Die Bewohner meldeten einen angeblichen Wolfsriss "direkt vor dem Sandkasten der Kinder und des Hauseingangs" - Foto: Wolf-Monitor Hessen

ROTENBURG/F. Angeblicher Wolfsriss im Innenhof

Ergebnis der Blutanalyse ist da: Es bleiben erhebliche Fragen offen!

22.11.20 - Der vermeintliche Wolfsangriff von Rotenburg -Dankerode (OSTHESSEN|NEWS berichtete) bleibt weiterhin mysteriös. Wie das Hessische Ministerium für Naturschutz, Umweltschutz und Geologie (HLNUG) mitteilt, sind die Untersuchungen der Blutspuren nun abgeschlossen. Fragen bleiben trotzdem offen.

Die genetische Überprüfung ergab, dass das Blut von Rotwild stammt. Dennoch kommt das HLNUG zu dem Schluss, dass keine Spuren auf einen Wolfsangriff hindeuten. Um ihre Einschätzung zu bestätigen, wurde die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (kurz DBBW) hinzugezogen. "Die Untersuchung vor Ort ergab keine Hinweise darauf, dass ein großer Beutegreifer an der Situation beteiligt war, auch wurde trotz Nachsuche kein Kadaver gefunden. Die Spurenlage mit erheblichen Mengen Blut, jedoch ohne Pfotenabdrücke oder Schleifspuren sowie ohne auffindbaren Kadaver sind untypisch für eine Situation, in der ein Wolf ein Tier getötet hat", urteilt auch die DBBW.

Was war geschehen?

Ein Landwirt aus Dankerode hatte sich vor rund einer Woche an Wolfsberater, das HLNUG sowie an weitere Stellen gewandt, um auf einen angeblichen Wolfsriss aufmerksam zu machen. Fotos des vermeintlichen Angriffs des großen Beutegreifers wurden über E-Mail und Whatsapp großzügig geteilt. Zu sehen: Mehrere (gleichartige) Blutlachen in einem Innenhof eines Bauernhofes, der Hinweis, dass der Wolf wohl ein Stück Rotwild dort direkt neben dem Sandkasten der Kinder gerissen hätte, folgte auf dem Fuße.

Zwar waren drei oder vier Hufabdrücke vor den Lachen zu sehen, allerdings kein einziger im Blut selbst. Eine von einem Angreifer stammende Fährte fehlten gänzlich.

Auch bei weiteren Spuren, die gemeldet worden waren, gab es Widersprüchlichkeiten: So sollte der Wolf das Stück Rotwild durch eine Schafweide bis zum Hof getrieben haben. Der sich dort befindliche Zaun wurde jedoch sowohl auf der Eintritts- wie auch auf der Austrittsseite von außen nach innen umgedrückt. (mr) +++


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