Soll Versorgungslücken im ländlichen Raum schließen: der Medibus. - Archivfoto: O|N / Stefanie Harth

REGION In Zeiten des Hausärztemangels

Kampf um den Medibus gewonnen? Rathauschefs geben sich optimistisch

17.11.20 - Noch fehlen die Ärzte im interkommunalen Gesundheitsversorgungszentrum (iGVZ) sowie in den Satelliten-Praxen. Das Projekt Medibus dürfe deshalb auf keinen Fall Ende 2020 eingestellt werden. Die fünf betroffenen Bürgermeister sind sich allesamt einig, dass das Projekt Medibus in der aktuellen Situation nicht enden darf und lassen daher in ihrem Kampf nicht nach, sich für die Verlängerung des Projektzeitraumes über den 31. Dezember hinweg einzusetzen.

Zuletzt haben sie dafür eine Unterschriftenaktion zur Fortführung des Projekts initiiert. 3.159 Bürger der Kommunen Cornberg, Herleshausen, Nentershausen, Sontra und Weißenborn haben sich gefunden, um mit ihrer Unterschrift gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KV) ihrer Forderung Ausdruck zu verleihen, dass der Medibus auch über das Ende des Jahres hinaus ihre Wohnorte ansteuern soll. Viele Hausarztstellen seien in den beteiligten Kommunen vakant und im neuen iGVZ in Sontra fehlten derzeit noch die Ärzte. Die KV habe bislang offengelassen, ob das vor zweieinhalb Jahren gestartete Pilotprojekt weitergeführt wird.

Kommt die Kehrtwende?


Die Bürgermeister geben sich optimistisch: Thomas Eckhardt (Sontra), Thomas Mäurer (Weißenborn), Achim Großkurth (Cornberg), Lars Böckmann (Herleshausen) und Ralf Hilmes (Nentershausen). ...Foto: privat

Jetzt die Kehrtwende: "Nach der Aussage in den Tagesthemen am 10. November vom stellvertretenden Vorsitzenden der KV Hessen, Dr. Eckhard Starke, scheint die Hängepartie um den Medibus beendet zu sein", stellen die fünf Verwaltungschefs erfreut fest. Wörtlich habe Dr. Starke in den Spätnachrichten der Tagesthemen gesagt: "Persönlich gehe ich davon aus, dass es über den 31. Dezember 2020 weitergeht, weil wir gerade jetzt auch nach einem Alternativmodel suchen. Wir können den Bus nicht einstellen ohne Alternativen zu haben".

"Die Gesundheitsversorgungssituation in unseren Kommunen spitzt sich weiter zu. Der Einsatz des Medibusses muss im kommenden Jahr daher zwingend sichergestellt sein. Wenn er jetzt wegfallen würde, wäre das für uns ein herber Schlag. Endlich gibt es nun ein Bekenntnis seitens der KV zur Fortführung des Projekts", sagt Nentershausens Bürgermeister Ralf Hilmes sichtlich erleichtert.

Infoveranstaltung geplant


Mehr Bewegung zum Thema bringen nun auch die Landkreise Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner ins Spiel. Landrat Dr. Michael Koch lädt Ende November zur Infoveranstaltung mit den Verantwortlichen aus Politik, Ministerium und Gesundheit ein.

"Die Herausforderung der Zukunft in unserer ländlichen Region ist es, die Gesundheitsversorgung und damit einhergehend eine hohe Lebensqualität zu sichern. Zum Termin werden wir daher, weil wir trotz der Zuständigkeit der KV Hessen nichts dem Zufall überlassen wollen und Verantwortung übernehmen, ein beschlussfähiges Gesundheitsversorgungskonzept vorlegen", erläutert Thomas Eckhardt, Bürgermeister der Berg- und Hänselstadt Sontra. "Grundlage dieses Konzepts wird das iGVZ, Satelliten-Praxen in den einzelnen Ortschaften und natürlich der Medibus sein."

"Es ist fünf vor zwölf"


"Der Kampf um den Medibus hat sich gelohnt. Wir sind froh, dass die KV Hessen eine positive Entscheidung getroffen hat. Letztlich ist sie für die ärztliche Versorgung zuständig, besonders in finanzieller Hinsicht", betont Cornbergs Bürgermeister Achim Großkurth. Eine schriftliche Mitteilung der KV Hessen habe die betroffenen Kommunen bisher noch nicht erreicht. "Die Patienten werden langsam ungeduldig. Es ist fünf vor zwölf. Wir brauchen unbedingt Planungssicherheit für unseren Versorgungsverbund in Kooperation mit dem Medibus", stellt Thomas Mäurer aus Weißenborn klar.

"Der Medibus entlastet die niedergelassenen Ärzte, die oft bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit für die Patienten da sind. Wir sind uns einig: in der Verantwortung sind die KV und das Hessische Ministerium für Soziales und Integration. Wir kommen den Verantwortlichen im Rahmen unserer kommunalen Handlungsmöglichkeiten über den 31. Dezember hinaus weitestgehend entgegen", sagt Lars Böckmann, Rathauschef der Gemeinde Herleshausen. (pm) +++


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