Herber Rückschlag für Geschäftsleute: Der verkaufsoffene Sonntag am 18. Oktober fällt ins Wasser. - Archivfoto: O|N / Gudrun Schmidl

BAD HERSFELD "Lokaler Wille ist nicht ausreichend"

Aus für den verkaufsoffenen Sonntag: Stachel der Enttäuschung sitzt tief

15.10.20 - Nach der Absage des verkaufsoffenen Sonntags, der eigentlich am 18. Oktober in Bad Hersfeld steigen sollte, sitzt der Stachel der Ernüchterung bei allen Beteiligten tief: "Sehr enttäuscht" sind Vorstand und Mitglieder des Stadtmarketingvereins, dass der vom Verein geplante verkaufsoffene Sonntag nicht stattfinden kann. "Dieser wäre für Händler und Kunden äußerst wichtig gewesen", sagt Hotelier Achim Kniese, der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins.

Dieser traditionell seit Jahrzehnten stattfindende verkaufsoffene Sonntag habe aus Sicht des Vorstandes und dessen Rechtsbeistand Bestandsschutz - basierend auf einem Gewohnheitsrecht. Auch der Magistrat der Stadt Bad Hersfeld habe die Planungen unterstützt. "Doch, zunächst unabhängig von der Corona-Situation, begründet mit dem immer wieder heftig umstrittenen Hessischen Ladenöffnungsgesetz, sah das eine Juristin im Landratsamt nicht so und teilte dies dem Magistrat am vergangenen Freitag schriftlich mit, verbunden mit der Aufforderung, die Genehmigung zurückzuziehen", resümiert Kniese.

Einsatz hat nicht gefruchtet


Hotelier Achim Kniese, der Vorsitzende des ...Archivfoto: O|N

Zahlreiche Gespräche von Vorstandsmitgliedern und Gewerbetreibenden hätten kein anderes Ergebnis gebracht. "Auch die ausdrückliche Verwendung von Bürgermeister Thomas Fehling für den verkaufsoffenen Sonntag konnte die Sichtweise der Mitarbeiter des Landkreises nicht ändern, zumal man sich dort in Folge der Diskussionen auch auf das hohe Risiko von Corona-Verschleppungen durch auswärtige Besucher berief und dass mit dem Bad Hersfelder Lullusfest der notwendige Anlass des verkaufsoffenen Sonntags abgesagt sei", erläutert der Vereinsvorsitzende.

Ungeachtet der Tatsache, dass der Vorstand des Stadtmarketingvereins und dessen Rechtsbeistand eine andere Rechtsauffassung haben, habe man somit keine Chance gesehen, den verkaufsoffenen Sonntag so kurzfristig noch auf juristischem Wege durchzusetzen, zumal die ohnehin schon belasteten Händler Planungssicherheit bräuchten.

"Es ist kein gutes Zeichen, dass der lokale Wille im Gewerbe und in der Stadtpolitik nicht mehr ausreichend ist, um einen verkaufsoffenen Sonntag durchzuführen. Gerade der durch Corona stark geschädigte Einzelhandel hätte auch im Wettbewerb mit dem Online-Vertrieb Unterstützung dringend benötigt", betont Kniese. Dass diese von einer lokalen Behörde ausgeblieben sei, zeige aber auch auf, dass das äußerst komplizierte Hessische Ladenöffnungsgesetz dringend einer Überarbeitung und lebensnahen Liberalisierung bedürfe. (sh) +++


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