- Foto: Michael Adam

BAD HERSFELD 1234. Todestag des Stadtgründers

Einmalige Stadtführung "Auf den Spuren von Bischof Lull"

19.10.20 - Zu einer Stadtwanderung "Auf den Spuren von Bischof Lull" begaben sich am 16. Oktober, dem 1234. Todestag des Gründers der Stadt Hersfeld, 25 Gäste, die der Einladung von Stadtführer Michael Adam gefolgt waren. "Wenn das Lullusfest pandemiebedingt ausfallen muss, so können wir doch unseres Gründervaters Lullus gedenken und seinen Spuren folgen", begrüßte Adam die Gäste in der katholischen Kirche St. Lullus-Sturmius, dem Ausgangspunkt der knapp zweistündigen Führung.

"Der Funke, den Lullus gegeben hat, ist nicht untergegangen – wir tragen ihn weiter", sagte Monsignore Bernhard Schiller in seinem kurzen Grußwort als Hausherr. Er hieß die Gruppe als "Lullus-Pilger" willkommen in der seit der Stiftskirche ältesten katholischen Kirche in Hersfeld, zu der 1886 der Grundstein gelegt wurde. Und mit einem Glockengeläut verabschiedete er die "Pilger", als sie sich aufmachten Richtung Rathaus.

Zuvor hatte Stadtführer Adam einen historischen Abriss des 8. Jahrhunderts gegeben, eines entscheidenden Abschnitts für die Christianisierung der heutigen deutschen Mitte von Europa. Bonifatius, Lullus, Sturmius, Papst Zacharias, Karl Mattel, Pippin, Karl der Große waren die wichtigsten Personen der Zeit, als die Klöster Fritzlar, Ohrdruf, Fulda und - von Lullus selber - Hersfeld gegründet wurden.

Sodann besuchte die Gruppe den Rathausbrunnen mit der romantisierten Darstellung von Lullus als "Conditor Hersfeldiae". Am 16. Oktober 1866 – also vor genau 154 Jahren – wurde die Statue aufgesetzt und enthüllt. "Seitdem blickt unser Stadtgründer weise und milde lächelnd auf das geschäftige Treiben in der Stadt, die er dereinst gründete. Und seitdem blicken auch die Stadtverantwortlichen auf ihn und erinnern sich – hoffentlich und sicherlich – dass sie die Bewahrer der Stadt sein sollen, mit Geschick und Klugheit, Weitsicht und Nächstenliebe", so Adam.

Im Stadtmuseum konnten die Gäste anschließend ein aus 1582 stammendes "Portrait" von Lullus besichtigen, ebenfalls eine verklärte Darstellung der Zeit. Es war 1923 auf dem Dachboden des Domänengebäudes von Schloss Eichen zusammen mit 21 weiteren Bildern entdeckt und ins Museum gebracht worden. "Die übrigen Bilder sind leider verschollen", stellte Adam bedauernd fest.

In der Krypta der Stiftsruine konnte die Gruppe sodann die Geschichte der verschwundenen Gräber der Kirchen-Heiligen erfahren. "Es wird angenommen, Lullus Grab könnte sich unter der Treppe des Mittelschiffs hinab in die Krypta befinden, doch sicher ist dies nicht", so Adam. Allerdings sei der Text der Grabesplatte von Lullus überliefert, dessen letzte Zeile den tiefen Glauben des Bischofs so eindrücklich wiedergibt: "Staub, der du schläfst, steh‘ auf, denn es ist Gott, der dich ruft!".

"Was ist geblieben vom Leben und Wirken von Bischof Lullus", stellte Adam als Frage und resümierte: "Unser christlicher Glaube, unsere Stadt Hersfeld und unser schönes Lullusfest – und dies alles gilt es für die Zukunft zu bewahren".

Zum Abschluss gab es für alle Gäste einen "kleinen Schluck Messwein des Bischofs". Doch vor dessen Genuss verteilten sich die Teilnehmer weitläufig in der Stiftsruine, um gemeinsam den Ruf für Bischof Lullus ertönen zu lassen: "Enner, zwoon, dräi – Bruder Lolls". (pm) +++


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