Von außen schon ein Schmuckstück, im Innenbereich noch Baustelle - Fotos: Gudrun Schmidl

BEBRA Kostenexplosion am Bahnhof

Fehlende Million im Haushalt bewilligt - Dauerbaustelle Inselgebäude

Es gibt Fördergeld für die Eisenbahnerstadt. Für die Dauerausstellung Grenzbahnhof Bebra überreichte Landrat Dr. Michael Koch einen Förderbescheid über eine halbe Million Euro aus dem Leader-Programm der EU. Weiterhin fließen knapp 60.000 Euro in die Touristen-Info der Erlebnisregion Mittleres Fuldatal, weitere 29.000 Euro stehen für geplante Mietbüros bereit.

14.11.20 - Was hat Bebra mit Hamburg, Berlin oder Stuttgart gemeinsam? Eine Problembaustelle! Die Kostenexplosion der Sanierung des Bahnhofinselgebäudes bereitet den Bebraer Stadtverordneten Bauchschmerzen und Kopfzerbrechen, denn das denkmalgeschützte Bauwerk, an dem seit zwei Jahren mit täglichen Überraschungen gearbeitet wird, ist im Verlauf der Arbeiten immer teurer geworden. Aktuell werden die Kosten auf 10,3 Millionen Euro geschätzt. Die Stadtverordnetenversammlung wurde in die Pflicht genommen, die fehlende Million im Haushalt für das kommende Jahr zu bewilligen, noch bevor über den Haushaltsentwurf abgestimmt worden ist.  

Die Kosten der Sanierung der Bestandsimmobilie, die nach ersten Berechnungen mit 4,19 Millionen Euro veranschlagt waren , haben sich damit weit um das doppelte erhöht. Elbphilharmonie, der Berliner Flughafen und Stuttgart 21 lassen grüßen! Laut ersten Planungen wäre dank Fördermitteln in Höhe von 3,5 Millionen Euro von Seiten der Stadt Bebra lediglich ein Eigenanteil von 690.000 Euro zu stemmen gewesen. Das denkmalgeschützte Bauwerk entwickelte sich von Anfang an finanziell zu einem "Fass ohne Boden", dennoch beschloss die Mehrheit des Stadtparlaments im November 2019 den Vollausbau für 8,9 Millionen Euro.

Das rund 150 Jahre alte Gebäude ist im Innenbereich noch immer Baustelle und damit ordentlich in Verzug. Geplant war, dass die Dauerausstellung Grenzbahnhof Bebra ursprünglich zum Abschluss des Stadtjubiläums im Oktober 2020 eröffnen sollte. Allein für diese einmalige Ausstellung deutschlandweit, die an folgende Generationen vererbt wird, schluckt SPD-Stadtverordnete Christina Kindler mit ihrer Ja-Stimme "eine  bittere Pille". Die CDU-Fraktion mit Fraktionsvorsitzendem Thorsten Strippel, die das Großprojekt von Anfang an kritisch begleitet,  hält mit Blick auf die Abstimmung dagegen. "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende".

Zahlreiche Eierfenster sind schon eingesetzt. Aber leider noch nicht alle. ...

Der "Fluch der ersten Zahl", stand im Raum, denn längst ist es nicht mehr möglich, sich auf Ausschreibungen und die errechneten Kosten zu verlassen. Preise explodieren allerorten bei vollen Auftragsbüchern, Lohn und Material haben sich zum Beispiel beim Trockenbau deutlich erhöht. Dazu kommt, dass es sich bei dem Bahnhofsinselgebäude um ein Bestandsgebäude handelt mit schlechter Bausubstanz, versteckten Kaminschächten und auch noch mit Eierfenstern.

Da der Auftragnehmer mit der Fertigung der Fenster in ovaler Form laut Stadt nicht hinterher kommt, verzögern sich wiederum andere Arbeiten. All diese Widrigkeiten  wurden berücksichtigt und diskutiert. Letztendlich stimmten 25 Parlamentarier mit Ja ab. Drei hielten dagegen und sechs enthielten sich der Stimme. Damit ist ein drohender Baustopp abgewendet. Mit dem Wissen, dass die Kosten gedeckt sind, kann die Stadt nun weiter Aufträge vergeben. Die aus den Reihen der CDU-Fraktion vorgeworfene mangelhafte Bauleitung seitens der Verwaltung wurde scharf kritisiert. Gegenüber Bauleitung und Architekt musste Bürgermeister Stefan Knoche deutlich werden: "Es muss endlich vorangehen".  Mitte nächsten Jahres soll alles fertig sein. (Gudrun Schmidl) +++    

 

 


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