Mit dem Abholen von der Schule, tut man seinem Kind nicht immer einen Gefallen - Archivbild: Gerhard Manns

FULDA Elterntaxi sorgt für Antriebslosigkeit

"Schulweg zu Fuß tut Kindern gut" - Landkreis verweist auf schwedische Studie

21.11.20 - Vor vielen Schulen staut es sich. Kurz vor acht rollen die Elterntaxis an. Der Schulweg ist lang, das Wetter schlecht, die Zeit knapp, der Ranzen schwer, die Straßen gefährlich, der Bus voll oder die Infektionsgefahr groß. Es gebe viele Gründe, Kinder morgens mit dem Auto zur Schule oder zur Bushaltestelle zu bringen und nach dem Unterricht dort wieder abzuholen, meint Reinhard Baumann von der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Landkreises. "Doch tun wir ihm damit etwas Gutes?"

Oft seien die Grundschulen nur ein oder zwei Kilometer vom Wohnort entfernt. Kinder könnten solche Distanzen auf sicheren Wegen durchaus alleine zurücklegen. Ein bisschen Training brauche es zwar, aber nach den Herbst- oder Weihnachtsferien würden das auch die meisten Erstklässler schaffen. "Viele Mädchen und Jungen sind stolz, wenn ihre Eltern ihnen etwas zutrauen."

Nach Auffassung des Diplom-Sozialpädagogen sollte dies eine willkommene Gelegenheit darstellen, den Schulweg zu Fuß als regelmäßig wiederkehrende Form der Bewegung in den Tagesablauf zu integrieren. "Laufkinder kommen morgens wacher in der Schule an, und der Nachhauseweg nach einem anstrengenden Schultag hilft, Anspannungen abzubauen, andere Sinne zu aktivieren sowie kindliche Sozialkontakte und die Bewegungsfreude zu fördern", hat Reinhard Baumann beobachtet. Zudem bestehe in der Fachwelt allgemeiner Konsens, dass Bewegung, Kontakte und Sonnenlicht die Immunabwehr von Kindern positiv beeinflussen könnten.

Der Mitarbeiter der Beratungsstelle verweist auf eine Untersuchung der schwedischen Psychologin Jessica Westman, wonach das "Elterntaxi" Schulkinder antriebslos mache. Besonders Mädchen zeigten weniger Motivation und Interesse am Unterricht, wenn sie mit dem Auto gebracht würden. Kinder hingegen, die allein oder mit anderen zur Schule gingen, seien laut Studie selbstbewusster und aufmerksamer. "Der Schulweg tut Kindern gut!" Um einen sicheren, gesunden und klimafreundlichen Schulweg zu ermöglichen, könnten die Kinder zumindest anfänglich von Eltern zu Fuß begleitet werden, indem diese im Wechsel einen "Pedibus" organisierten. (pm)+++


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