Dieser Mercedes wendete am vergangenen Samstag im Stau auf der B27. - Foto: privat

FULDA Nach Vorfall auf der B27

Wendemanöver in Rettungsgassen: "Zivilcourage zeigen - aber mit Bedacht"

18.10.20 - "Verkehrsteilnehmer, die sich dazu entscheiden, in der Rettungsgasse zu wenden, gefährden nicht nur sich selbst, sondern auch unheimlich die Leute, die am Anfang des Staus verunfallt sind. Wenn sich ein Fahrzeug und ein Rettungswagen in der Rettungsgasse gegenüberstehen, gibt es kein Durchkommen mehr. Die Gesundheit und das Leben der Betroffenen ist stark gefährdet", so Stephan Müller vom Polizeipräsidium Osthessen. Vor genau einer Woche kam es auf der B27 zwischen Eichenzell und Fulda zu genau dieser Situation. Mehrer Fahrzeuge versuchten, in der gut gebildeten Rettungsgasse zu wenden. Einem Audi-Fahrer gelang dies nicht. Er wurde von anderen Verkehrsteilnehmer aufgehalten – musste wieder in Reih und Glied einscheren. Ein Mercedes konnte vollständig wenden. 

So einfach geht Rettungsgasse: Diese Aufkleber ...Foto: Hessisches Ministerium des Innern und für Sport

Rettungsgassen retten Leben, dass sollte einem jeden bekannt sein. Trotzdem kommt es leider immer wieder zu unfassbaren Vorkommnissen in Staus – Verkehrsteilnehmer wenden oder befahren die Rettungsgasse. "Viele beschweren sich darüber, dass sie lange im Stau stehen, aber je besser eine Rettungsgasse funktioniert und eingehalten wird, desto schneller kommen wir alle dorthin und die Unfallstelle kann wieder geräumt werden", sagt Pressesprecher Müller. Die Beamten seien daran interessiert, den Verkehr so schnell wie möglich wieder ins Rollen zu bringen. "Allerdings müssen wir unsere Arbeit auch gewissenhaft und richtig erledigen. Genauso steht die Rettung und Versorgung der Unfallopfer an erster Stelle. Anschließend wird sich, so schnell es geht, um den restlichen Verkehr gekümmert", so Müller.

Polizei ist auf Zeugen angewiesen

Die Strafverfolgung solcher Verstöße gestaltet sich für die Polizei oft nicht einfach. Häufig bekomme man die Vorfälle nicht mit, da man am Anfang des Staus mit dem Unfallgeschehen beschäftigt sei: "Wir sind auf Zeugen angewiesen, um solche Straftaten auch nachverfolgen zu können. Zivilcourage fängt beim Bezeugen an und reicht da meist auch schon aus." Am vergangenen Samstag stellten sich einige der Verkehrsteilnehmer dem wendenden Audi in den Weg. Stephan Müller betont, dass es wichtig sei, sich bei einer solchen Aktion nicht selbst zu gefährden. An erster Stelle stehe die Sicherheit eines jeden Einzelnen. Hier lautet das Motto: "Zivilcourage zeigen - aber mit Bedacht". Er empfiehlt wie folgt vorzugehen: "Das Kennzeichen und besondere Merkmale notieren und anschließend den Notruf wählen. Hierbei ist es wichtig, vorher abzuwägen, ob es sich auch um einen gravierenden Vorfall handelt", so der Pressesprecher.

Aktuell laufen die Ermittlungen zum Vorfall auf der B27. Mit welcher Strafe die Fahrer rechnen müssen, kann noch nicht klar gesagt werden: "Das Strafmaß kommt immer auf den Einzelfall an. Von einer Ordnungswidrigkeit im dreistelligen Bereich inklusive Punkt in Flensburg bis hin zu einer Freiheitsstrafe in Fällen solcher Art ist alles möglich."

Wer Hinweise zum besagten Vorfall geben kann, soll sich bitte an das Polizeipräsidium Osthessen unter Telefon 0661/105-0, jede andere Polizeidienststelle oder über die Onlinewache unter www.polizei.hessen.de wenden. (Michelle Kedmenec) +++


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