Die evangelische Kirche fordert einen Rodungsstopp am Totensonntag. - Archivfoto: O|N/Henrik Schmitt

HOMBERG (OHM) Pause zur Deeskalation nutzen

Evangelische Pröpste fordern Rodungsstopp am "Totensonntag"

22.11.20 - Der evangelische Propst für Oberhessen, Matthias Schmidt, und der Propst des Sprengels Marburg, Helmut Wöllenstein, haben sich kritisch zu den sonntäglichen Rodungsarbeiten im Dannenröder Forst zum Ausbau der A49 geäußert. "Ich bedauere sehr, dass die Rodungsarbeiten auch sonntags stattfinden – zuletzt sogar am zurückliegenden Volkstrauertag", sagte Propst Matthias Schmidt am Freitag. Er bitte die Verantwortlichen darum, den bevorstehenden Ewigkeitssonntag, der auch Totensonntag genannt wird, "in seinem besonderen Charakter zu respektieren und auf Rodungsarbeiten zu verzichten".  Am kommenden Sonntag gedenken evangelische Christinnen und Christen traditionell ihrer Toten.

Pause zur Deeskalation nutzen


Der Propst des Sprengels Marburg, Helmut Wöllenstein erklärte: "Es ist mehr als betrüblich, dass ausgerechnet der besonders geschützte Volkstrauertag am vergangenen Wochenende zu einem Tag der weiteren Verhärtung der Fronten geworden ist. Das entspricht nicht dem Geist dieses Tages. Das darf am Ewigkeitssonntag nicht noch einmal passieren." Nach Wöllensteins Worten kann es sinnvoll sein, "in der aktuell aufgeheizten Lage rund um den Dannenröder Forst in Mittelhessen die Auszeiten an Sonn- und Feiertagen zu nutzen, um für eine Deeskalation zu sorgen".

Abholzungs-Lärm stört Trauernde

 
Auch wenn für die Arbeiten am Sonntag alle notwendigen rechtlichen Voraussetzungen erfüllt seien, ist es aus Sicht des Gießener Propstes Matthias Schmidt geboten, auf die sonntäglichen Rodungsarbeiten im Dannenröder Forst aus Rücksicht zu verzichten. Das Totengedenken auf dem Dannenröder Friedhof werde durch den Maschinenlärm gestört und die Religionsausübung werde eingeschränkt. Zudem seien alle Beteiligten vor Ort bereits jetzt werktags einer hohen körperlichen und seelischen Belastung ausgesetzt, "die weit über das übliche Maß hinausgeht", so Schmidt. Das gelte sowohl für diejenigen, die als Forstarbeiter ihrer Arbeit nachgehen und für die polizeilichen Einsatzkräfte ebenso wie für die Menschen, die gegen die Rodung protestierten.

Der Marburger Propst Wöllenstein bittet deshalb "eindringlich darum, wenigstens die Sonn- und Feiertage nach Möglichkeit zu nutzen, um zu einem friedlicheren Miteinander trotz unterschiedlicher Überzeugungen zurückzufinden". Das Evangelische Dekanat Vogelsberg engagiert sich bereits seit vielen Monaten dafür, dass die unterschiedlichen Interessenlagen vor Ort friedlich ausgetragen werden können. Es steht weiter für Gespräche zur Verfügung und ist mit Beobachtern vor Ort präsent. (pm)+++


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