner regelrecht drangsaliert.

Am 5. Oktober besetzten Aktivisten über ...Foto: Twitter "Keine A49"

"Letzte Woche Montag und Dienstag war es ganz extrem. Die Anrufer waren frech und haben einfach gar nichts hinterfragt", erzählt uns eine Mitarbeiterin. Denn laut der Firma haben Mitarbeiter lediglich Baumaschinen transportiert - die jedoch nicht einmal für den Einsatz im Dannenröder Forst vorgesehen waren. "Unser Lkw-Fahrer wollte mit einer aufgeladenen Raupe eigentlich zu einer ganz anderen Baustelle, die Aktivisten haben ihn jedoch trotzdem festgehalten, sind auf den Lkw gestiegen und haben für zehn Stunden die Raupe besetzt." Der Lkw-Fahrer saß also fest, konnte nicht mehr zur eigentlichen Baustelle fahren. Obwohl wir den Leuten gesagt haben, dass wir damit nichts zu tun haben. Das war ihnen egal. Diesen Ausfall bezahlt uns niemand."

Auf Polizisten uriniert

Doch damit nicht genug: Laut Aussagen der Mitarbeiterin sollen die Aktivisten, die die Raupe besetzt hatten, auf die Polizisten, die den Einsatz bewachten, uriniert haben. "Dass das solch ein Ausmaß annimmt, ist einfach nur Wahnsinn!"

Die Firma hat aufgrund der vielen Anrufe die Polizei informiert und die Nummern der Anrufer den Beamten weitergegeben. "Mit solchen Aktionen machen sie Firmen das Leben schwer, noch heute bekommen wir E-Mails, warum wir uns beim Abholzen im Dannenröder Wald beteiligen würden." Dabei sei die Firma überhaupt nicht in diesem Gebiet tätig, der Lkw mit der aufgeladenen Raupe sei für Kabelarbeiten vorgesehen gewesen. "Glauben die denn alles, was in den sozialen Medien steht?"

"Unbeteiligte Kollegen werden gefährdet"

Auch eine Firma aus dem Vogelsbergkreis steht als Transportfirma auf der Liste der A49-Gegner. "Die Aussage war jedoch falsch - wir haben direkt nichts mit der Sache zu tun", erklärt eine Mitarbeiterin auf O|N-Nachfrage. Anrufe erhielten sie aber dennoch - "sie sagten, dass wir überlegen sollen, ob wir wirklich wirtschaftlich darauf angewiesen sind, diese Schandtaten an der Natur zu unterstützen".

Die Anrufe hätten sich jedoch in Grenzen gehalten, nach dem öffentlichen Aufruf der Aktivisten hatten die Mitarbeiter mit mehr gerechnet. "Mit solchen Aktionen werden Kollegen gefährdet, auch die mit der Sache gar nichts zu tun haben." Auch deshalb hat das Unternehmen ebenfalls die Polizei eingeschaltet. (Luisa Diegel) +++


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